Ein Artikel der Redaktion

Fünf Jahre danach Das Emsland gedenkt der 23 Toten des Transrapid-Unglücks mit einer Kranzniederlegung

Von Aloys Schulte | 22.09.2011, 15:23 Uhr

Mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein für die Opfer des Transrapid-Unglücks haben gestern der Landkreis, die Samtgemeinde Lathen und die Betreibergesellschaft der Versuchsanlage (IABG) der 23 Toten gedacht, die am 22. September vor fünf Jahren ihr Leben verloren. Der Magnetzug war auf ein Wartungsfahrzeug aufgefahren, das sich noch auf der Strecke befand.

Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber sprach vom „größten Unglück, das in unserer Gemeinde jemals geschehen ist“. 21 Männer und zwei Frauen seien „von einer Sekunde auf die andere“ ums Leben gekommen. Sein Mitgefühl gelte den Ehefrauen, Partnern, Kindern und Freunden dieser Menschen. „Und wir wollen auch denken an die elf Verletzten, die zum Teil noch heute unter diesen Ereignissen leiden“, so Weber. Nicht vergessen werden dürften aber auch diejenigen, „die wegen ihres Fehlers als Schuldige angeklagt und verurteilt worden sind“. Auch für sie seien die Geschehnisse eine schwere Last.

Trost spenden könne der christliche Glaube, der „uns lehrt, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist, sondern dass der Tod auch Anfang ist“. Um dies zu symbolisieren, seien vor einer Woche 23 Bäume neben dem Gedenkstein gepflanzt worden. Sie seien ein Sinnbild für das Leben und ein Hoffnungszeichen für die Zukunft.

Mit Blick auf die ungewisse Zukunft der Transrapid-Versuchsanlage in Lathen sagte Weber, dass bei der Trauerfeier wenige Tage nach dem Unglück drei Frauen, die ihre Partner verloren hatten, an die Verantwortlichen appelliert hatten, die Anlage weiterzubetreiben und sich für eine Anwendungsstrecke in Deutschland einzusetzen. Weber: „Aus welchen Gründen auch immer sind die Chancen dieses in meinen Augen ökologisch und ökonomisch sinnvollsten Verkehrsmittels nicht genutzt worden, zumindest nicht in unserem Vaterland.“ Es bestehe allerdings die Chance für eine Strecke auf Teneriffa. „Wir werden gespannt dorthin schauen und sehen, ob unsere Transrapid-Versuchsanlage dann noch gebraucht wird.“

Mit dem Ersten Kreisrat Reinhard Winter und dem stellvertretenden Landrat Josef Fening legte Weber den Kranz am Gedenkstein nieder. Ein weiterer wurde vom Geschäftsführer der Indus-trieanlagen Betriebsgesellschaft, Prof. Dr. Rudolf F. Schwarz, und dem Niederlassungsleiter in Lathen, Dr. Ralf Effenberger, im Gedenken an die Todesopfer niedergelegt.