Leerstehende Geschäftshäuser Gemeinde Lathen will Wohnen im Erdgeschoss ermöglichen

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Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber sagte bei der Bauausschusssitzung, dass man sich mit Förderungen beim Einzelhandel auseinandersetzen müsse. Symbolbild: Jan-Hendrik KuntzeGemeindedirektor Karl-Heinz Weber sagte bei der Bauausschusssitzung, dass man sich mit Förderungen beim Einzelhandel auseinandersetzen müsse. Symbolbild: Jan-Hendrik Kuntze

Lathen. Weil der Leerstand von früheren Ladenlokalen zunehmend ein Problem darstellt, will die Gemeinde Lathen mit entsprechenden Bebauungsplanänderungen entgegenwirken. In leeren Räumen in Erdgeschossen soll nun auch gewohnt werden dürfen. Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde hat sich für einen entsprechenden Beschluss ausgesprochen.

Leerstand ist ein „allgemeines Problem“, sagte Johannes Eversmann vom Planungsbüro IPW aus Wallenhorst, der das Konzept bei der Sitzung des Ausschusses vorstellte. In Erdgeschossen(EG) von Ladeneinheiten gebe es zunehmend Leerstand, nicht nur in Lathen. Oftmals würden die Geschäftsleute keine Nachfolger finden, und das Wohnen sei dort im EG nicht oder nur eingeschränkt erlaubt. „Der Leerstand wird also manifestiert“, führte Eversmann weiter aus, dessen Überprüfung der Bereiche rund um den Markt sowie im alten Ortskern in Lathen in der Bau- und Umweltauschusssitzung im Mai 2016 in Auftrag gegeben worden war. Von den Änderungen betroffen ist zum einen der Bereich zwischen der Hauptstraße und Kleiner Esch beziehungsweise Marktstraße sowie das Gebiet zwischen Burg- und der Schmiedestraße. Eversmann erklärte weiter, dass die Bebauungspläne dort entsprechend geändert werden müssten, damit die Bereiche als Wohnraum genutzt werden können.

Ideen für Ansiedelung von Einzelhandel gesucht

Bettina Pieper (CDU) sagte, dass es zwar gut sei, wenn sich dort weiterhin Geschäfte ansiedeln würden. Da das aber nicht geschehe, sei es immer noch besser, dort Wohnraum zu ermöglichen. Auch Ingo Düttmann (CDU) bevorzuge daher die Umwidmung des Bebauungsplanes. Simon Reuter von der SPD/Grüne Gruppe dagegen bewertete das „Signal an die Bürgerschaft“ kritisch. „Der Beschluss sieht aus, als würde man zurückweichen.“ Gegen eine Förderung des Einzelhandels wie in der Gemeinde Sögel zur Wiederbelebung der Geschäftslandschaft sprach er sich ebenfalls aus. „Da halte ich nichts von“, so Reuter. Der Sögeler Gemeinderat hatte Mitte Februar beschlossen, einen monatlichen Mietzuschuss für Ladenlokalmieter zwischen 250 und 400 Euro zu gewähren. Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber dagegen sagte mit Blick auf Konzepte wie Jung-kauft-alt oder eben Förderung im Gewerbe: „Damit werden wir uns auseinandersetzen müssen“.

Der Bau- und Umweltausschuss hat sich abschließend einstimmig für den Aufstellungsbeschluss, also den Beginn des Verfahrens um den geänderten Bebauungsplan, sowie die öffentliche Auslegung ausgesprochen. Ob die Änderungen umgesetzt werden, entscheidet aber der Gemeinderat.


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