Moderaten Ausbau befürwortet Samtgemeinde Lengerich setzt auf Windkraft

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Blick auf den Windpark Lengerich/Gersten. Die Samtgemeinde spricht sich grundsätzlich für weitere Windparks aus. Foto: AgRo & WEA Projekt GmbH & Co. KGBlick auf den Windpark Lengerich/Gersten. Die Samtgemeinde spricht sich grundsätzlich für weitere Windparks aus. Foto: AgRo & WEA Projekt GmbH & Co. KG

Lengerich. Breiten Raum hat in der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates Lengerich das Thema Windenergienutzung im Zusammenhang mit der geplanten Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreises Emsland eingenommen.

Bei einer Gegenstimme unterstützte der Rat die von der Verwaltung und dem Samtgemeindeausschuss vorgeschlagene Stellungnahme, in der sich die Samtgemeinde dafür ausspricht, weitere Windparks auf dafür geeigneten Flächen zu ermöglichen. Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn und die stellvertretende Verwaltungschefin Angelika Lügering erläuterten Einzelheiten.

So wünscht die Samtgemeinde weiterhin die Verwirklichung der schon in der 33. Änderung des Flächennutzungsplanes im Jahr 2007 herausgearbeiteten Potenzialflächen für Windenergienutzung in den Gemeinden Handrup („Südöstlich Handrup“), Langen („Pahlriehen“) und Wettrup („Nordwestlich Wettrup“). Zudem setzt sich die Kommune dafür ein, dass im bestehenden Vorranggebiet Gersten – Lengerich, wo sich derzeit der einzige Windpark im Gebiet der Samtgemeinde befindet, Möglichkeiten zur weiteren Optimierung geschaffen werden.

Die Samtgemeinde bittet den Landkreis, die zur Ermittlung der Vorranggebiete anzuwendenden Kriterien so festzulegen, dass die Windenergienutzung moderat ausgebaut werden kann. Dies gelte insbesondere für die Kriterien „Abstand zwischen Windparks“ und „Mindestgröße der Vorranggebiete.“ Zudem sollte im Bereich der Gemeinde Handrup ein kreisübergreifendes Vorranggebiet ausgewiesen werden, da das Vorranggebiet aufseiten des Landkreises Osnabrück aktuell mit dem RROP des Landkreises Osnabrück bis auf die Kreisgrenze ausgeweitet werden soll.

Die Notwendigkeit, Vorranggebiete für Windenergienutzung in bestehende Waldgebiete zu verlegen sieh die Samtgemeinde ebenso wenig wie der Landkreis. Hier sollte der Schutz der nur wenigen Waldgebiete in der Samtgemeinde Priorität haben.

Begrüßt werden Überlegungen des Landkreises, den generellen Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und der Wohnbebauung auf 1000 Meter und zu einzelnen Häusern im Außenbereich auf 800 Meter festzulegen. Lühn verwies darauf, dass im RROP des Landkreises Osnabrück nur ein Abstand von 500 Metern zu einzelnen Häusern festgelegt, was er als nicht ausreichend erachte.

Lühn gab die Meinung des Samtgemeindeausschusses wieder, dass die geforderten Mindestabstände zur Wohnbebauung nicht dazu führen sollten, den Ausbau der Windenergie in der Samtgemeinde zu vereiteln. Es sei deshalb zu überlegen, ob im Einzelfall die anderen vom Landkreis vorgeschlagenen Kriterien großzügiger ausgelegt werden könnten. Sie sehen einen Mindestabstand von fünf Kilometern zwischen Windparks vor und wollen die Mindestfläche für neue Vorranggebiete auf 35 Hektar festlegen. Grundsätzlich sei aber das Bestreben des Landkreises richtig, mithilfe des RROP in Sachen Windkraft einen überörtlichen Rahmen festzulegen. Während es ein Ratsherr mit Blick auf die Energiewende weitere Windkraftanlagen für unverzichtbar hielt, lehnte ein anderer die weitere „Verspargelung der Landschaft“ entschieden ab. Zum Schluss der Sitzung verwies Lühn darauf, dass die Firma Enercon eine Genehmigung zur Errichtung eines 135 Meter hohen Windmessmasten im Windpark Lengerich/Gersten beantragt habe. Die Genehmigung sei auf zwei Jahre befristet.


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