Ein Artikel der Redaktion

Ausschussmehrheit stimmt zu Maststall für 30.000 Hähnchen in Sustrum geplant

Von Aloys Schulte | 01.12.2015, 20:23 Uhr

Ein Landwirt möchte in Sustrum einen Hähnchenmaststall für rund 30000 Tiere errichten. Nach kontroverser Diskussion hat der Bau- und Umweltausschuss der Samtgemeinde (SG) Lathen dem Vorhaben mit Mehrheit zugestimmt und sich für eine Änderung des Flächennutzungsplanes (F-Plan) ausgesprochen.

Der F-Plan war 2012 nach langer Vorbereitung aufgestellt worden. Ziel war es, Sonderbauflächen für Tierhaltungsanlagen auszuweisen. Damit sollten einerseits die Entwicklungsmöglichkeiten von Vollerwerbslandwirten sichergestellt und andererseits ein Wildwuchs an Tierställen verhindert werden. In Absprache mit den bäuerlichen Betrieben und den sechs Mitgliedsgemeinden der SG wurden sogenannte Baufenster für die Errichtung von Ställen festgelegt. Der Landwirt in Sustrum hält bereits 12000 Legehennen und wollte nun an der Stelle auch den Maststall für Hähnchen bauen. Ein Gutachten ergab jedoch, dass dies mit den Bestimmungen des Emissionsschutzes nicht vereinbar gewesen wäre.

Grundstückstausch nicht möglich

Die Gemeinde bemühte sich daraufhin nach Angaben von Ausschussmitglied Heinz-Hermann Hoppe (CDU), Alternativen zu finden. Ein Grundstückstausch mit anderen Landwirten sei nicht möglich gewesen, sodass letztlich nur die Ausweisung eines neuen Baufensters übrig geblieben sei. „Wir haben lange hin und her diskutiert“, so Hoppe, der auch Bürgermeister von Sustrum ist. Der Standort nördlich der Neusustrumer Straße sei die einzig verbliebene Möglichkeit für eine Erweiterung und ein „zweites Standbein“ des Betriebes.

Hans Liesen von der SG-Verwaltung machte klar, dass sich die Gesamtflächen des Landwirtes für Stallbauten nicht vergrößern werde. Das im ursprünglichen „Fenster“ für eine Erweiterung vorgesehene Areal werde wieder zu Ackerland. Dafür werde nur Ersatz geschaffen.

„Hähnchenmast passt da nicht hin“

August Kock (CDU) sagte, dass ihn die Standortwahl „ein wenig störe“. Eine Ausbreitung von Ställen in der Landschaft solle doch durch die Festlegung von Baufenstern gerade verhindert werden. „Außer Natur ist da bislang nichts“, so Kock. Deshalb passe „Hähnchenmast da eigentlich nicht hin“.

Sein Fraktionskollege Heiner Bojer wies dagegen darauf hin, dass es nicht vorrangiges Ziel des F-Planes sei, Ställe grundsätzlich zu verhindern, sondern den Betrieben Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten. „Wir stehen bei den Landwirten im Wort“, so Bojer.

Diese Sicht unterstützte Johannes-Georg Schubert (CDU). Wenn ein Emissionsschutzgutachten eine Erweiterung an einem Standort nicht zulasse, müsse man die Baufenster auch wieder ändern können. Der F-Plan sei schließlich nicht „in Zement gegossen“.

Gegen die Änderung des F-Plans sprach sich Ernst Kock von der SPD aus. Man dürfe die Änderung von Baufenstern den Landwirten nicht zu einfach machen. Er stellte zudem die Frage, warum in einem ausgewiesenen Baufenster „plötzlich nichts mehr geht“.

Bei der Abstimmung votierten sechs der zehn Ausschussmitglieder für die Änderung des F-Planes. Ernst Kock und Bärbel Funke (SPD) lehnten dies ab. Es enthielten sich August Kock und Heinz Niehaus (CDU).