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Kulturzentrum angedacht 60,5 Prozent der Lathener für Veranstaltungssaal

Von Aloys Schulte | 24.10.2015, 17:17 Uhr

60,5 Prozent der Lathener haben sich in einer repräsentativen Umfrage für die Errichtung eines Veranstaltungssaals in der Gemeinde ausgesprochen. Der Rat fasste am Donnerstagabend, 22. Oktober 2015, den einstimmigen Beschluss, die Verwaltung zu beauftragen, einen detaillierten Kostenplan aufzustellen. Anschließend soll über das Vorhaben entschieden werden.

Das Pestel Institut aus Hannover hatte in der zweiten Oktoberwoche 792 der 5036 bei Kommunalwahlen stimmberechtigten Bürger und Bürgerinnen im Alter ab 16 Jahren befragt. Die Stichprobe von mehr als 15 Prozent bietet laut Matthias Günther vom Vorstand des Instituts die Gewähr, dass mit mehr als 99-prozentiger Sicherheit das Meinungsbild in der Bevölkerung wiedergegeben wird.

Auffällig sei, so Günther, dass bei den Befragten unter 25 Jahren die Zustimmung zum Saal mit fast 80 Prozent am größten gewesen sei. Bei den Männern zwischen 45 und 64 Jahren hätten dagegen nur 44 Prozent den Saal befürwortet. Als Argument sei vor allem angeführt worden, dass die Gemeinde nicht über das nötige Geld für ein solches Vorhaben verfüge. Alles in allem lasse sich aber festhalten, dass es sich um ein eindeutiges Ergebnis handele, das sich schon nach der Befragung von fünf Prozent der Stichprobe abgezeichnet habe.

Etwa 30 Zuhörer waren zur Sitzung gekommen, darunter zahlreiche Gastronomen aus der Samtgemeinde. Sie hatten sich mehrfach gegen das Projekt ausgesprochen, weil sie öffentlich subventionierte Konkurrenz befürchten.

Manfred van Berkum (SPD) kritisierte die Art der Umfrage scharf. Die Bürger seien „hinters Licht geführt“ worden, weil vorher nicht deutlich worden sei, welche Kosten auf die Gemeinde tatsächlich zukämen. Die Behauptung der Verwaltung, eine Aufstellung der finanziellen Belastungen sei vorab nicht möglich gewesen, sei falsch. „Niemand wird doch zu einem Projekt ja sagen, wenn die Kosten nicht klar sind“, so van Berkum.

SPD-Ratfrau Bärbel Funke stimmte dem zu. Sie sei aber „zuversichtlich“, dass auch die CDU auf den Saal verzichten werde, wenn sich herausstelle, dass die Kosten zu hoch seien. Applaus ernte sie aus dem Publikum mit dem wohl nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag, nach der Kostenermittlung eine weitere Umfrage durchzuführen.

Günther Stolte (CDU) betonte, dass er immer so abgestimmt habe, „dass ich es verantworten kann“. Der Fraktionsvorsitzende August Kock merkte an, dass es unseriös gewesen wäre, vor der Befragung mit spekulative Zahlen zu den voraussichtlichen Kosten zu arbeiten. „Wir haben immer gesagt, dass der Saal nicht kostendeckend zu betreiben ist und es einen Zuschussbedarf gegen wird.“

Hermann Eiken (CDU) begrüßte das Abstimmungsergebnis. Jetzt sei es wichtig, in den Verhandlungen mit dem möglichen Investor die Rahmenbedingungen abzustecken. „Und dann schauen wir uns das an“, so Eiken.

Seine Fraktionskollegin Bettina Pieper betonte, dass es bei den Veranstaltungen in dem neuen Saal mit bis zu 400 Plätzen nicht in erster Linie um Hochzeiten und Geburtstage gehe. Viel wichtiger sei ein Kulturangebot zu schaffen mit Konzerten, Theateraufführungen und auch Tagungen von Unternehmen und Institutionen. „Wir sollten das als Kulturzentrum aufziehen“, so Pieper.

Volle Zustimmung fand sie damit bei Bürgermeisterin Luise Redenius-Heber (CDU). . Ein Saal lfür kulturelle Veranstaltungen müsse allerdings besondere Kriterium in puncto Beleuchtung und vor allem Akustik erfüllen. Das werde das Projekt sicher nicht preiswerter machen.