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Umgang mit Lebensmitteln Kolpinger in Lathen mahnen Verbraucher

Von Birgit Waterloh, Birgit Waterloh | 13.02.2017, 19:47 Uhr

Der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln hat im Mittelpunkt des Kolping-Bezirksbildungstages in Lathen gestanden.

Nach einem von Bezirkspräses Alfons Heermann zelebrierten Gottesdienst in der St.-Vitus-Kirche und einem von der Lathener Kolpingsfamilie als Gastgeber organisierten gemeinsamen Frühstück stand eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Bewahren der Schöpfung“ auf dem Programm.

Dabei diskutierten der Kolping-Bezirksvorsitzende Eberhard Krange, Leo Schwarte aus Papenburg, Landwirt Bernd Schulte-Lohmöller aus Borsum und Andreas Brinker von der Landvolkhochschule in Oesede. Vor allem ging es dabei um die Frage, was jeder Einzelne zum Bewahren der Schöpfung beitragen kann.

Lathens Bürgermeisterin Luise Redenius-Heber (CDU) betonte in ihrer Begrüßung, dass Klimaschutz in der Gemeinde seit Jahren einen hohen Stellenwert habe. Jeder Mensch solle sich der eigenen Verantwortung wieder bewusst werden, meinte sie.

„Müssen wir im Februar unbedingt Weintrauben essen und um 18 Uhr in den Regalen noch frische Brötchen vorfinden?“ Diese Fragen warf eingangs Krange auf. Fragen – darin waren sich die Teilnehmer auf dem Podium einig –, die sich jeder Verbraucher stellen müsse. Brinker zufolge landen mittlerweile 30 Prozent der gekauften Lebensmittel im Müll. „Dabei versündigen wir uns, das ist ein Skandal“, urteilte er. Gleichzeitig gebe jeder nur noch 10 Prozent seines verfügbaren Einkommens für Lebensmittel aus. Selbst Kochen habe keinen hohen Stellenwert mehr. Stattdessen werde eher auf Fertigprodukte zurückgegriffen. „Diese kommen jedoch von weiter weg“, sagte Schulte-Lohmöller. Die ortsnahe Versorgung werde geringer. Lange Transporte aber belasteten das Klima.

Eine Rückbesinnung auf saisonales Gemüse legte Bezirkspräses Heermann den Tagungsteilnehmern ans Herz. Auch dass Verbraucher zunehmend eine Plastikverpackung bevorzugen würden, ist dem Kirchenmann ein Dorn im Auge.

Grund für das Entsorgen von Lebensmitteln sei häufig das Ablaufen des Mindesthaltbarkeitsdatums, hieß es. Dies sei allerdings kein festes Datum, ab dem Lebensmittel verdürben, machte Schulte-Lohmöller deutlich. Bei korrekter Lagerung seien Lebensmittel meist noch Wochen länger halt- und damit verzehrbar. Hier sei der gesunde Menschenverstand gefragt.

Landwirte beschäftigten sich schon lange mit dem Thema Nachhaltigkeit, sagte Schulte-Lohmöller weiter. Jeder definiere diese allerdings anders. Es helfe dabei nicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen, so der ehemalige Präsident des Landvolkes Aschendorf-Hümmling.

Schuldzuweisungen seien in jedem Fall der falsche Weg – darin waren sich alle Diskutanten einig. Sich damit anzufreunden, nicht jederzeit alles verfügbar zu haben, hingegen sei ein Schritt in die richtige Richtung. Schwarte, der in Papenburg eine Arbeitsgemeinschaft zum Thema „Global denken – lokal handeln“ betreut, warb für eine Abkehr von der „Geiz ist geil“-Mentalität. „Ein ,immer Mehr‘ kann die Erde und die Gesellschaft nicht aushalten“, mahnte auch Brinker.