Einstimmiger Ratsbeschluss Überschuss im Haushalt der Samtgemeinde Lengerich

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Gute Stimmung im Lengericher Rathaus: Im Haushalt 2018 für die Samtgemeinde Lengerich wird mit einem kleinen Überschuss gerechnet. Symbolfoto: Manuel GlasfortGute Stimmung im Lengericher Rathaus: Im Haushalt 2018 für die Samtgemeinde Lengerich wird mit einem kleinen Überschuss gerechnet. Symbolfoto: Manuel Glasfort

Lengerich. Entspannt gehen Rat und Verwaltung der Samtgemeinde Lengerich in das Haushaltsjahr 2018: Bei Einnahmen von 4,67 und Ausgaben von gut 4,64 Millionen Euro wird derzeit mit einem Überschuss von 29400 Euro gerechnet.

„So einem Haushalt stimmt man gerne zu. Das sind positive Zahlen und es ist ein ordentlicher Haushalt.“ Und dies erklärte nicht etwa ein Vertreter der CDU-Mehrheitsfraktion, sondern mit Frank Surmann ein Vertreter der vierköpfigen SPD/FDP-Gruppe. Einstimmig ist der von der Verwaltung eingebrachte und vom Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn vorgestellte SG-Haushalt 2018 auf der jüngsten Ratssitzung denn auch verabschiedet worden.

„Eine gute schwarze Null“

„Bei diesem Volumen bedeutet ein Überschuss von knapp 30000 Euro eine gute schwarze Null. Berechnet ist der Haushalt auch noch mit einer zu zahlenden Kreisumlage von 42 Prozentpunkten. Die Senkung auf 40 Prozentpunkte bedeuten für uns eine zusätzliche Ersparnis von rund 18000 Euro“, erklärte der Verwaltungschef.

Die größte Investition wird im laufenden Haushaltsjahr die Komplettsanierung der Schwimmhalle in Lengerich sein, nach derzeitigem Planungsstand betragen die Gesamtkosten 2,765 Millionen Euro. Aus diesem Grund wird sich der Schuldenstand auch von 653000 Euro auf knapp 2,2 Millionen Euro im Jahr 2018 erhöhen. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt damit in der SG Lengerich von 71,33 auf 240,31 Euro – der vergleichbare Landesdurchschnitt liegt bei 733 Euro.

Zinsausgaben sinken

Trotz der deutlich steigenden Verschuldung sinken 2018 jedoch die Ausgaben für Zinsen um rund 73 Prozent auf 4800 Euro. „Durch eine Anpassung konnten aufgrund des niedrigen Zinsniveaus erheblich bessere Konditionen ausgehandelt werden“, erklärte der Samtgemeindebürgermeister diese Entwicklung.

Weitere größere Ausgaben für Investitionen sind 2018 im Bereich des Feuerschutzes (67200 Euro) und zur energetischen Sanierung der Grundschule Bawinkel (112200 Euro, die gleiche Summe war 2017 bereits eingeplant worden) vorgesehen. Zudem stehen 10000 Euro für neue Digitaltafeln zur Verfügung. „Die ersten Smartboards kommen langsam in ein Alter, wo wir eventuell auch mal eines ersetzen müssen“, erklärte Lühn. Eine Digitaltafel kostet dabei aktuell rund 5000 Euro. Zudem stehen 11000 Euro zur Anschaffung eines Caddys für den Bauhof und 10000 Euro als Zuschuss für eine am Gymnasium Leoninum geplante Platzgestaltung im Haushalt zur Verfügung.

Im Zuge der Haushaltsdiskussion und vor dem Hintergrund des positiven Zahlenwerks schlug SPD-Ratsmitglied Surmann noch vor, sich mit den Themen Mobilität, der „sehr knappen Personalsituation“ in der Verwaltung und der Einwerbung von Fördermitteln zu beschäftigen. „Wir können hier sicher kein System wie in Lingen mit dem Lili-Bus schaffen, aber Mitfahrbänke, ein Bürgerbus wie in Emsbüren oder das Geestemobil wären auch Möglichkeiten, die Situation zu verbessern“, erklärte Surmann.

Neuer Jugendpfleger?

Weiterhin attestierte Surmann der Verwaltung, ihre Leistungen mit sehr wenig Personal zu erbringen: „Unsere Verwaltungsausgaben pro Einwohner sind im Vergleich zu vielen Nachbarkommunen sehr gering.“ Dabei gebe es sicher wieder Bedarf für einen Jugendpfleger, der „zum Beispiel auch die Organisation des Ferienpasses übernehmen und damit die Verwaltung entlasten könnte.“ Außerdem könne man überlegen, ob es beim komplexen Thema der Einwerbung von Fördermitteln nicht sinnvoll sei, eine Person zumindest mit einem Teil seiner Arbeitszeit mit diesem Thema zu betrauen.

„Neue Wege gehen beim Thema Mobilität? Da können wir uns gerne mit beschäftigen“, erklärte SG-Bürgermeister Lühn. Auch beim Thema Personal äußerte er allgemeine Zustimmung – wie der Ratsvorsitzende Adolf Böcker: „Im Personalbereich sind wir wahrlich nicht allzu üppig ausgestattet.“


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