Kreditaufnahme in 2018 notwendig? Hohe Investitionen in Lengerich geplant

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Rund eine Million Euro will die Gemeinde Lengerich in die Umgestaltung des Sport- und Schützenhauses zu einem Haus der Vereine investieren. Für diese und weitere 2018 geplante Baumaßnahmen muss die Gemeinde aber einen Kredit aufnehmen. Foto: Carsten van BevernRund eine Million Euro will die Gemeinde Lengerich in die Umgestaltung des Sport- und Schützenhauses zu einem Haus der Vereine investieren. Für diese und weitere 2018 geplante Baumaßnahmen muss die Gemeinde aber einen Kredit aufnehmen. Foto: Carsten van Bevern

Lengerich. Mit einem 24400-Euro-Überschuss plant in diesem Jahr die Gemeinde Lengerich. Zur Finanzierung mehrerer Investitionen wird die Kommune aber einen bis zu 987000 Euro hohen Kredit aufnehmen müssen.

Unter anderem in die Sanierung und den Umbau des Sport- und Schützenhauses, den Bürgerpark und den Breitbandausbau für schnelleres Internet möchte die Gemeinde laut Gemeindedirektor Matthias Lühn in diesem Jahr insgesamt mehr als 3,1 Millionen Euro investieren. „Da werden wir um eine Kreditaufnahme nicht herum kommen“, erklärte der Verwaltungschef bei der Vorstellung des letztendlich einstimmig verabschiedeten aktuellen Haushaltsplans im Gemeinderat. 2017 sei bereits eine Kreditaufnahme in ähnlicher Größenordnung eingeplant gewesen, diese sei laut Lühn nur nicht erfolgt, da Bauprojekte verschoben wurden.

1,1 Millionen Euro Schulden?

Bei einer Aufnahme der kompletten Kreditsumme würde die Verschuldung Lengerichs von gut 115000 Euro Ende 2017 auf knapp 1,1 Millionen Euro steigen – parallel dazu stiege die rechnerische Verschuldung je Einwohner von 42,91 Euro auf 407,30 Euro. Mit der tatsächlichen Aufnahme der veranschlagten Kreditsumme rechnet die Kommune aber erst Mitte 2019.

„Einsparpotenziale suchen“

Lengerichs Bürgermeister Gerd Wübbe ergänzte: „Dieser Haushalt zeigt, dass wir uns künftig weiter Gedanken über mögliche Einsparpotenziale machen müssen. Auch die im Vergleich sehr niedrigen und seit fünf oder sechs Jahren nicht mehr erhöhten Hebesätze unserer Grundsteuern und der Gewerbesteuer werden wir genauer unter die Lupe nehmen müssen. Der Haushalt ist so schon sehr eng gestrickt.“ Eine weiter sparsame Haushaltsführung sei auf jeden Fall notwendig.

Sinkende Überschüsse

So sinken laut dem Vorbericht des Haushaltsplans die Überschüsse im Haushalt seit einigen Jahren: Lagen diese nach dem vorläufigen Ergebnis im Jahr 2016 noch bei gut 240000 Euro, wurden 2017 noch 68000 Euro und nun 24400 Euro erwartet. Zu berücksichtigen ist nach Aussage des Verwaltungschefs allerdings, dass „die realen Überschüsse in den vergangenen Jahren regelmäßig deutlich über den Planwerten lagen.“

Möglich sind die in diesem Jahr geplanten großen Investitionen laut Matthias Lühn auch aufgrund der derzeit noch gut gefüllten Kasse. So verfügte die Gemeinde zum Stichtag 1. Januar 2018 über liquide Mittel in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der Ein- und Auszahlungen sowie der geplanten Kreditaufnahme rechnet die Gemeinde zum Jahresende allerdings mit einem Zahlungsmittelbestand von 0 Euro.

Quelle: Gemeinde Lengerich, Grafik: Heiner Wittwer

„Mittelfristig rechnen wir bis zum Jahr 2021 aber wieder mit einem deutlichen Anstieg unseres Zahlungsmittelbestandes“, erklärte Wübbe. Die Haushaltsüberschüsse verharren laut Plan aber weiter auf einem geringen Niveau – 2019 rechnet man derzeit noch mit 700 Euro.


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