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Kommentar Prostitution in Melstrup: Legal, aber unmoralisch

Meinung – Maike Plaggenborg, Maike Plaggenborg | 02.02.2017, 19:13 Uhr

Werner Schlömer ist Geschäftsführer des „La Casa“ in Melstrup, das nun eröffnet hat. Bei ihm arbeiten die Frauen auf selbstständiger Basis. Die Sexarbeit in der kleinen Emsgemeinde ist zwar legal, aber unmoralisch. Ein Kommentar.

Der Name „La Casa“ kommt aus dem Spanischen und bedeutet „das Haus“. In dem Etablissement geht es um Sex fernab der eigenen vier Wände. Die Kunden sind überwiegend Emsländer. Demnach ist die Prostitution eine Dienstleistung, die in der Region sehr wohl nachgefragt ist.

Das Gewerbe ist zwar gesetzlich legal, aber moralisch problematisch, weil es die Frauen gesellschaftlich auf einer Position fixiert, von der es schwer ist, sich zu lösen. Bei der Sexarbeit geht es um die einfachste und schnellste Art, Geld zu verdienen. Sie ist eine scheinbare Lösung für beispielsweise die Frauen, die ihre Familien in ihren Heimatländern mit den dort üblichen Löhnen nicht versorgen können.

Kommen geringe berufliche Qualifikationen hinzu und fehlen Deutschkenntnisse, versinken sie schnell im Sumpf des schon ewig anrüchigen Gewerbes.

Überbordend empathisch muss man gar nicht sein, um sich vorzustellen, dass der intime Akt mit vielen verschiedenen Männern, die sich die Frauen nicht selbst aussuchen, überaus abstoßend sein muss.

Letztlich aber regieren auch in diesem Metier die wirtschaftlichen Regeln. Die Nachfrage bestimmt das Angebot.