918.000 Euro werden investiert Neue Krippengruppen in Langen und Lengerich

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An die Kita St. Benedikt in Lengerich werden derzeit Räume für eine Krippe angebaut. Die Kostenschätzungen belaufen sich nach Angaben der Verwaltung auf rund 308.000 Euro. Hier der Baufortschritt Anfang März 2018. Foto: Samtgemeinde LengerichAn die Kita St. Benedikt in Lengerich werden derzeit Räume für eine Krippe angebaut. Die Kostenschätzungen belaufen sich nach Angaben der Verwaltung auf rund 308.000 Euro. Hier der Baufortschritt Anfang März 2018. Foto: Samtgemeinde Lengerich

Lengerich. Jeweils eine neue Krippengruppe zur Betreuung von unter dreijährigen Kindern entsteht derzeit in den Gemeinden Langen und Lengerich. In Langen befinden sich nach Aussage von Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn aktuell auch 16 Kinder auf der Warteliste für einen Krippenplatz.

Aktuell bieten die fünf Kitas in der Samtgemeinde Lengerich 75 Plätze für Kinder unter und 346 Plätze für Kinder ab drei Jahren an. Nicht belegt ist ein Krippen- und 27 Kitaplätze. Der aktuelle und auch in einer ländlich strukturierten Samtgemeinde wie Lengerich stetig wachsende Betreuungsbedarf wird damit nach Lühns Aussage zum neuen Kitajahr wohl zu erfüllen sein.

Erschwerte Planung

„In Bawinkel steht schon fest, dass zusätzliche Plätze notwendig sind – an einer Lösung wird gearbeitet. In Lengerich und Langen werden die Kitas aktuell erweitert, sodass dort der Bedarf gedeckt werden sollte und in Gersten können die angemeldeten Kinder aufgenommen werden, wenn die bislang genehmigte bauliche Übergangslösung noch einmal verlängert wird. In Handrup/Wettrup wird es wohl keine großen Probleme geben“, erklärte Lühn in einem Gespräch mit unserer Redaktion allerdings vor dem Hintergrund, dass die detaillierten Anmeldezahlen aller Kitas derzeit noch nicht vollständig vorliegen und die Planungen in den fünf Kitas noch nicht endgültig abgeschlossen sind.

308.000 Euro für Anbau in Bawinkel

So ist die Einrichtung in Bawinkel mit vier Kita- und drei Krippengruppen derzeit voll ausgelastet, ein Anbau am Standort ist aufgrund gesetzlicher Regelungen bezüglich der maximal zulässigen Gruppenanzahl ausgeschlossen. Im Rahmen einer Übergangslösung soll in der Gemeinde eine achte Gruppe eingerichtet werden. In der Lengericher Kita soll zum Kitajahr 2018/19 eine Regelgruppe in eine weitere Krippengruppe umgewandelt werden, der Anbau von zwei weiteren Räumen ist dazu notwendig. „Mit der Baumaßnahme ist begonnen worden, die Kostenschätzung dafür liegt bei rund 308.000 Euro“, erklärte der Verwaltungschef.

610.000-Euro-Invest in Langen

In der Gemeinde Langen ist die Nachfrage nach Krippenplätzen in jüngster Zeit kräftig gestiegen, nachdem man laut Lühn lange mit altersübergreifenden Gruppen den Bedarf decken konnte: „16 Kinder stehen dort aktuell auf der Warteliste für einen Krippenplatz. Die Kostenschätzung für den laufenden Krippenanbau und die Kitaerweiterung liegt bei rund 610.000 Euro.“

Neben der stetig zunehmenden Nachfrage erschweren laut Lühn vor allem späte Entscheidungen über besonderen Förderbedarf und ein später Stichtag zum Schulwechsel auch in der Samtgemeinde Lengerich die Planungen für ein Kitajahr: „Da es bei der Gruppenbildung teilweise um einzelne Plätze geht, wird das ganze System Kindergarten noch schwerer zu kalkulieren.“

Steigende laufende Zuschüsse

Dabei sind die Kitas den Gemeinden lieb, kosten aber auch immer mehr Geld: Nach Aussage von Lühn haben die Mitgliedsgemeinden 2016 insgesamt zirka 753.000 Euro und 2017 rund 707.000 Euro an Defizitausgleich für die fünf Einrichtungen der katholischen Kirchengemeinde in der Samtgemeinde Lengerich gezahlt. „Vor zehn Jahren waren dies noch rund 290.000 Euro. Seitdem sind Qualität und Angebotsvielfalt stark gestiegen. Gerade für die kleinen Gemeinden wird dies auf Dauer nicht mehr zu finanzieren sein.“ Und die angedachte Beitragsfreiheit werde laut Lühn noch einmal einen Nachfrageschub nach Betreuung auslösen: „Daher ist es wichtig, dass die Landespolitik nur Wahlversprechen einlöst, wenn Sie diese auch selbst bezahlen kann. Die Übernahme von 66 Prozent der Personalkosten durch das Land muss dabei das Ziel sein.“


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