Der richtige Umgang mit Vierbeinern Ferienpasskinder kommen in Bawinkel auf den Hund

Von Jessica Lehbrink


Bawinkel. Auf den Hund gekommen sind am neun Kinder in Bawinkel. Sie haben im Rahmen der Ferienpassaktion der Samtgemeinde Lengerich an einer Hunderallye an der Tierpraxis Jünemann teilgenommen – natürlich nicht ohne verschmuste Vierbeiner.

„Der Hund ist der beste Freund des Menschen“, sagt man. Doch der richtige Umgang mit den Fellnasen sei gelernt. Dafür gibt es unter anderem Experten wie Christine Brundirs und Inis Elsen-Wübbels. Brundirs betreibt zwei Praxen für Ergotherapie, Logopädie und tiergestützte Therapie in Bawinkel und Freren und ist zertifizierte Hundetrainerin, Elsen-Wübbels ist Leiterin des Instituts für tiergestützte Förderung. Mit ihnen lernten die Kids Wissenswertes rund um den Hund.

Erst schnüffeln lassen

Fünf Stationen durchliefen die Sechs- bis Zehnjährigen, um selbst zu kleinen Hunde-Profis zu werden. „Welche Körperteile des Hundes kennt ihr“, fragte Christine Brundirs an Station eins. Dazu galt es nicht nur einen bestimmten Körperteil zu nennen, sondern ihn auch an der zehnjährigen Hundedame Lotte zu zeigen. Dabei lernten die Kinder direkt eine der wichtigsten Lektionen des Tages: „Bevor man einen fremden Hund berührt, sollte man ihn zuerst einmal schnüffeln lassen“, erklärte sie.

Vorsicht bei bestimmten Verhaltensweisen

Mit diesem Wissen ging es zur zweiten Station mit Inis Elsen-Wübbels und ihrem Junghund Sam, der „noch viel lernen muss“, wie die zweifache Hundebesitzerin sagte. Dass ein Hund nicht nur einen Futter- und Wassernapf sowie ein wenig Spielzeug benötigt, wurde deutlich, als die Kinder blind Gegenstände aus Elsen-Wübbels‘ Korb fischten – darunter beispielsweise Tropfen gegen Parasiten sowie Hundezahnpasta.

Vor allem bei der nächsten Aufgabe, galt es gut aufzupassen, denn an Station drei ging es um die Ausdrucksformen des Hundes. Von unterwürfig, über verspielt und freundlich bis hin zu angriffslustig. Brundirs erklärte anhand von Bildern, wie typische Ausdrucks- und Verhaltensweisen der Tiere zu deuten sind. „Hochgezogene Lefzen, ein geöffnetes Maul und eine versteifte Rute bedeuten, dass man sich von diesem Hund im Moment besser fernhalten sollte.“ Elsen-Wübbels wollte ganz sicher gehen, dass die Kinder dies auch sicher verinnerlicht hatten, „denn das, was ihr gerade gelernt habt, finde ich heute am wichtigsten“, sagte sie, bevor es damit weiterging, Hunderassen ihrer ursprünglichen Aufgaben zuzuordnen.

„Nicht weglaufen„

Welche Lebensmittel sind für einen Hund unbedenklich und was macht man, wenn ein fremder Hund sich in angriffslustiger Haltung zeigt? „Bleibt stehen. Lauft nicht weg, denn der Hund ist ganz bestimmt schneller als ihr. Wenn ihr Angst habt, dann ruft am besten nach Hilfe“, riet Sabine Jünemann ihren jungen Gästen und schloss damit die mehrstündige Ralllye ab.

Unterricht in Grundschulen?

„Am besten fand ich die Hunde“, berichtet Teilnehmerin Theresa, die selbst Zuhause mit vier der Tiere zusammenlebt. Und auch Charlotte fand die Aktion rund um den Hund „richtig gut“. Reaktionen, die Inis Elsen-Wübbels sichtlich freuten. Sie wünscht sich, dass der richtige Umgang mit Hunden auch in Grundschulen gelehrt wird. „So würde es bestimmt weniger Beißunfälle mit Kindern geben.“ Sie weiß auch, dass Hunde in vielerlei Hinsicht helfen können, Kontaktschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsdefizite bei Menschen verringern können. „Wir stellen oft fest, dass sich im Umgang mit Hunden die extrovertierten Kinder von allein zurücknehmen und die introvertierten beginnen sich zu öffnen“, sagt die Hundekennerin.


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