Porträt über Antonia Rehnen Künstlerin aus Neusustrum vor Film-Premiere

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Neusustrum/Groningen. Antonia Rehnen ist aufgewachsen in Neusustrum. Die 31-Jährige lebt und arbeitet seit Jahren in Groningen und hat gerade ein Crowdfunding Projekt erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Geld lässt sie ihre jüngste künstlerische Arbeit vertonen, einen Stop-Motion-Film mit historischen Fotos.

Bis zu ihrem 19. Lebensjahr hat Rehnen in Neusustrum gelebt. „Ich bin immer noch gerne zu Hause und freue mich auf das anstehende Schützenfest,“ sagt sie mit einem unverkennbar niederländischen Einschlag in der Zunge. Nach dem Abitur entschied sie sich zunächst für ein Studium der Philosophie in Kiel, brach es dann aber ab, arbeitete bei Nordland und reiste anschließend nach Japan und Afrika.

Verkauft an die Holländer

Von 2006 bis 2009 studierte die junge Emsländerin in Münster und schloss mit dem Bachelor of Arts in Kunstgeschichte und Archäologie ab. Sie überlegte, ob sie den Master auch noch an der WWU machen sollte, da begleitete sie eine Freundin zu einem Tag der offenen Tür an der Groninger Kunst-Akademie.

Da passierte es: „Dann bin ich verkauft an die Holländer – an die Offenheit der Niederländer, an das Chaos in der Kunstakademie“, erklärt die 31-Jährige. Die Atmosphäre dort habe sie sofort in den Bann gezogen. Es war nicht so formell und schick wie in Münster und persönlicher. Rehnen erfuhr viel Ermutigung, ihrer Passion zu folgen. Hals über Kopf habe sie Münster nach der Abgabe ihrer Bachelorarbeit damals verlassen und sei drei Monate lang „couchsurfend, mit Klamotten für jeweils eine Woche“ nach Groningen gezogen, erinnert sie sich.

Collage-Prozesse für Filme angewendet

Noch im September 209 schrieb sich die junge Frau bei der Autonome Beeldende Kunst an der Academie Minerva in Groningen ein und schloss dieses Studium 2013 mit dem Bachelor of Fine Arts in Stop-Motion Animation und Collage ab. Inzwischen lebt sie mit ihrem Freund, der ebenfalls Zeichner und Filmemacher ist, inmitten der Stadt in der nordöstlichsten Provinz der Niederlande.

Im ersten Jahr des Studiums an der Academie Minerva in Groningen mussten die Studenten alle Disziplinen kennenlernen. Damals hat Rehnen sich die Druckgrafik angeeignet, mittlerweile verfügt sie über eine eigene Presse und kreiert Arbeiten, die als Hintergrund für ihre Collagen und Animationsfilme dienen. Durch Zufall entdeckte Rehnen, wie unbeschwert und verspielt der Collage-Prozess sein kann und vor allem, wie leicht sie sich auf diese Art ausdrücken kann. „Ungefähr zeitgleich habe ich die Technik der Collage auf das Medium Film angewandt und so entstanden Stop-Motion Animationsfilme“, beschreibt Rehnen ihren künstlerischen Entwicklungsprozess.

Archivmaterial transformiert

Bereits für den Videoclip Going Back in Time von Town of Saints, 2014, nutzte die Künstlerin bestehendes Videomaterial. Als sie gefragt wurde, ob sie Interesse daran habe, Material aus Groninger Archiven zu verarbeiten, fand sie das „megagut“ und schrieb ein Storybord um zu verdeutlichen, was sie mit dem Film transportieren möchte: „Ein Tagtraum ohne Zeit und Raum“ – die Idee für ihr aktuelles Projekt „Memories wrapped in paper planes“ war geboren.

„Ich habe nicht nur Stop-Motion Animation mit Archivfilm abwechselnd benutzt, sondern das Archivmaterial aus den Jahren 1920, 1950 und 1960 zurück transformiert in 24 Bilder pro Sekunde“, erläutert die 31-Jährige. So schöpft sie aus dem Filmmaterial erneut Animationen und auf den gefalteten Papierflugzeugen ist bei genauer Betrachtung ein Film zu erkennen, der im Flug abgespielt wird.

Premiere am 23. August in Groningen

Mit dem Geld aus dem Crowdfunding und einer finanziellen Unterstützung durch den „kunstraad Groningen“, einer unabhängigen Stiftung, ist es Rehnen nun auch möglich, die Band Kinetophone mit dem Komponieren eines Soundtracks zu beauftragen. Premiere hat der Film mit begleitender Live-Musik am 23. August um 21.30 und um 23 Uhr während des Noorderzon Performing Arts Festival in Groningen.. Das Festival läuft vom 17. bis 27. August.

Mehr zu Antonia Rehnens Kunst unter www.antoniarehnen.net und unter www.voordekunst.nl/projecten/5788-memories-wrapped-in-paper-planes.


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