Achte Gruppe ist notwendig Kita-Nachfrage in Bawinkel höher als das Angebot

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Die Kita St. Marien in Bawinkel ist derzeit komplett ausgelastet, im kommenden Kita-Jahr 2018/19 wird der Platz nicht mehr für alle angemeldeten Kinder reichen. An einer Übergangslösung wird gearbeitet. Foto: Felix ReisDie Kita St. Marien in Bawinkel ist derzeit komplett ausgelastet, im kommenden Kita-Jahr 2018/19 wird der Platz nicht mehr für alle angemeldeten Kinder reichen. An einer Übergangslösung wird gearbeitet. Foto: Felix Reis

Bawinkel. Die Kindertagesstätte St. Marien in Bawinkel ist derzeit zu 100 Prozent ausgelastet. Im Kita-Jahr 2018/19 wird der Platz aufgrund weiter gestiegener Anmeldungen nicht mehr reichen. An einer Lösung wird gearbeitet. Diskutiert wurde die Situation am Montagabend auch im Gemeinderat, etliche Eltern sind dazu auch ins Dorfhaus Duisenburg gekommen.

In Whatsapp-Gruppen von Eltern Bawinkeler Kita-Kindern war zuvor zu einer Teilnahme an der Ratssitzung aufgerufen worden, von noch 17 unversorgten Kindern im Kita-Jahr 2018/19 war darin die Rede. Frank Surmann, gleichzeitig Mitglied des Rates und Vorsitzender des Kuratoriums der Kindertagesstätte, bestätigte, dass die in Bawinkel aktuell zur Verfügung stehenden Plätze im kommenden Kita-Jahr nicht ausreichen werden.

Aktuell 138 Plätze in sieben Gruppen

So verfügt die Kita in Bawinkel derzeit in vier Gruppen über 93 Plätze für über dreijährige und in drei Krippengruppen über 45 Plätze für unter dreijährige Kinder. „Erweitern können wir die Kita nicht. Sechs Kita-Gruppen sind laut einer früheren gesetzlichen Regelung je Kita möglich, heute sind es sogar nur fünf. Unsere siebte Gruppe im Marienstift ist schon nur dank einer Ausnahmeregelung möglich“, erklärte Surmann. Ohne eine weitere Gruppe werde man den aus den Anmeldungen ersichtlichen Bedarf aber nicht decken können.

Achte Gruppe als Übergangslösung

Laut Surmann hat man im Kita-Kuratorium – welches sich aus Vertretern der Kirchengemeinde als Träger der Einrichtung, der für diese Aufgabe zuständigen Kommune sowie beratend der Kita-Leitung zusammensetzt – lange über die Problematik gesprochen: „Wir haben auch eine unserer Meinung nach gute Lösung gefunden. Alle Kinder würden damit versorgt.“ Eine neue Gruppe aber muss von der Landesschulbehörde in Oldenburg genehmigt werden. Mitte März soll daher ein Gespräch mit einer Vertreterin der Behörde in Bawinkel stattfinden. „Diese Entscheidung müssen wir abwarten, daher können wir derzeit diese Pläne und auch die sich derzeit noch stetig ändernden Kinderzahlen noch nicht in der Öffentlichkeit vorstellen. Es sieht aber gut aus, dass wir noch vor Ostern unsere Pläne zur Lösung des Problems vorstellen können“, erklärte Surmann.

Ab 2020 Dauerlösung notwendig

Für die Kinder würde sich dabei laut Surmann nichts ändern. Klar ist aber laut dem Kuratoriumsvorsitzenden, dass dies „nur eine Übergangslösung“ wäre: „Ab Herbst 2020 brauchen wir auf jeden Fall eine dauerhafte Lösung.“ Dazu müsse aber abgeklärt sein, ob die Kinder aus der politisch zur Stadt Haselünne gehörenden Ortschaft Klosterholte und der zur Stadt Lingen gehörenden Ortschaft Clusorth-Bramhar weiter den Kindergarten in Bawinkel besuchen sollen. „Ohne die Kinder aus diesen zum Kirchspiel Bawinkel gehörenden Ortschaften würden die Plätze in der jetzigen Kita ausreichen“, erläuterte Surmann.

Elternvertreter: Brauchen sehr gute Lösung

„Es ist toll, dass es hier Baugrundstücke gibt. Für junge Familien muss dann aber auch die notwendige Infrastruktur geschaffen werden, und dazu gehören Kitaplätze. Wir haben eine wirklich sehr gute Kita, jetzt erwarten wir aber auch eine sehr gute Lösung. Und die kann nicht bedeuten, dass wir unsere Kinder nach Handrup bringen müssen“, erklärte der Kita-Beiratsvorsitzende Tobias Schmit im Namen der betroffenen Eltern. „Wir haben bis jetzt noch nie Kinder von Tagesmüttern betreuen lassen oder in andere Kitas schicken müssen. Wir hoffen, dass auch jetzt hinzubekommen“, erklärte dazu Bürgermeister Adolf Böcker.

„Kita-Jahr immer schwerer planbar“

Lengerichs Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn ergänzte: „Ein Kindergartenjahr zu planen wird immer schwieriger. Mit den Anmeldungen ist es nicht getan. Später im Jahr wird noch über Inklusionskinder entschieden – diese führen dazu, dass eine entsprechende Gruppe mit weniger Kindern gebildet werden muss.“ Zudem können Erziehungsberechtigte laut einer aktuellen Regelung für Kinder, die das sechste Lebensjahr zwischen dem 1. Juli und dem 30. September vollenden, den Schulbesuch noch um ein Jahr hinausschieben. „Auch dies erfordert viel Planung. Und das vor dem Hintergrund, dass fast alle Kitas schon jetzt komplett ausgelastet sind.“ Dieses Problem haben laut des Verwaltungschefs derzeit auch nahezu alle Kommunen im südlichen Emsland.


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