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Kommentar Lathener Landwirte müssen mit allem rechnen

Meinung – Hermann Hinrichs | 01.12.2015, 20:44 Uhr

Die Diskussion im Bau- und Umweltausschuss der Samtgemeinde (SG) Lathen um die Ausweisung eines Ersatzbaufensters für einen Landwirt zeigt eindrucksvoll, dass die Landwirte in der SG mit allem rechnen müssen.

Die Zusage an die heimischen Landwirte, im Bedarfsfall über eine Änderung des Flächennutzungsplanes weiteren Spielraum zu bekommen, steht zwar im Raum, doch jetzt, wo das Korsett erst einmal angelegt ist, will man es im Grunde nicht mehr lockern. Wie sonst ist es zu erklären, dass selbst innerhalb der CDU-Mehrheitsfraktion sich Parteikollegen gegenseitig daran erinnern müssen, bei den Landwirten „im Wort zu stehen“.

Dass vonseiten der Opposition dagegen argumentiert wird, wenn ein junger Landwirt einen neuen Stall bauen will, verwundert wenig. Doch auch die Sozialdemokraten haben zusammen mit der CDU an einem Strang gezogen, als es darum ging, die Bauern zu ihrem eigenen Besten dazu zu bringen, sich auf die Zuteilung von Baufenstern einzulassen, um so Investoren aus der Samtgemeinde fernhalten zu können.

Wenn nun die SPD davor warnt, es den Landwirten zu einfach zu machen, und die SPD-Fraktion gegen die Änderung stimmt, gibt es dafür aber nur zwei mögliche Erklärungen: Der Sustrumer Landwirt ist aus Sicht der Sozialdemokraten ein „Investor“, oder es liegt Wortbruch vor.