Diskussionen in Bawinkel Stadt Lingen plant Bau einer Kita in Clusorth-Bramhar

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Die im November 2018 bereits acht Gruppen umfassende Kita St. Marien in Bawinkel ist komplett ausgelastet. Zur weiteren Kindergartenentwicklung wird jetzt eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Foto: Carsten van BevernDie im November 2018 bereits acht Gruppen umfassende Kita St. Marien in Bawinkel ist komplett ausgelastet. Zur weiteren Kindergartenentwicklung wird jetzt eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Foto: Carsten van Bevern

Bawinkel. Um sich besser auf die Entwicklung im Kindergartenbereich vorzubereiten hat der Gemeinderat Bawinkel die Einsetzung einer Arbeitsgruppe beschlossen – Kritik ging dabei in Richtung Lingen. Die Stadt erklärte daraufhin, im benachbarten Clusorth-Bramhar derzeit den Bau einer eigenen Kita zu planen.

Nach umfangreichen Beratungen auch mit der Landesschulbehörde war erst jüngst in Bawinkel die achte Kita-Gruppe sowie als Zwischenlösung in einem Container auf dem Gelände des benachbarten Marienstifts ein Mitarbeiter- beziehungsweise Mehrzweckraum eingerichtet worden. Trotz dieser acht Gruppen ist die Einrichtung, die auch von Kindern des Lingener Ortsteils Clusorth-Bramhar und aus Haselünne-Klosterholte besucht werden, am Prinzenweg 2 aber voll ausgelastet.

Vor diesem Hintergrund und da die Betriebserlaubnis für die Zwischenlösung nur bis zum 31. Juli 2020 beziehungsweise bis zur Eröffnung einer zweiten Kita in der Gemeinde gültig ist, haben die Ratsmitglieder Michael Feldker und Jens Schönbach (beide CDU) sowie Frank Surmann von der SPD die Einrichtung eines entsprechenden Ausschusses beantragt.

"Brauchen wir in Bawinkel eine zweite Kita?"Frank Surmann, Ratsmitglied in Bawinkel


In diesem Gremium soll laut Surmann geklärt werden, ob eine Erweiterung der bestehenden Kita rechtlich und baulich möglich und pädagogisch sinnvoll ist und wie viele Krippen- und Regelgruppen künftig überhaupt benötigt werden. "Oder brauchen wir eine zweite Kita, gibt es dafür einen Standort und welche Fristen zum Beispiel für Fördermittel müssen wir einhalten? Und würde die Kirchengemeinde für eine zweite Kita auch die Trägerschaft übernehmen und wollen wir das", sind laut Surmann weitere dort zu klärende Fragen.

Erschwert wird die Situation, da laut Surmann nicht klar ist, ob die laut Bawinkels Bürgermeister Adolf Böcker "derzeit rund 35 Kinder" aus dem Lingener Ortsteil Clusorth-Bramhar auch künftig die Kita in Bawinkel besuchen oder die Stadt Lingen eine andere Lösung beschließt. "Eigentlich sollten wir dazu von der Stadt nach den Sommerferien eine Antwort bekommen. Dann hieß es im Herbst und jetzt Ende des Jahres oder Anfang 2019. Das erleichtert unsere Planungen nicht gerade", hatte Böcker erklärt.

Weitere und teils deutliche Kritik in Richtung der Nachbarkommune kam aus den Reihen der knapp 30 anwesenden Bürger. "Kann man denn da nicht mehr Druck aufbauen? Solche Verträge kann man doch auch kündigen", erklärte Tobias Schmit, der Vorsitzende des Kita-Elternbeirates: "Zum dritten Mal sitze ich jetzt zu diesem Thema als Zuschauer hier im Rat. Wir brauchen endlich eine Lösung." Man könne die Lingener Entscheidung einfach nicht vorweg nehmen, entgegnete Böcker und ergänzte: "Verträge aufkündigen? Das wollen wir nicht. Wir wollen die Verbindung zu Clusorth gerne behalten."

"Es gibt Überlegungen, in Clusorth-Bramhar eine eigene Kindertagesstätte zu errichten"Monika Schwegmann, Stadtkämmerin in Lingen


Bestehen soll die Arbeitsgruppe aus Vertretern des Gemeinderates, der Kirchengemeinde als Träger, der Kita, Bürgermeister Adolf Böcker, Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn sowie Vertretern der Ortschaften Clusorth und Klosterholte. "Es ist gut, wenn wir vorbereitet sind, falls ein An- oder ein Umbau nötig wird. Da kann die Arbeit in einem solchen Ausschuss helfen", erklärte Böcker. Die Ratsmitglieder schlossen sich dieser Aussage an und entschieden einstimmig für die Einrichtung des Ausschusses.

Auf die in der Ratssitzung in Bawinkel geäußerte Kritik angesprochen erklärte Lingens auch für den Bereich Kindertagesstätten zuständige Stadtkämmerin Monika Schwegmann auf Nachfrage unserer Zeitung: "Es gibt Überlegungen, in Clusorth-Bramhar eine eigene Kindertagesstätte zu errichten. Dazu laufen derzeit die Abstimmungsgespräche. Mit einer Entscheidung ist gegen Ende des Jahres zu rechnen."

Über den Prinzenweg und dort vorbei an der Kita fahren derzeit auch viele Lkw in das sich entwickelnde Gewerbegebiet "Im Sande". Bürger forderten auf der jüngsten Ratssitzung verkehrsberuhigende Maßnahmen, die die Gemeinde auch plant. Foto: Carsten van Bevern


Kritisiert wurde von Bürgern aber auch die Verkehrssituation am Prinzenweg. So parken aufgrund der Größe der Kita zu Stoßzeiten schon jetzt sehr viele Eltern dort. Vor allem wird aber viel Schwerlastverkehr in das sich weiter entwickelnde Gewerbegebiet „Im Sande“ über den Prinzenweg erwartet. „Wir suchen da nach einer Lösung, das Problem ist bekannt. Ärgerlich ist, dass Routenplaner diesen Weg anzeigen. Eine Tonnenbegrenzung könnte dort sinnvoll sein“, erklärte Böcker.

 


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