Schreibweise noch nicht klar Debatte um plattdeutsche Ortsschilder in Lathen

Über die richtige plattdeutsche Bezeichnung für Lathen wird noch diskutiert. Der Ausschuss brachte „Loathen“ für eine mögliche Ergänzung auf den Ortsschildern ins Spiel. Grafik: NOZ/Heiner WittwerÜber die richtige plattdeutsche Bezeichnung für Lathen wird noch diskutiert. Der Ausschuss brachte „Loathen“ für eine mögliche Ergänzung auf den Ortsschildern ins Spiel. Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Lathen. Wird auf den Ortsschildern in Lathen bald außer der hochdeutschen Schreibweise der Gemeinde zukünftig auch eine Version auf Plattdeutsch stehen? Mit dieser Frage hat sich am Mittwoch intensiv der Bau- und Umweltausschuss auseinandergesetzt. Die CDU ist dafür, die SPD dagegen.

Der Diskussion vorausgegangen war eine Anregung der CDU-Fraktion im Gemeinderat, sich mit einer plattdeutschen Schreibweise auf den Ortseingangsschildern zu befassen. Bauamtsleiter Hans Liesen führte aus, dass sich die Verwaltung bereits mit möglichen Kosten beschäftigt hat. „Eine entsprechende Ergänzung der bestehenden Schilder mit einem plattdeutschen Ortsnamen kostet gut 250 Euro pro Schild.“ Der Größe der Schilder bleibe nach seinen Worten gleich. „Die neuen Ortstafeln kommen nicht zusätzlich, sondern anstelle der bisherigen“, machte Liesen zudem deutlich.

Ist „Loathen“ richtig?

Wie der Bauamtsleiter weiter mitteilte, geht er davon aus, dass rund 20 Schilder an den Ortseingängen eine plattdeutsche Ergänzung bekommen würden. „Dazu gehören auch Ortsteile wie Dünefehn, Wahn, Hilter oder Kathen-Frackel.“ Was indes laut Liesen noch nicht klar ist, ist die genaue Schreibweise der plattdeutschen Ortsnamen. Für Lathen wurde in der Sitzung „Loathen“ ins Spiel gebracht. „Ganz sicher ist das aber nicht. Das muss noch geprüft werden“, stellte der Bauamtsleiter klar.

„Welches Kind spricht denn noch platt?“

Wenig erwärmen für die plattdeutsche Ergänzung auf den Ortstafeln kann sich indes die SPD-Fraktion. „Natürlich begrüßen auch wir die Förderung und den Erhalt der niederdeutschen Sprache. Aber das Aufstellen solcher Schilder in Lathen halte ich für Symbolpolitik“, monierte Ausschussmitglied Simon Reuter. Dem Sozialdemokraten zufolge gebe es in Lathen keine entsprechende Sprachkultur. „Auf dem Hümmling ist das anders. Bei uns beherrschen aber vielleicht noch fünf Prozent die Sprache. Und welches Kind spricht denn noch platt?“

Symbolisch den Erhalt der Sprache fördern

Reuter stellte darüber hinaus klar, dass der SPD der Anlass fehlt. „Es wirkt aufgesetzt und repräsentiert nicht die Lathener Bevölkerung.“ Zudem habe der hochdeutsche Ortsname einen „tollen Klang und hat sich zu einer Marke entwickelt.“

Bettina Pieper von der CDU-Fraktion entgegnete, dass die plattdeutsche Sprache durchaus noch in Lathen verwurzelt sei. „Zu der Tradition sollten wir auch stehen.“ Zudem gebe es weitere Gemeinde wie Rhede, die solche Ortsschilder bereits erfolgreich aufgestellt hätten. „Solche Tafeln sollen symbolisch den Erhalt der Sprache fördern. Das sollte uns auch was wert sein“, so Pieper.

„Anderen Gemeinden nachzuäffen macht keinen Sinn“

SPD-Ausschussmitglied Ernst Kock erwiderte, dass es in Rhede ganz andere Strukturen gäbe. „Das ist nicht mit Lathen zu vergleichen. Anderen Gemeinden nachzuäffen macht keinen Sinn. Wir müssen das nicht haben“ Daniela Köttker, Oberinspektorin bei der Samtgemeinde, verwies indes darauf, dass gerade in Kindergärten und Schulen viel für den Erhalt der plattdeutschen Sprache gemacht werde. „Auch im Rathaus wird durchaus platt gesprochen. Besonders ältere Mitbürger freuen sich, wenn wir uns auf platt unterhalten können.“

Zum Ende der Debatte sollten die Aussschussmitglieder darüber abstimmen, ob die Verwaltung die Ausarbeitung, besonders die Ermittlung der richtigen Schreibweise sowie die Anzahl der Schilder, weiter vorantreiben soll. Die Mehrheitsfraktion der CDU setzte sich dabei mit fünf zu vier Stimmen gegen das Votum der SPD-Vertreter durch.


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