Antrag der SPD/Grünen-Gruppe Rat Lathen: Debatte um Kulturzentrum und Opposition

Im rückwärtigen Teil dieses Gebäudes an der Marktstraße/Ecke Kolpingplatz soll ein neuer Anbau entstehen, um dort das Kulturzentrum zu beheimaten. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper/ArchivIm rückwärtigen Teil dieses Gebäudes an der Marktstraße/Ecke Kolpingplatz soll ein neuer Anbau entstehen, um dort das Kulturzentrum zu beheimaten. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper/Archiv

Lathen. In der Debatte um das Kulturzentrum in Lathen hat die CDU-Fraktion die grundsätzliche Arbeit der Opposition im Gemeinderat scharf kritisiert. Die SPD-Grüne-Gruppe wies die Vorwürfe zurück.

Auslöser der Diskussion in der jüngsten Gemeinderatssitzung war ein Antrag der Opposition mit dem Thema „Sachstandsbericht der Verwaltung zu den gegenwärtigen Verhältnissen und der Entwicklung des Kulturzentrums“ (wir berichteten). CDU-Ratsherr Jens Buss-Strotmann kritisierte die Arbeit der SPD-Grüne-Gruppe als nicht sehr konstruktiv. Er warf ihr vor, Misstrauen zu schüren. Zudem ginge es ihr nur um das „Dagegen-Sein-Wollen“. CDU-Fraktionsvorsitzender August Kock betonte, dass auch die SPD-Grüne-Gruppe den Wählerauftrag der Bürger habe, das Kulturzentrum umzusetzen. „Das wird von eurer Gruppe ignoriert“, sagte Kock.

Simon Reuter (SPD) ließ die Kritik an der Oppositionsarbeit nicht auf sich sitzen. „Ich haue mir nicht Stunden um die Ohren, weil mir langweilig ist“, erklärte Reuter im Hinblick auf seine Ratsarbeit. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass er im Gegensatz zur CDU-Fraktion „keine Verwaltung im Rücken habe, die mir hilft“. Im Antrag um die zusätzliche plattdeutsche Schreibweise auf Ortseingangsschildern etwa habe die CDU-Fraktion lediglich zwei Zeilen formuliert. Den Rest mache die Verwaltung, so Reuter weiter.

In der Debatte um das Kulturzentrum hatte die Opposition die Frage nach der „Planung und Durchführung von nicht-privaten Veranstaltungen“ aufgeworfen. Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber kündigte in seinem von der SPD-Grüne-Gruppe geforderten Sachstandsbericht an, geeignete Eventagenturen um entsprechende Angebote zu bitten. Er begrüßte die Beteiligung der SPD-Grüne-Gruppe, „die ja dieses Vorhaben ablehnt“ und die Mitarbeit eines der Mitglieder in einem entsprechenden Arbeitskreis.

Reuter betonte, dass die Gruppe nicht gegen das Zentrum sei, sondern dagegen, dass das vorgesehene Gebäude an der Marktstraße/Ecke Kolpingplatz dafür lediglich gemietet werde und sich nicht im Eigentum der Gemeinde befinde. Gruppenvorsitzende Anita Ludwig (SPD) erklärte, dass die Miete im vergangenen Jahr „wesentlich geringer“ gewesen sei als aktuell.

CDU-Fraktionschef Kock bestätigte, dass der Mietzins angehoben worden sei. Er verwies aber auch darauf, dass dies allen Ratsmitgliedern bekannt gewesen und in den entsprechenden Sitzungen auch so beschlossen worden sei.

(Weiterlesen: Lathener Kulturzentrum ohne Leadermittel)


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