CDU setzt auf Gemeinsamkeit Diskussion über Nitrat im Grundwasser in Lengerich

Über die Wasserqualität diskutierten die Mitglieder des CDU-Fachausschusses Agrar mit dem Geschäftsführer des Wasserverbandes Lingener Land. Foto CDU Kreisverband LingenÜber die Wasserqualität diskutierten die Mitglieder des CDU-Fachausschusses Agrar mit dem Geschäftsführer des Wasserverbandes Lingener Land. Foto CDU Kreisverband Lingen

Lengerich. Reinhold Gels, Geschäftsführer des Wasserverbandes Lingener Land, sieht Handlungsbedarf, um die Qualität des Grundwassers zu erhalten. Zugleich gab er bei einem Treffen mit dem CDU-Fachausschuss Agraram Wasserwerk Grumsmühlen Entwarnung in Sachen Nitrat.

Das hat die der CDU-Kreisverband Lingen jetzt mitgeteilt. Aufgrund einer Pyrit-haltigen Lehmschicht, durch die Nitrat abgebaut wird, seien die Nitratwerte im Entnahmegrundwasser im Emsland weit unterhalb der Höchstgrenze, habe Gels gesagt, so die CDU. Allerdings sei dieser Pyrit-Vorrat begrenzt, sodass der Nitratabbau irgendwann nicht mehr möglich sei. Weiterhin müsse man bei der Beurteilung der Nitratbelastung zwischen mehreren Bodentiefen unterscheiden: Zwar sei der Nitratwert in drei Metern Tiefe überschritten, Grundwasser werde im Emsland aber erst in 51 bis 100 Metern Tiefe gefördert. Dennoch habe Gels die Problematik klar gemacht: Grundwasser habe ein langes Gedächtnis. Es bestehe insofern Handlungsbedarf, damit das Grundwasser seine sehr gute Qualität behalte.

Diskussion über Verbesserungsmaßnahmen

Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Hermann Hermeling (CDU) betonte laut Pressemitteilung, dass auch die Landwirtschaft einen Wandel hin zu mehr Umweltbewusstsein erlebe. Der Großteil der Landwirte sei bereit, den Nitratverbrauch zu senken. Diese Bereitschaft zeige sich etwa im vielgenutzten Beratungsangebot zur Vereinbarkeit von Wasserschutz und Landwirtschaft. Im ersten Ansatz diskutierten die Teilnehmer bereits über Verbesserungsmaßnahmen über den gesetzlichen Rahmen hinaus, die im Einzugsgebiet über einen entsprechenden Ausgleich umgesetzt werden könnten. Georg Meiners, Präsident des Emsländischen Landvolks, unterstrich, dass die Landwirtschaft weiterhin wirtschaftlich bleiben müsse. Diese arbeite nun einmal mit Düngemitteln, die nur in einem gewissen Rahmen begrenzt werden könnten. Meiners zeigte sich aber auch zuversichtlich, dass man gemeinsam viel für eine hohe Wasserqualität erreichen kann.

Eckpunkte

Der CDU-Landtagsabgeordnete Christian Fühner stellte klar, dass zwischen Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit ein Ausgleich gefunden werden müsse und im Emsland die CDU-Kreistagsfraktion dies nun vorantreibe. Schon sehr bald wolle man Eckpunkte für die zukünftige Bewirtschaftung der Wasserressourcen im Emsland mit Experten diskutieren. Auf gemeinsame Lösungen und sachlichen Dialog setzt auch der Sprecher des CDU-Agrarausschusses, Hans-Peter Langels: „Um Wasser wurden schon Kriege geführt. Aber so weit wollen wir es im Emsland nicht kommen lassen“, wird Langels in der Pressemitteilung zitiert.

Anlass zu Diskussionen

Das Nitrat-Urteil des EuGHs gegen Deutschland bot auch im Emsland Anlass zu Diskussionen über die Grundwasserqualität. Laut eines Berichts der EU-Kommission sei das Grundwasser vielerorts in Deutschland zu stark mit Nitrat belastet, heißt es seitens der CDU. Im Schnitt überschritten 28 Prozent der Messstationen den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Wasser. Dabei sieht der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sowohl die Landwirte als auch die Agrarpolitik in der Pflicht. Niedersachsen ist Agrarland Nummer Eins in Deutschland, das Emsland ist der flächenmäßig größte Landkreis Niedersachsens.


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