Kirche des Monats Petruskirche in Bawinkel gilt als ein Kind der Bauhausidee

Die evangelisch-lutherische Petruskirche in Bawinkel öffnet am Sonntag, 19. Mai, im Rahmen der Reihe "Kirche des Monats" um 15 Uhr für Besucher ihre Türen. Foto: Ulrich HirndorfDie evangelisch-lutherische Petruskirche in Bawinkel öffnet am Sonntag, 19. Mai, im Rahmen der Reihe "Kirche des Monats" um 15 Uhr für Besucher ihre Türen. Foto: Ulrich Hirndorf

Bawinkel. Das ökumenische „Kirche-des Monats-Team“ lädt am Sonntag, 19. Mai, ab 15 Uhr herzlich in die evangelisch-lutherische Petruskirche an der Mühlenstraße 12 in Bawinkel ein. Die Kirche gilt als ein Kind der Bauhausidee.

"Wir haben diese Kirche ausgesucht, weil sie im Zusammenhang mit der großen Bauhausschule steht, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert“, betont Ulrich Hirndorf, Mitorganisator und Pastor für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Emsland-Bentheim, in einer Pressemitteilung.

Den Entwurf für die Petruskirche lieferte der bekannte Architekt Otto Bartning (1883-1959), einer der größten Architekten der Neuzeit, Im Jahre 1948 übernahm er die Bauabteilung des Hilfswerks der Evangelischen Kirche in Deutschland und arbeitete das sogenannte Notkirchenprogramm aus. Bartning entwarf zunächst ein System vorgefertigter Holzbinder, die zu einem Kirchenschiff zusammengesetzt und mit Trümmersteinen aus den Kriegsruinen ausgefüllt werden konnten. Für die Gebiete evangelischer Neuansiedlungen, wie im Emsland entwarf er Serienfertigungsmodule für multifunkionale Gemeindezentren, die gleichzeitig als Kirche und Gemeinderaum genutzt werden konnten.  43 der Bartningschen Notkirchen stehen noch heute, u .a. in Leschede, Dalum, Sögel, Werlte und Neuenhaus. Die Petruskirche in Bawinkel gilt als das am besten erhaltene Beispiel dieser Art im Emsland.

Notkirche als Gemeindezentrum konzipiert

Die Kirche des Monats Mai ist eine „Notkirche Typ D“, wurde als Gemeindezentrum konzipiert und so in Bawinkel gebaut. Nach verschiedenen Eingaben erhielt die bunt aus ehemaligen deutschen Ostprovinzen zusammengewürfelte Flüchtlingsgemeinde Bawinkel von der amerikanischen Sektion des lutherischen Weltbundes 1949 eine größere Spende zum Bau einer skandinavischen Holzkirche. Ein der lutherischen Gemeinde gehöriges Grundstück war bereits vorhanden. Die neue Kirche in Bawinkel wurde am 12. Februar 1950 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Landesbischof Dr. Hanns Lilje eingeweiht. Sie erhielt den Namen Petrus-Kirche. 

 Durch die Schließung der Altartüren ließe sich der Kirchenraum problemlos und schnell in einen Gemeindesaal mit profaner Nutzung umwandeln. Heute nutzen die Bawinkler ihre Kirche fast ausschließlich für Gottesdienste für die Gemeindemitglieder. Am Sonntag lädt die Gemeinde alle Interessierten herzlich ein, mehr über die Kirche zu erfahren und im Anschluss bei einer Tasse Kaffee und Kuchen den Nachmittag ausklingen zu lassen.



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