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Gunnar Gad in Niederlangen Biologe referiert über Schicksal der Hochmoore

Von PM. | 18.12.2015, 12:25 Uhr

Der Naturhistoriker und Biologe Gunnar Gad hat in einem Vortrag beim Heimatverein Niederlangen beklagt, dass die Hochmoore von einst mit ihrer besonderen Flora und Fauna verschwunden seien. Die noch vorhandenen Reste wandelten sich vom Naturraum zur Landschaft, in der die Spuren der menschlichen Einflussnahme unübersehbar seien.

Das Thema wurde von Hubert Albers und Alfons Robbe vom Heimatverein gewählt, da große Teile des Bourtanger Moores im Einzugsbereich des Heimatvereins liegen, die ab 1948 im Zuge der Emsland-Eschließung kultiviert und besiedelt wurden. Der Biologe Gad vom Moormuseums Geeste, ging im Vortrag näher auf die Dissertation von Friedrich Peus (1904-1978)) aus dem Jahre 1928 ein, die eine „wegweisende Publikation“ darstelle, da hier erstmals versucht worden sei, systematisch die Tierwelt von Hochmooren zu erfassen. Diese Arbeit sei darüber hinaus ein wichtiges historisches Schriftstück, welches das damalige Wissen über die Tierwelt des Moores zusammenfasse und den Zustand der norddeutschen Hochmoore detailliert beschreibe. Das Fazit dieser Dissertation sei, das bereits damals erwartet wurde, dass Hochmoore als intakter Lebensraum ganz verschwinden würden.

Der Biologe ging dann auf die Einzigartigkeit der Tier- und Pflanzenwelt und auf die Vielfallt und Besonderheiten der Moorgewässer ein. Nach Auffassung des Referenten ist es außerordentlich schwierig beziehungsweise unmöglich, das Hochmoor als Naturraum wiederherzustellen. Dies könne nur gelingen, wenn darin die natürlichen ökologischen Prozesse wieder ablaufen könnten. Dazu gehöre insbesondere, dass die torfbildenden Moose wieder wüchsen, was allein schon aufgrund der geänderten klimatischen Verhältnisse kaum möglich erscheine. Damit sei wohl auch die Ursprünglichkeit der Hochmoore für immer verloren.