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Windkraftanlage montiert Kran aus Kluse hebt 60-Tonnen-Rotoren in Oberlangen

Von Gerd Schade | 02.07.2014, 17:53 Uhr

Mithilfe eines 600-Tonnen-Krans der Firma Gertzen aus Kluse sind am Mittwoch in Oberlangen in fast 140 Meter Höhe neue Rotorblätter für eine Windkraftanlage montiert worden.

Spielend leicht sieht es aus, wenn Kranführer Frank Borchers aus Augustfehn per Joystick den rund 60 Tonnen schweren Rotorblatt-Stern gen Himmel hievt. Dabei ist jedoch Präzisionsarbeit mit Fingerspitzengefühl und Augenmaß gefragt, wie auf der Großbaustelle des Windkraftanlagenherstellers Enercon am Vossebergweg zu sehen war. Im Bereich entlang der Nord-Süd-Straße werden zurzeit mehrere Windkraftanlagen erneuert, um deren Leistung zu steigern (Repowering).

An Gertzens 600-Tonnen-Raupenkran prangt der Schriftzug „Der stärkste im Emsland“. Das stimmt jedoch nicht mehr. Denn ebenfalls für die Montage von Großwindkraftanlagen hat Gertzen inzwischen einen 700-Tonnen-Kran angeschafft. Ein dritter Kran des emsländischen Familienunternehmens mit 135 Mitarbeitern kann immerhin 500 Tonnen heben. Geschäftsführer Wolfgang Gertzen schätzt, dass deutsche Firmen maximal 18 derartige Geräte betreiben. Im Emsland verfüge das Unternehmen mit Standorten in Kluse und Lingen diesbezüglich jedenfalls über ein Alleinstellungsmerkmal. Den Wert des Raupenkrans taxiert der Firmenchef auf rund 4,6 Millionen Euro. Die Kräne sind beim Windkraftanlagenbau zwischen Mitteldeutschland und der Grenze zu Dänemark praktisch im Dauereinsatz. „Wir bauen die alten Anlagen komplett ab und die neuen auf“, erklärt Gertzen.

In Oberlangen wird die 80-Meter-Anlage durch ein 138 Meter hohes Exemplar ersetzt. Die neuen Rotorblätter sind Gertzen zufolge jeweils 50 Meter lang und wiegen 13 Tonnen pro Stück. Schwerstes Einzelbauteil, das an die Mastspitze gehoben werden musste, sei der Generator. „Der wiegt 67 Tonnen“, sagt der Firmenchef. Montiert werden darf nur bei wenig Wind.

Voraussichtlich ab Donnerstag wird Gertzen die Baustelle räumen. Das dauert. Denn bevor der Raupenkran inklusive seiner 520 Tonnen Kontergewichte in seine Einzelteile zerlegt und auf 36 Lastzüge verladen ist, vergehen etwa zwei Tage. Dann geht es für den Koloss zur nächsten Großbaustelle.

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