Café und Herberge Gastronom aus Rhede bringt neues Leben in Hilter Mühle

Von Christian Belling


Hilter. Die Hilter Mühle in Lathen steht vor besseren Zeiten. Der Hotelbetriebswirt Patrick Bruns aus Rhede plant die Gastronomie und die Beherbergung an der historischen Mühle wiederzubeleben. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Hümmling unterstützt das Vorhaben des 33-Jährigen mit einem Zuschuss von 42.000 Euro.

„Die Finanzierung in Höhe von 120.000 Euro steht zwar, aber mit der Förderung können wir nun zügiger vorankommen“, erklärte Bruns am Mittwochabend auf der LAG-Sitzung in Renkenberge. Die Arbeiten haben bereits begonnen und sollen im kommenden Frühjahr weitestgehend abgeschlossen sein. Dabei werde das Historische aufgegriffen und mit modernen Elementen zusammengeführt. Bruns: „Eines ist klar: Die Mühle soll im Mittelpunkt stehen.“

Vorgesehen ist der Ausbau eines Café-Geschäftes mit einem Frühstücksangebot an den Wochenenden. Dieses soll erweitert werden mit Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Dabei will Bruns auf biologische und regionale Zutaten und Speisen besonderen Wert legen. Darüber hinaus sollen auch Feierlichkeiten wie Geburtstage, Jubiläen oder Hochzeiten mit historischem Ambiente möglich sein.

Der Hotelbetrieb soll durchgängig betrieben werden. Angestrebt wird eine Bio-Hotel-Lizenzierung, die dem Betreiber zufolge für die Region Hümmling und darüber hinaus einmalig wäre. Bei der Ausstattung und Einrichtung der Hotelzimmer soll auf natürliche Materialien zurückgegriffen werden.

Privates Projekt mit öffentlichem Charakter

Am Gebäude selbst seien energetische Maßnahmen erforderlich, erklärte Bruns. Dabei handelt es sich um Dämmmaßnahmen und den Austausch der Fenster. Auch der Außenbereich soll an Attraktivität gewinnen. Die großflächige Pflasterung werde entsiegelt und durch eine strukturierte Wegeführung modernisiert. Entfernt werde auch die Balkonverkleidung und durch eine offene Holzkonstruktion ersetzt.

„Für uns ist die Hilter Mühle eine Art Haus Bullerbü“, so der Familienvater in Anspielung auf die Kinderbücher von Astrid Lindgren. Mit dem neuen Angebot wolle er jede Altersgruppe ansprechen und so der Mühle neues Leben einhauchen. Für den LAG-Regionalmanager Ralph Deitermann stellt das Vorhaben ein ganz besonderes Projekt dar, welches ganz im Sinne des Leader-Gedankens stehe. „Es handelt sich hier um ein privates Projekt mit öffentlichem Charakter. Daher sind wir auch bereit, bei der Förderung einen Bonus zu gewähren.“ Anstelle eines Zuschusses von 30 Prozent werde daher ein fünfprozentiger Aufschlag auf 35 Prozent gegeben. Die LAG-Mitglieder folgten dem Vorschlag Deitermanns einstimmig.

„Es fehlte bislang vielfach das Drumherum“

Der Lathener Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU) freut sich über die Wiederbelebung der Mühle. „Da könnte sich etwas entwickeln, was weit über die Ortsgrenze hinausstrahlt.“ Dabei hat er auch verschiedene touristische Zielgruppen wie Fahrradfahrer, Wanderer oder Reiter im Visier. „Es fehlte bislang vielfach das Drumherum“, so Weber. So seien beispielsweise bislang bei Trauungen in der Mühle keine Getränke angeboten worden. „Das gehört einfach dazu.“

In dem Ausbau der regionalen Gastronomie sieht der Sögeler Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (CDU) ein regionales Anliegen, welches bei der LAG Hümmling richtig aufgehoben sei. „Es ist ein gutes Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit.“ Er habe bei dem Ausbau der Hilter Mühle ein gutes Gefühl. „Herr Bruns bringt den nötigen beruflichen Hintergrund mit und ist mit viel Elan und kompetenten Ideen unterwegs.“


Die Hilter Mühle ist im Jahr 1818 von Müller Johann Heinrich Dürken erbaut worden und war nach Verpachtungen, ab 1912 wieder im Besitz der Familie Dürken. Im Ersten Weltkrieg wurde die Hilter Mühle durch Windbruch zerstört. Der Mahlgang wurde seinerzeit mit einem Dieselmotor angetrieben. 1964 übernahm der Kreisheimatverein Aschendorf-Hümmling das Bauwerk und ließ es renovieren. 1973 beschädigte ein Orkan die Mühle. 1980 schlug der Blitz ein und zerstörte eine Flügelhälfte. Im Jahr 2002 schließlich wurde die Mühle für rund 200.000 Euro mit Fördergeldern umfassend saniert. Der angrenzende Gasthof entstand 1967 und wurde letztmals 1997 renoviert. Er bietet im Erdgeschoss eine Gaststätte und im Obergeschoss drei Doppelzimmer, zwei Einzelzimmer sowie ein Fremdenzimmer beziehungsweise Ferienwohnung, die auch von Familien genutzt werden kann.

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