Bundesweiter Plakatwettbewerb Oberschule Lengerich wendet sich gegen Komasaufen

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Für den Entwurf „Deine Birne wird hohl, trinkst du weiter Alkohol“ von Sina Winkelbauer überreichte Heinz-Gerd Evers von der DAK den achten Preis. Klassenlehrerin Carmen Höveler hält das Plakat der sechstplatzierten Lea Smolczinski hoch. Foto: Christiane AdamFür den Entwurf „Deine Birne wird hohl, trinkst du weiter Alkohol“ von Sina Winkelbauer überreichte Heinz-Gerd Evers von der DAK den achten Preis. Klassenlehrerin Carmen Höveler hält das Plakat der sechstplatzierten Lea Smolczinski hoch. Foto: Christiane Adam

Lengerich. Gleich zwei Gewinnerinnen eines Plakatwettbewerbs hat die Oberschule Lengerich hervorgebracht: Lea Smolczinski und Sina Winkelbauer haben es auf die Plätze sechs und acht des bundesweiten Wettbewerbs „bunt statt blau“ 2018 der Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) geschafft.

„Wir freuen uns sehr, dass sich wieder Schulklassen aus unserer Region beteiligt haben und dass sich sogar zwei Gewinnerinnen aus dem Emsland unter den ersten Zehn befinden“, gab Heinz-Gerd Evers, DAK-Servicezentrumsleiter aus Lingen, bekannt. „Es sind tolle Arbeiten entstanden“, sagt die Klassenlehrerin der 10c, Carmen Höveler, mit Stolz, denn allein aus Niedersachsen habe es über 500 Einsendungen gegeben.

Polizei hat „Promillebrillen“ dabei

„bunt statt blau“ ist ein Plakataufruf gegen das sogenannte Komasaufen. Bei diesem geht es darum, möglichst schnell viel Alkohol zu trinken und einen Rausch zu bekommen. Nicht selten endet das Komasaufen mit einer Entgiftung im Krankenhaus. Seit rund zehn Jahren führe die DAK diese Aktion durch, so Evers. „Der Ansatz des Projekts ist, dass die Schüler sich selber mit der Thematik befassen und diese nicht nur als Vortrag, nicht so viel zu trinken, vorgesetzt bekommen“, erläutert er. „Vor der Klassenfahrt der zehnten Klassen führen wir stets eine Präventionsveranstaltung zum Thema Alkohol und Drogen durch“, berichtet Höveler. Beispielsweise habe die Polizei so bezeichnete „Promillebrillen“ dabei, durch die man die Sehfähigkeit eines Betrunkenen erlange.

„Wir kümmern uns jetzt um den“

Im Jahr 2016 seien 22.153 Menschen mit einer Alkoholvergiftung in das Hospital gekommen, berichtet Evers und Lehrerin Höveler weiß, dass Jugendliche vielfach zu früh mit dem Konsumieren hochprozentiger Alkoholika beginnen. Positiv hat die Lehrerin während des Schaffensprozesses bemerkt, dass sich vor allem die Mädchen, aber auch die Jungen darum sorgen, wenn jemand aus der Gruppe zu viel trinkt: „Teamgeist kam heraus unter dem Motto: Wir kümmern uns jetzt um den.“

„Jeder hat sich anders mit der Problematik auseinandergesetzt“

Höveler betont: „Jeder hat sich anders mit der Problematik auseinandergesetzt: Wie erlebe ich das Thema Alkohol?“ Die Ergebnisse der Schulklasse seien dabei grob in zwei Facetten einzuteilen: in die positive Seite von Nüchternheit oder in die negative Seite von Trunkenheit. „Deine Birne wird hohl, trinkst du weiter Alkohol“, sagt das Plakat von Sina Winkelbauer aus. Dieser Spruch und die schon leicht schielende Prinzessin mit der Flasche in der Hand auf einem Einhorn reitend entlocken dem Betrachter ein Grinsen. Hingegen hinterlässt der Entwurf von Lea Smolczinski ein eher nachdenkliches Gefühl: Dumpf sitzt die schwarze Gestalt mit hängendem Kopf am Tisch, die halbleere Flasche vor sich.

„Lieber bunter Vogel als Schnapsdrossel“

Das Motto „lieber bunter Vogel als Schnapsdrossel“ habe jeder anders umgesetzt. Eine schwangere Schülerin habe dargestellt, wie der Alkohol allmählich das Baby im Bauch der Mutter vergifte. „Die Jungs sind eher realistisch rangegangen, sie haben beispielsweise Partyszenen gezeichnet“, erzählt die Klassenlehrerin. Oftmals sei dabei als Tenor herausgekommen: Wer total betrunken ist, verpasst die Party.

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