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Förderung aus Leader-Topf beantragt Gemeinde Lathen treibt Planung für Kulturzentrum voran

Von Daniel Gonzalez-Tepper | 17.02.2017, 13:23 Uhr

Ein Jahr war es ruhig um den umstrittenen Gemeindesaal in Doch die Planungen wurden im Hintergrund eifrig vorangetrieben. In Kürze wird es sogar sichtbare Fortschritte geben. Klarheit herrscht inzwischen wegen der Kosten für das Kulturzentrum, wie es neuerdings genannt wird.

Im Januar 2016 hatte der Gemeinderat die Umsetzung mit großer Mehrheit bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen. Die Gemeinde wird den Saal, der im ehemaligen Gebäude des Combi-Marktes an der Ecke Marktstraße / Kolpingplatz in Sichtweite des Lathener Rathauses entstehen wird, vom Hauseigentümer, der von Croy’schen Vermögensverwaltung, längerfristig mieten. Der rund 600 Quadratmeter große Saal soll Platz für 250 bis 300 Gäste bieten.

Seit dem Ratsbeschluss hat es zahlreiche Planungs- und Abstimmungstreffen gegeben, berichtete Daniela Köttker vom Büro des Lathener Samtgemeindebürgermeisters und stellvertretende Vorsitzende der CDU Lathen bei der jüngsten Bürgerversammlung der Partei im Haus Sanen. Demnach haben sich insbesondere die Gespräche mit dem zweiten Hauptmieter, einem Getränkefachmarkt, als langwierig erwiesen. Sie seien aber inzwischen im Hinblick auf Platzbedarf, Mietkonditionen und anderen Details abgeschlossen, sodass einer Vertragsunterzeichnung nichts mehr im Wege stünde.

Teilabriss des Gebäudes

In Kürze wird es nach Angaben von Köttker auch sichtbare Fortschritte an dem Gebäude geben. Denn Teile des Gebäudes, zum Beispiel die Anbauten, die sich im hinteren Bereich befinden, werden abgerissen. „Das war vom Eigentümer ohnehin von Anfang an geplant“, betonte die Verwaltungsmitarbeiterin. Sie sprach im Übrigen von „Kulturzentrum“ und „Mehrzweckhalle“, der Begriff „Gemeindesaal“ habe in der Bevölkerung falsche Assoziationen hervorgerufen. Köttker erinnerte auch an die Bürgerbefragung, bei der sich 60 Prozent der Teilnehmer für eine Realisierung ausgesprochen haben.

Klarheit herrscht inzwischen auch wegen der Kosten: Die Gemeinde kalkuliert mit Gesamtkosten von 700.000 Euro für die Herrichtung und das Inventar des Saals. Bei der LAG Hümmling sind 100.000 Euro Förderung aus dem Leader-Topf der EU beantragt, die LAG wird bereits am Montag, 20. Februar 2017, einer Sitzung ab 19 Uhr im Heimathaus in Werlte über den Antrag entscheiden. Sobald der Förderbescheid vorliege, werden die Bauarbeiten zeitnah beginnen, kündigte Köttker an. Der Anteil der Gemeinde liegt bei 207.000 Euro, der Eigentümer übernimmt die restlichen 393.000 Euro.So sehen die Planungen des Ingenieurbüro Hilckmann aus, die im Frühjahr 2016 vorgestellt worden waren. Im Erdgeschoss des Gebäudes werden der Saal und ein Getränkefachmarkt eingerichtet. Die Praxen und Wohnungen in den beiden Obergeschossen bleiben erhalten. Grafik: Ingenieurbüro Hilckmann GmbH&Co. KG

Klage vor Verwaltungsgericht läuft

Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU) betonte, dass man sehr froh sei, einen mehr als zehn Jahre währenden Leerstand mitten im Ortskern beseitigen zu können. Das gesamte Umfeld werde nach Fertigstellung des Gebäudes ebenfalls aufgewertet. CDU-Fraktionsvorsitzender August Kock sprach sogar von Überlegungen, den im Rahmen des geplanten Spielplatzkonzeptes angedachten Mehrgenerationenspielplatz dort unterzubingen. Weber nahm auch Stellung zu der laufenden Klage der Betreiberin des Hotels „Zur Emsbrücke“ in Niederlangen vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück. Der Bürgermeister rechnet mit einer Entscheidung frühestens 2018. „Die Klage beschäftigt uns im Rathaus personell, zum Beispiel, wenn wir Stellungnahmen abgeben müssen. Aufschiebende Wirkung hat es nicht, die Planungen laufen weiter.“

Weber betonte auch, dass die Gemeinde die Bewirtschaftung herzlich gerne an einen Gastronomen, egal ob aus Lathen oder von auswärts, abgeben würde. „Wir finden aber bisher keinen“, so der Behördenchef. Deshalb bleibe es beim Konzept, dass jeder Gastronom das Objekt mieten kann, wenn er eine eigene oder von Kunden gewünschte Veranstaltung organisieren möchte.

 (Weiterlesen: Keine Antworten zu Gemeindesaal: Lathen lässt Steuerzahler-Bund abblitzen)