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Je mehr Abfall, desto günstiger Oberlangener ärgert sich über ungleiche Müllgebühren

Von Maike Plaggenborg | 30.12.2015, 13:41 Uhr

Für eine 40-Liter-Restmülltonne bezahlt Michael Münster aus Oberlangen ab morgen 2,29 Euro pro Liter, Haushalte mit einer 240-Liter-Tonne dagegen zahlen 1,41 Euro. Der 74-Jährige wirft dem Landkreis Emsland deshalb vor, „Mengenrabatt auf Müll“ zu geben und findet das absurd. Der Landkreis dagegen verweist auf eine Grundgebühr, die für alle Tonnen – egal, welcher Größe – gleich hoch ist.

Dabei habe das Ungleichgewicht nichts mit der Gebührenerhöhung zu tun. Das Missverhältnis habe laut Münster bereits vor der Änderung ab 1. Januar 2016 bestanden. Jetzt aber – durch die Mitteilung des Landkreises über die neuen Preise – sei es ihm erstmalig aufgefallen, und nun ärgert er sich. „Wir sollten doch Müll sparen, und tut man das, ist das auch verkehrt“, sagt der 74-Jährige und wittert einen „Mengenrabatt für Müll“.

Diesen Vorwurf lehnt der Landkreis ab und begründet das mit einer Grundgebühr. Fakt ist: Der Jahresbetrag für die kleinste Restmülltonne mit einem Fassungsvermögen von 40 Litern liegt ab Neujahr bei 91,68 Euro, die größte Tonne mit 240 Litern kostet dann 338,88 Euro. Nach Angaben des Landkreises setzten sich die jeweiligen Beträge aus einer fixen Grundgebühr von 42,24 Euro und einer entsprechenden Leistungsgebühr – je nach Tonnengröße – zusammen. „Die Fixkosten fallen unabhängig von der zu entsorgenden Abfallmenge an“, teilt die Kreisverwaltung auf Anfrage mit. Die variable Leistungsgebühr dagegen steigt linear, der Betrag steigt von der kleinsten bis zur größten Tonne um das Sechsfache.

Bei den Biotonnen allerdings sieht die Sache anders aus. Auch das habe Münster bemerkt. Egal, wie groß die Tonne ist: Ein Liter Biomüll kostet 49 Cent. Münster habe mit einem Anruf beim Landkreis versucht, sich die Preisgestaltung erklären zu lassen – ohne Erfolg. Und deswegen sagt er: „Je mehr Müll man macht, desto mehr müsste das kosten“, auch wenn die für alle Gebührenpflichtigen gleich große Grundgebühr die Ursache ist. Er selbst benutzt eine 40-Liter-Tonne und bekommt selbst die innerhalb des zweiwöchigen Abholungsturnus nicht voll. Doch die Größe ist Pflicht. Die Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises will es so. Demnach muss das Mindestvolumen für Restmülltonnen zehn Liter pro Woche und Haushaltsmitglied betragen – ergibt bei einer Person eine 40-Liter-Tonne.