Oldtimer-Rallye am 5. Mai 2019 Bernd Rosemeyer weckte die Motorsportbegeisterung in Lengerich

Der aus Lingen stammende Bernd Rosemeyer und Rudolf Caracciola kämpften auch beim Eifelrennen 1937 erbittert um den Sieg. Auch Motorsportbegeisterte aus dem emsländischen Lengerich waren zu dem Rennen angereist und hielten Rennszenen mit der eigenen Kamera fest. Foto: August Robbe sen.Der aus Lingen stammende Bernd Rosemeyer und Rudolf Caracciola kämpften auch beim Eifelrennen 1937 erbittert um den Sieg. Auch Motorsportbegeisterte aus dem emsländischen Lengerich waren zu dem Rennen angereist und hielten Rennszenen mit der eigenen Kamera fest. Foto: August Robbe sen.
August Robbe sen.

Lengerich. Zum sechsten Mal veranstalten die Motorsportfreunde (MSF) Lengerich am 5. Mai 2019 die ADAC Emsland-Classic-Oldtimer-Rallye. Gegründet wurde der Verein 1976, Motorsportinteressierte aus dem Ort fuhren erstmals aber bereits 1937 in die Eifel zum Nürburgring – um dort Bernd Rosemeyer anzufeuern.

Interesse am Motorsport hat in Lengerich Tradition. So werden in der Gemeinde am 5. Mai 2019 bereits zum sechsten Mal Oldtimer und zahlreiche Zuschauer zu der Rallye erwartet, bei der es darum geht, eine vorgegebene Route nur mit Hilfe eines Bordbuches richtig zu befahren. Zudem müssen die in diesem Jahr 62 Teams mit ihren bis zu 90 Jahre alten Fahrzeugen dabei verschiedene Prüfungen absolvieren. Doch nicht nur Kühlergrills wird es an diesem Tag in Lengerich zu sehen geben: Parallel lädt die Lengericher Werbegemeinschaft ab 11 Uhr auch wieder zum traditionellen Angrillen mit vielen Aktionen in die Ortsmitte ein.

Walter Saller, Alfred Lampa und Andreas Robbe (v.l.) von den Motorsportfreunden Lengerich freuen sich auf auf die 6. ADAC Emsland Classic-Oldtimer-Rallye am 5. Mai 2019. Foto: Carsten van Bevern


Bereist ab 8.30 Uhr werden aber die Teams mit ihren Klassikern im Fahrerlager beim örtlichen Autohaus Lampa erwartet. Um 10.01 Uhr wird sich das erste Fahrerteam auf den Weg machen, Ziele sind in diesem Jahr unter anderem Bippen, Eggermühlen, Berge und Grafeld. Ab 15.30 Uhr werden die Fahrzeuge wieder in Lengerich in der Mühlenstraße erwartet: Gegenüber der Sparkassenfiliale werden die Oldtimer allen Besuchern vorgestellt, die besten Teams werden schließlich ab 18 Uhr im Fahrerlager ausgezeichnet. 

Ende der 1970er bis Mitte der 1990er-Jahre haben Mitglieder der Motorsportfreunde Lengerich auf dem Fensterberg in Fürstenau Slalomfahrten durchgeführt. Foto: Archiv MSF Lengerich


Neben den regelmäßigen Clubabenden bilden diese Oldtimertouren seit 2014 den Schwerpunkt des Vereinslebens. Aber auch schon vor der Vereinsgründung im Jahre 1976 haben Motorsportfreunde aus Lengerich an Orientierungsfahrten in der näheren bis weiteren Umgebung teilgenommen. Ende der 70er- bis Mitte der 90er-Jahre waren Fahrer aus Lengerich auch regelmäßig auf der Panzerstraße in Fürstenau bei sogenannten Slalomfahrten zu Gast. "Dabei muss ein aus Pylonen gebildeter Parcours möglichst schnell durchfahren werden", erklärt MSF-Mitglied Walter Saller.

Der Nürburgring spielt im Vereinsleben der Motorsportfreunde Lengerich eine besondere Rolle, hier das Lengericher Team bei einem Rennen in der Boxengasse. Foto: Archiv MSF Lengerich


"Ganz Verrückte von uns waren jedes Wochenende bei den verschiedensten Orientierungsfahrten oder auch bei bis zu drei Slalom-Events an einem Wochenende", erinnert sich August Robbe. Eine ganz  besondere Rolle für die aktuell rund 45 Mitglieder spielte dabei von Anfang an der Nürburgring in der Eifel: Regelmäßig waren und sind bis heute Lengericher zu Gast auf der 1927 eingeweihten, ursprünglich insgesamt bis etwa 28 Kilometer langen „Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstrecke“.

Das Lengericher Fahrzeug im Einsatz auf dem Nürburgring. Foto: Archiv MSF Lengerich


MSF-Mitglieder absolvierten dort Fahrerlehrgänge, erprobten auf der längsten permanenten Rennstrecke der Welt ihre Fahrkünste und heimsten dort auch so einige Erfolge ein. 1987 beteiligte man sich letztmalig an einem 24-Stunden-Rennen. "Bis heute sind wir aber regelmäßig dort. Das ist schon eine besondere Beziehung zum Nürburgring", erklärt Alfred Lampa, der meist mit dabei war.

Pause in Bonn: Lengericher fuhren 1937 zum Nürburgring in die Eifel, um Bernd Rosemeyer anzufeuern. Foto: MSF Lengerich


Wodurch aber wurde in Lengerich die Begeisterung für den Motorsport geweckt? "Das war bereits in den 1930er-Jahren durch den aus Lingen stammenden Rennfahrer Bernd Rosemeyer. So haben sich einige Lengericher bereits 1937 zum ersten Mal auf den Weg zum Ring gemacht, um ihn dort beim Eifelrennen zu unterstützen", berichtet August Robbe jun. im Gespräch mit unserer Redaktion. Und es klappte, Rosemeyer gewann schließlich vor seinem großen Konkurrenten Rudolf Carracciola.

August Robbe jun. hält die Fotos seines Vaters von der 1937er-Tour zum Nürburgring heute noch in Ehren. Foto: Carsten van Bevern


"Mein Vater August und seine Schwester Ida waren auch mit dabei. Er war Tischler, interessierte sich aber sehr für Motorräder und kannte daher Rosemeyer", erzählt er weiter: "Und wie immer war auch seine Voigtländer-Kamera mit dabei." Die dabei entstandenen Aufnahmen hält August Robbe heute noch in Ehren, sie kleben in einem roten Album mit dem Aufdruck "Nürburgring". Und auch die Kamera vom Typ Prontor II existiert noch heute.


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