Projekt vom Landespräventionsrat Jugendpfleger in der Samtgemeinde Lengerich sinnvoll?

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Juliane Häring (r.; geb. Schäfer) arbeitete seit April 2013 in der offenen Jugendarbeit in der Samtgemeinde Lengerich, jetzt ist sie Schulsozialarbeiterin  an der dortigen Oberschule. Foto: Johanna LügermannJuliane Häring (r.; geb. Schäfer) arbeitete seit April 2013 in der offenen Jugendarbeit in der Samtgemeinde Lengerich, jetzt ist sie Schulsozialarbeiterin an der dortigen Oberschule. Foto: Johanna Lügermann

Lengerich. Ist der dauerhafte Einsatz eines Jugendpflegers in der Samtgemeinde Lengerich sinnvoll? Diese Frage soll im Rahmen der Arbeit an einer Präventionsstrategie geklärt werden. Der Landespräventionsrat Niedersachsen fördert das für 2020 geplante Projekt mit 20.000 Euro.

Über den Landkreis Emsland waren die Kommunen auf das entsprechende „Communities That Care – CTC“–Förderprogramm des niedersächsischen Landespräventionsrates hingewiesen worden. "Ziel ist die Förderung eines sicheren und gesunden Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen", erklärte Lengerichs Samtgemeindebürgermeisters Matthias Lühn auf der jüngsten Sitzung des SG-Rates.

Antrag sofort genehmigt

Die Besonderheit in Lengerich ist laut Lühn, dass die Kommune nach Rücksprache mit dem Jugendamt des Landkreises Emsland bereits kurzfristig zum 30. September 2018 einen entsprechenden Förderantrag beim Landespräventionsrat gestellt hat. "Unser Antrag ist auch bereits genehmigt worden, der nächste Förderstichtag wäre erst in zwei Jahren gewesen." Die Ratsmitglieder konnten dieses Projekt also lediglich noch zur Kenntnis nehmen, stimmten diesem Vorgehen aber auch rückwirkend einstimmig zu. 

CTC ist dabei eine präventive Langzeitstrategie zur Schaffung lebenswerter Umgebungen, in denen Kinder und Jugendliche sich geschätzt, respektiert und ermutigt fühlen, ihr Potenzial zu nutzen. Weiterhin soll die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Organisationen und Bewohnern verbessert, Familien gestärkt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Risikofaktoren genutzt werden.

Strukturierte Präventionsarbeit

"Dabei soll ausgelotet werden, ob und in welchen Bereichen in der Samtgemeinde Lengerich künftig eine strukturierte Präventionsarbeit und der Einsatz eines Jugendpflegers sinnvoll sein könnte", erläuterte Lühn. So sollen über eine entsprechende Befragung der Schülerinnen und Schüler auch die vor Ort bestehenden Probleme und Risiken herausgearbeitet werden.

Die erwarteten Kosten für das CTC-Projekt belaufen sich auf rund 30.000 Euro, die Förderung vom Landespräventionsrat liegt bei maximal 20.000 Euro. In Abstimmung mit dem Landkreis ist als Projektzeitraum das Jahr 2020 angedacht worden.

SPD-Ratsherr Frank Surmann hatte auf der vorherigen Ratssitzung auf dieses Programm nochmals aufmerksam gemacht und freute sich jetzt, "dass die Aufnahme in dieses Projekt so schnell geklappt hat. Jetzt haben wir ein Jahr Zeit, zu sehen, welche Person am besten zu uns passt und was wir genau mit diesem Projekt erreichen wollen." 

Alkohol vergleichsweise hohe Bedeutung

Zugleich erinnerte der Diplom-Sozialarbeiter und Sozialpädagoge Surmann noch einmal an die 2012 an der Hochschule Osnabrück erarbeitete und auch im Rat vorgestellte Sozialraumstudie. Demnach waren zu diesem Zeitpunkt die Jugendlichen in Lengerich zu einem großen Teil mit den Freizeitangeboten vor Ort zufrieden. Negative Aspekte waren aber zum Beispiel die von 21 Prozent der Befragten gemachten Gewalterfahrungen und die vergleichbar hohe Bedeutung von Alkohol. Diskutiert wurde seinerzeit auch der Einsatz eines Jugendpflegers für den Bereich der nicht-vereinsgebundenen offenen Jugendarbeit. 

Für Aufsehen hatten seinerzeit auch die auf Lengerich bezogenen Ergebnisse der Pfeiffer-Studie gesorgt: Laut dieser waren 2011 in Lengerich mit 38,1 Prozent der Befragten deutlich mehr Jugendliche „eher ausländerfeindlich eingestellt“ als im Emsland insgesamt mit 25,4 Prozent.


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