Dienstbesprechung im Altkreis Lingen Keine Sorgen um Feuerwehrnachwuchs im südlichen Emsland

Von Lambert Brand

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Dankbar zeigten sich die Feuerwehrführungskräfte, dass Hermann Silies (links zusammen mit Andres Wentker) wertvolle Tipps zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung geben konnte. Foto: BrandDankbar zeigten sich die Feuerwehrführungskräfte, dass Hermann Silies (links zusammen mit Andres Wentker) wertvolle Tipps zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung geben konnte. Foto: Brand

Handrup. Im Brandschutzabschnitt Süd des Landkreises (Altkreis Lingen) sind 2 015 Feuerwehrleute in 29 Ortsfeuerwehren und Werkfeuerwehren tätig. Das berichtete Abschnittsleiter Andreas Wentker anlässlich der Dienstbesprechung der Stadt-, Gemeinde,- Orts- und Werkbrandmeister im Gymnasium Leoninum in Handrup.

Erfreut zeigte sich Wentker über die Jugendarbeit in 16 Jugend- und drei Kinderfeuerwehren. Er betonte, dass eine funktionierende Nachwuchsarbeit zur Zukunftssicherung der Feuerwehren beitrage.

1 047 Einsätze

Wentker berichtete über 1 047 Einsätze der Südkreiswehren im vergangenen Jahr. Sie leisteten neben dem Einsatz- und Übungsdienst noch zahlreiche Stunden für die Brandschutzerziehung. Die Ausbildung der Feuerwehrleute sei auch dank des Einsatzes der Kreisausbilder sehr gut aufgestellt, betonte Wentker. Kreisausbildungsleiter Hans-Jürgen Krüger gab weitere Hinweise für die Abwicklung des Anmeldeverfahrens für Lehrgänge.

12 Kameraden aus dem ABC-Zug

Die Feuerwehr Bawinkel hat laut Bericht 12 neue Kameraden aus dem früheren ABC-Zug des DRK für die Gründung einer neuen CRBN-Gruppe übernommen. Sie solle auf Dauer zusammen mit weiteren Gruppen im Norden und der Mitte des Emslandes dem Schutz der Bevölkerung vor den Auswirkungen chemischer (C), biologischer (B), radioaktiver (R) und nuklearer (N) Gefahren dienen. Am Konzept werde zurzeit zusammen mit dem Landkreis noch gefeilt.

Gesundheitsfonds

Man habe sich, so Wentker, über die Kreisfeuerwehrverbände auf Landesebene für die Novellierung des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes stark gemacht, die vor Kurzem verabschiedet worden ist. Eine wichtige Änderung sei die Schaffung eines Gesundheitsfonds, der für Unfallfolgen aufkommen soll, die nicht durch die Feuerwehrunfallkasse abgesichert sind. Die Anhebung der Altersgrenze auf 67 Jahre sei zwar nicht „Wunsch“ der emsländischen Feuerwehren gewesen. Doch die Regelung, dass Feuerwehrleute ab 55 Jahren auf Wunsch in die Alters- und Ehrenabteilung wechseln könnten, sei ein guter Kompromiss.

IuK-Gruppen

Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff bat die anwesenden Feuerwehrführungskräfte, bei Großschadenslagen wie die wiederholten Unwetter der letzten Monate, vor Ort sogenannten IuK-Gruppen (Informations- und Kommunikationsgruppe) einzusetzen, die die Leistelle in Meppen entlasten könnten. Des Weiteren werde an einem Konzept zur Erstversorgung der Kreisfeuerwehrbereitschaften bei auswärtigen Einsätzen gearbeitet.

Neuausrichtung der Leistungswettbewerbe

Dyckhoff berichtet weiter über den Stand bei der Beschaffung neuer Einsatzleitwagen. Im Abschnitt Süd werde eine Einheit auf einem Wechsellader beschafft werden. Die Digitalfunkalarmierung werde im Emsland voraussichtlich Anfang August in Betrieb gehen. Unzufrieden zeigten sich die Feuerwehren mit der ungelösten Frage, wann die abgängigen Katastrophenschutzfahrzeuge des Bundes ersetzt werden. Über die Neuausrichtung der Leistungswettbewerbe berichtete stellvertretender Abschnittsleiter Alois Wilmes. Die überarbeiteten und „interessanter gewordenen“ Abläufe kommen erstmals am 1. September 2018 in Thuine zum Einsatz, so Wilmes.

Datenschutzgrundverordnung

Ein Thema, dass zurzeit nicht nur viele Institutionen und Vereine, sondern auch die Feuerwehren beschäftigt, ist die Anwendung der Datenschutzgrundverordnung. Mit Feuerwehrmann Hermann Silies konnte Andreas Wentker einen Experten gewinnen, der als Geschäftsführer der Lingener Firma connectiv! eSolutions GmbH täglich mit den Folgen dieser Verordnung befasst ist. Silies wies darauf hin, dass Feuerwehren viele dienstliche Daten speichern müssen und dies durch landesweite Regelungen abgesichert sei. Wichtig sei allerdings, darauf zu achten, dass nur legitimierte Personen Zugriff auf diese Daten hätten. Anhand einer Checkliste, die den Feuerwehren zur Verfügung gestellt wurde, könne überprüft werden, wo Handlungsbedarf, beispielsweise bei den sozialen Medien und Homepages, entstehe.


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