Sicherheitsdienst meldet Brand Feuerwehr rückt erneut zum Pferdezuchtbetrieb in Wettrup aus

Von Julia Mausch

Der Pferdezuchthof von Frank Moormann gleicht nach dem Großbrand am Donnerstag einem Trümmerfeld. Foto: Julia MauschDer Pferdezuchthof von Frank Moormann gleicht nach dem Großbrand am Donnerstag einem Trümmerfeld. Foto: Julia Mausch

Wettrup. Obwohl der Großbrand auf der Pferdezuchtanlage Moormann seit Samstag gelöscht ist, müssen die Feuerwehren immer wieder zu dem Hof ausrücken. Auch am Donnerstagmorgen wieder. Ein erneuter Brand war gemeldet worden.

Die Meldung von der Leitstelle kam am Donnerstagmorgen um kurz nach 5 Uhr. Die Info: Rauchentwicklung auf dem Hof im Moorhook in Wettrup. Direkt fuhr die Feuerwehr zu dem genannten Pferdezuchthof. Die anfängliche Befürchtung, dass erneut ein Feuer ausgebrochen war, nachdem am Donnerstag ein Großbrand große Teile der Anlage zerstört hatte, bewahrheitete sich nicht. (Weiterlesen: Hoher Schaden nach Großbrand von Pferdezuchtbetrieb in Wettrup)

Rauch war Wasserdampf

Der Rauch, der über dem Stroh aufstieg, stellte sich als harmloser Wasserdampf heraus; ausgelöst durch die Gärung des mit Löschwasser durchgetränkten Strohs. Bei dieser sogenannten Schwitzphase, staut sich Wärme im Inneren. Da die Temperatur in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag deutlich sank, war das verdunstende Wasser sichtbar.

Feuerwehrmänner gehen auf Zahnfleisch

Es war nicht der Hofbesitzer, der den Wasserdampf für Rauch hielt, sondern ein Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens. Dieser kontrolliert nachts auf dem Gelände, dass sich nicht unbemerkt ein Feuer entwickelt. In den vergangenen Tagen hatte diesen Dienst noch Feuerwehrmänner aus der Samtgemeinde Lengerich, vorwiegend aus Wettrup, übernommen. Mittlerweile gehen die insgesamt 34 Feuerwehrmänner aus Wettrup allerdings auf dem Zahnfleisch. „Wir hatten in den vergangenen fünf Tagen so viele Einsätze, wie normalerweise in einem Jahr“, sagt Ortsbrandmeister Jürgen Schlump. Bereits am Samstag hatte er sich mit einem langen Posting auf Facebook bei seinem Team bedankt. Ein Motivationsschub für die Kameraden. Doch nach den jüngsten Einsätzen und der über Tage andauernden Brandwacht sei die Stimmung angespannt. Sie sind am Limit des Leistbaren angelangt.

Ein Feuer hat am Donnerstagabend mehrere Ställe eines Pferdezuchtbetriebes in Wettrup erfasst. Foto: Petra Egbers

Gefahr ist noch nicht vorüber

Obwohl sich der Einsatz auf dem Pferdezuchthof als harmlos herausstellte, waren am Donnerstag 18 Feuerwehrmänner im Einsatz. Sechs Kameraden vor Ort, zwölf in Bereitschaft, sollte Unterstützung benötigt werden. Soweit kam es zwar nicht, dennoch ist die Gefahr eines neuen Feuers nicht gebannt. Das hat sich am Sonntag gezeigt: Ein Glutnest, das sich im Inneren eines Strohballens befunden hatte, war erneut aufgeflammt, nachdem Sauerstoff in den Ballen eingedrungen war. (Weiterlesen: Nach Großfeuer: Erneut Brand bei Pferdezuchtbetrieb in Wettrup) Glutnester können sich auch noch im Brandschutt befinden – und der liegt überall auf dem Hof.

Brandschutt bleibt weiterhin auf dem Hof

Am Montag hatten Jürgen Schlump sowie Gemeindebrandmeister Michael Moss noch gehofft, dass der Schutt am Dienstag abtransportiert werden kann. Die Hoffnung hat sich zerschlagen: Denn bei der Photovoltaikanlage, die ebenfalls den Flammen zum Opfer fiel, muss ein Experte untersuchen, ob und wie viele giftige Stoffe in ihr enthalten sind. Und wie sie entsorgt wird. Eine Probe wurde laut Schlump bereits entnommen, diese muss nun ausgewertet werden. „Zehn Tage kann das dauern“, schätzt der Ortsbrandmeister. Solange bleibt der Brandschutt auf dem Hof, solange besteht die Gefahr neuer Brände.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN