Vergleich mit 2014 Lathener Energiegenossenschaft verdreifacht Negativergebnis

Über die aktuelle Lage der Lathener Energiegenossenschaft Nahwärme Emstal informierten Hans Germer (von links), David Scholz, Hans Albers, Karl-Heinz Weber und Otto Merkers bei der Generalversammlung. Foto: Maike PlaggenborgÜber die aktuelle Lage der Lathener Energiegenossenschaft Nahwärme Emstal informierten Hans Germer (von links), David Scholz, Hans Albers, Karl-Heinz Weber und Otto Merkers bei der Generalversammlung. Foto: Maike Plaggenborg

Niederlangen. Das Negativergebnis der Lathener Energiegenossenschaft Nahwärme Emstal hat sich 2015 im Vergleich zu 2014 mehr als verdreifacht. Schuld sind laut Vorstand unter anderem hohe Abschreibungen. Nun wird auch noch der Preis gesenkt.

Verglichen mit 2014 mit 419.000 Euro fiel das Jahresergebnis für 2015 mit 1,3 Millionen Euro viel höher aus. Das teilte der Vorstand bei der Generalversammlung in Niederlangen mit. Zusammen mit Fehlbeträgen der Vorjahre ergibt sich ein Gesamtminus von rund 3.020.000 Euro. Grund dafür seien Abschreibungen, also die Wertminderung von Vermögensgegenständen, erläuterte Hans Albers, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft sowie „weitere Ausbauschritte“ in 2014 und 2015.. Zum Vermögen der Genossenschaft gehört beispielsweise das Holzheizkraftwerk, das sogenannte ORC-Modul zur Stromerzeugung oder auch das Leitungsnetz. Jährlich muss das Unternehmen eine Million Euro abschreiben – Geld, das laut Albers nicht als Ausgabe zu sehen ist, sondern buchhalterisch vom Gewinn abgezogen werden muss. Hinzu kommen Zinsen und Tilgung von Fremdkapital, die die Nahwärme Emstal eG zu erwirtschaften habe.

Keine persönliche Haftung der Mitglieder

Daher komme der Fehlbetrag, so Albers, der zugleich betonte, dass die „persönliche Haftung der Mitglieder ausgeschlossen“ ist. Weiter sei die Genossenschaft „zu keiner Zeit zahlungsunfähig“ gewesen, und sie sei es auch derzeit nicht. „Die Verluste müssen in den nächsten Jahren durch Gewinne ausgeglichen werden“, sagte Albers weiter. Das sei nur durch die Erhöhung des Abwärmepreises möglich. Den aber senkt das Unternehmen ab dem 1. Januar 2016 – pflichtgemäß. „Die Preise sind von weltpolitischen Dingen abhängig“, erklärte Vorstandsmitglied Otto Merkers und meint damit die Preisentwicklung auf dem Wärmemarkt. Nach ihr richtet sich der Betrag, den die Genossenschaftsmitglieder zu zahlen haben.

Ölpreis hatte sich nicht erwartungsgemäß entwickelt

Zusätzlich negativ auf die wirtschaftliche Lage wirkte sich aus, dass die erwartete Ölpreissteigerung ab 2009 – dem Gründungsjahr der Genossenschaft – sich entgegen dem Trend der Vorjahre entwickelt hatte. Er sank, statt weiter zu steigen. Der niedrige Einstiegspreis für die Energieabnehmer der Genossenschaft bewegt sich damit weiter auf niedrigem Niveau, erklärte Albers auf Anfrage im Nachgang an die Generalversammlung. Ab dem 1. Januar 2017 sinkt der Preis gemäß der Anpassungsklausel um 6,5 Prozent, ergibt 5,35 Cent pro Kilowattstunde (kWh) plus gesetzlicher Mehrwertsteuer. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist das nicht gut, aber wir haben Vertragsgrundlagen. Deshalb muss der Preis so angepasst werden“, erklärte Merkers weiter.

Positives Ergebnis ab 2020 eingeplant

Ab 2020 plant der Vorstand mit einem positiven Ergebnis beziehungsweise einem Wert, der „annähernd gegen Null geht“. Albers zielt auf eine effizientere Arbeitsweise und zusätzliche Wärmeabgaben – etwa für Trocknungs- und Klimaanlagen, sagte Karl-Heinz Weber, Mitglied des Aufsichtsrates, der das Kontrollorgan der Genossenschaft ist und von bereits bestehenden Kontakten zu Klimaanlagenherstellern sprach. „Der Aufsichtsrat ist überzeugt von der planmäßigen Entwicklung“, so Weber. Auch die Genossenschaftsmitglieder stimmten der Arbeit des Vorstands in allen Punkten zu.


Die Energiegenossenschaft Nahwärme Emstal eG hatte mit Stand vom 31. Dezember 2015 509 Mitglieder mit 509 Anteilen. 2009 startete sie mit sechs Mitgliedern. Otto Merkers, ehrenamtliches Vorstandsmitglied, wird seinen Posten nun aus beruflichen Gründen abgeben. Weiter hauptberuflich im Vorstand arbeiten David Scholz und Frank van Berkum, der aber aus privaten Gründen um die Auflösung seines Vertrages gebeten hat. Zum Ausgleich wird Hans Albers mit einem nebenamtlichen Vertrag für die Genossenschaft tätig. Im kommenden Jahr sind Vorstandswahlen vorgesehen.

0 Kommentare