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Treffen mit Asylbewerbern Lathen ist ein kleiner Ort mit einem großen Herzen

21.12.2015, 14:24 Uhr

„Lathen ist ein kleiner Ort – hat aber ein großes Herz“, sagte Rezart Serani aus dem Süden Albaniens in seinem Grußwort beim Willkommenstreffen in der Mehrzweckhalle in Niederlangen. Die Asylbewerber aus der Samtgemeinde (SG) Lathen waren von Rat und Verwaltung und sowie den Mitgliedskommunen eingeladen worden.

In der SG leben zurzeit 138 Asylsuchende aus verschiedensten Herkunftsländern, davon 36 Kinder und Jugendliche. Bis Ende März 2016 sind weitere 93 Flüchtlingen aufzunehmen. „Das ist eine große Zahl und fordert unsere Solidarität heraus“, so SG-Bürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU). Großer Dank gelte den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die die Asylbewerber unterstützten.

Der 33-jährige Rezart Serani aus Albanien lebt seit vier Monaten mit seiner Frau und zwei Töchtern in Lathen. Er erinnert sich noch gut daran, wie herzlich er mit seiner Familie am Bahnhof in Lathen vom Flüchtlingshelfer Ismet Hajrizi abgeholt wurde. Die Familie Serani kam von Albanien über Griechenland, Hamburg und Bramsche nach Lathen. Serani spricht schon ein paar Worte Deutsch. Er und seine Familie seien mit einem Lächeln empfangen worden, so Serani. Er fühle sich wohl in Deutschland.

Mit schwangererFrau und drei Kindern

Bei dem Willkommenstreffen sprach Mohammed Salah Al Deen aus Syrien ein paar Dankesworte auf Deutsch. Der 41-Jährige ist erst seit zweieinhalb Monaten mit seiner schwangeren Frau und drei Kindern in Deutschland. Seine Familie stammt aus Damaskus, der Hauptstadt Syriens. Sie leben derzeit in Sustrum. Seine Kinder besuchen den Kindergarten in Neusustrum und die Grund- und Oberschule in Lathen. Mohammed Salah Al Deen war zuvor an der Universität tätig.

Pfarrer Francies Sanjeevi von der katholischen Pfarreiengemeinschaft Lathen, gab den Asylbewerbern den Rat, die deutsche Sprache zu erlernen, den Mut zu haben, über die Situation zu reden und mit den zur Verfügung gestellten Mitteln sorgsam umzugehen sowie die kulturellen Gegebenheiten kennenzulernen. So könne eine Integration in die deutsche Gesellschaft gelingen, so Sanjeevi. Pastor Rainer Jenke von der evangelisch-lutherische Stephanusgemeinde lud dazu ein, die Menschen kennenzulernen, sich zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Mehr als 200 Gäste in der Mehrzweckhalle

Mehr als 200 Menschen waren der Einladung zum Willkommenstreffen gefolgt.. „Für eine gemeinsame Zukunft in Frieden und Freundschaft in der Samtgemeinde Lathen“ lautete das Motto des Abends. Es sei sicherlich eine schwere Entscheidung der Asylbewerber gewesen, ihre Existenzen und ihre Heimat aufgegeben, so Karl-Heinz Weber. Aus elf verschiedenen Ländern kommen die Flüchtlinge: Afghanistan, Serbien, Pakistan, Marokko, Russland, Albanien, Kosovo, Sudan, Syrien, Irak und Mazedonien.

Weber dankte dem Fachbereich Arbeit und Soziales der SG, der mit der Betreuung der Asylbewerber betraut ist. Weiterhin freue es ihn, dass mit Ismet Hajrizi und Nasser Nemer zwei Menschen gefunden worden seien, die sich aufgrund ihrer Kenntnisse der Sprache und auch der Kultur als Flüchtlingsbetreuer wertvolle Hilfe leisten könnten. Ein Dank ging auch an die Eigentümer von Wohnraum, die diesen der SG vermieten und dadurch eine dezentrale Unterbringung ermöglichen.

Weber empfahl den Asylbewerbern, die Sprachförderung zu nutzen, denn das Beherrschen der Sprache sei ein Schlüssel zur Integration. Die Vorträge des Abends wurden von Flüchtlingsbetreuern übersetzt.

Vielfältiges internationales Buffet

Das Treffen umfasste auch ein Rahmenprogramm mit Musik, einem internationalen Buffet und einer Kleiderbörse. Die Einheimischen und die Asylbewerber hatten durch das Mitbringen von Speisen für ein vielfältiges Buffet mit einer Vielzahl an Spezialitäten aus den verschiedensten Ländern gesorgt. Der Heimatverein Niederlangen hatte die Mehrzweckhalle geschmückt.

Das Fest wurde musikalisch von der Gitarrengruppe aus Renkenberge umrahmt. „Musik verbindet“, meinte Weber und so lud das Lied „Feliz Navidad“ (Frohe Weihnachten) das allen bekannt war, zum Schunkeln und Mitklatschen ein.