Entwicklung der Firma Intis Lathener Ladetechnik für Elektromobile nun in Bayern

Zu Füßen des Transrapids hat die Firma Intis die induktive Ladetechnik in Lathen entwickelt und will sie in Zukunft auch in dort fertigen, wenn der verkaufte Transrapid die Halle räumt. Foto: Maike PlaggenborgZu Füßen des Transrapids hat die Firma Intis die induktive Ladetechnik in Lathen entwickelt und will sie in Zukunft auch in dort fertigen, wenn der verkaufte Transrapid die Halle räumt. Foto: Maike Plaggenborg

Lathen. Die Firma Intis aus Lathen hat ihre kabellose Ladetechnik für Elektromobile nun zwei Mal nach Bayern ausgeliefert. Die Aufträge könnten demnächst mehr werden, wenn die Akzeptanz der Technik zunimmt. Der verkaufte und bald verfrachtete Transrapid könnte den nötigen Platz dafür schaffen.

Als „zeitlich gut getaktet“ bezeichnet Dr. Ralf Effenberger, Geschäftsführer der Firma Intis mit Hauptsitz in Hamburg, den Verkauf des Transrapid s im November 2016. „Wir brauchen den Platz“, sagt er, darauf gedrängt habe das Unternehmen allerdings nicht und hätte sich ohne die Versteigerung des Zuges anderweitig Raum geschaffen. Nun aber ist besiegelt, dass die Magnetschwebebahn die Halle an der Teststrecke in Kürze verlassen und künftig in Nortrup bei Osnabrück verweilen wird. Den Platz will Intis, die ein Tochterunternehmen des Teststreckenbetreibers IABG aus Ottobrunn bei München ist, nutzen, um kabellose Ladesysteme für Elektroautos zu fertigen, denn „die Entwicklung ist abgeschlossen“, sagt Effenberger.

E-Autos nach 30 Minuten „vollgetankt“

Beispiele in der Praxis finden sich bereits. Frisch nach Bayern ausgeliefert hat die Intis zwei von ihr umgebaute Fahrzeuge samt Schnellladesystemen , die sie dort auch installiert hat. An der Technischen Hochschule im niederbayerischen Deggendorf und – gleich in der Nähe – in Teisnach beim Unternehmen E-Wald können die beiden Autos jeweils im Parken laden. Die Ladezeit der Fahrzeuge ist mit 30 Minuten gegenüber vorherigen bis zu acht Stunden nun um ein Vielfaches gesunken, denn „das Ladegerät ist jetzt leistungsstärker“, sagt Effenberger, und das eingebaute Teil im Fahrzeug muss die schnellere Leistung entsprechend aufnehmen können. „ Vollgetankt “ lassen sich mit den Autos dann rund 100 Kilometer zurücklegen. Möglich macht das eine Platte im Boden und das entsprechende Gegenstück am Unterboden des umgerüsteten Mobils. Die obere Platte produziert ein Magnetfeld, die obere am Auto wandelt es in Strom um.

Nutzung für den Wirtschaftsverkehr

Geht es nach Effenberger, soll die Technik nicht im Bayerischen Wald allein genutzt werden, sondern vor allem im Wirtschaftsverkehr, also bei Paketdiensten oder Taxis innerhalb von Städten beispielsweise. Allerdings wolle keiner der erste sein. Sind die Nutzer skeptisch? „Ich würde eher von einer natürlichen Zurückhaltung sprechen“, sagt Effenberger und findet das nachvollziehbar. Man müsse seine eigene Überzeugung entwickeln und den Leuten deshalb auch zeigen, wie es funktioniere. Und das würde er außerdem gerne im Emsland machen. „Man muss es auch lokal demonstrieren“, sagt der Intis-Chef. Mit einem Elektrofahrzeug sei im Landkreis jedes Ziel erreichbar. Allerdings ist die Technik laut Effenberger für Nutzer noch recht kostspielig. Ab einer produzierten Stückzahl von circa 200 Ladesystemen pro Jahr gäbe es eine „erhebliche Kostenreduzierung“. In Lathen könnte diese Menge unter den aktuellen Bedingungen nicht produziert werden, auch wenn der Transrapid verfrachtet ist. Dennoch stehen die Zeichen derzeit auf Fertigungsvorbereitung. Bestellungen liegen zwar derzeit nicht vor, so Effenberger, und deshalb werde auch nicht im Vorfeld investiert. Ändern aber werde sich das, wenn die Akzeptanz der Technik zunehme.


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