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EU-Förderung Sögeler profitiert von grenzüberschreitender Entwicklung

Von Birgit Waterloh, Birgit Waterloh | 08.06.2016, 11:05 Uhr

Mit Fördergeldern und der Vermittlung von Fachwissen will ein EU-Projekt Neuentwicklungen aus der Zusammenarbeit zwischen deutschen und niederländischen Unternehmen den Weg ebnen. Profitiert hat davon zum Beispiel Heinrich Wagener aus Sögel.

Kein Essen ohne Dunstabzugshaube: So sieht der Alltag auf Kreuzfahrtschiffen aus. Auf See muss die Zuluft jedoch aufbereitet werden. Salz und Feuchtigkeit werden dabei entzogen. Das kostet Energie und Geld. Wagener hat diese Abläufe optimiert. Mithilfe des grenzüberschreitenden EU-Projekts „Mechatronik für kleine und mittlere Unternehmen“ konnte der Sögeler Abläufe nicht nur von Fördermitteln, sondern auch vom Fachwissen seiner Partner profitieren. Neben der Fachhochschule Emden hat er mit niederländischen Unternehmen zusammengearbeitet. Inzwischen fahren drei Kreuzfahrtschiffe der Meyer-Werft mit Energiesparhauben aus Wageners Fertigung. Die Produktion sowie die Mitarbeiterzahl seines auf Gastronomiebedarf ausgerichteten Unternehmens konnte er dadurch ausweiten.

Meppener bringt Lachsschneidemaschine auf den Markt

Auch Hubert Kling aus Meppen nutzte die Chance zu einer Weiterentwicklung im Rahmen des Interreg-Projekts, das seit mehr als 20 Jahren Teil der Struktur- und Investitionspolitik der EU ist. Gerade ist er dabei, den Prototypen seiner Lachsschneidemaschine auf den Markt zu bringen. Die Besonderheit: Seine Maschine vereint erstmals alle Möglichkeiten, Lachs zu tranchieren. Ob hauchdünne Scheiben, dickere Filetstücke, ob senkrechte, waagerechte oder schräge Schnittführung – all das kann Klings Neuentwicklung leisten. „Ich möchte den Betrieben helfen, mit möglichst wenig Platz und wenig Maschinenteilen die gesamte Bandbreite der Produktion abzudecken“, sagte Kling. Beide Unternehmer präsentierten sich auf einer Informationsveranstaltung der Emsland GmbH beim Unternehmen Intis in Lathen .

Ingenieurwesen und Informatik vereinen

Dort wurde das jetzt angelaufene Folgeprojekt „Intelligente Projekte iPro-N“ vorgestellt. Unter intelligenten Produkten verstehe man die Kombination von Ingenieurwesen und Informatik, wie Koordinator Markus Mebben von der Emsland GmbH erklärte. Ziel des neuen Projektes ist es wiederum, kleine und mittlere Unternehmen von der Konzeptentwicklung bis zum Prototypen mit Expertenrat und finanzieller Förderung zu unterstützen. Für den ersten Kreisrat Martin Gerenkamp ist es wichtig, dass gerade die kleinen und mittleren Unternehmen hier wettbewerbsfähig bleiben. Er sieht hier noch „erhebliche Optimierungspotenziale“.

Bereitschaft zu grenzübergreifender Arbeit muss gegeben sein

Auf deutscher Seite können sich Betriebe aus dem Weser-Ems-Gebiet sowie dem Münsterland an dem Projekt beteiligen. Interessierte Unternehmen müssen in diesem Projektgebiet angesiedelt und zu einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bereit sein. iPro-N ist in fünf Module unterteilt, wie Mebben erläuterte. Je nachdem, in welcher Phase sich eine Innovation gerade befindet, ist es möglich, auch ein oder mehrere Schritte zu überspringen. Die maximale Fördersumme kann dabei insgesamt bis zu knapp 60.000 Euro je Neuentwicklung betragen. Die Machbarkeitsstudie sowie der Bau eines Prototypen muss für hiesige Betriebe in Zusammenarbeit mit niederländischen Partnern erfolgen. Weiterführende Informationen erhalten Sie unter www.ipro-n.eu oder bei der Emsland GmbH.