Zweiter Preis für Renaturierung Melstruper Beeke bekommt die „Bachperle“ 2016

Mitte September hatte sich die Jury des Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“ die Renaturierung der Melstruper Beeke angeschaut. Archivbild: Maike PlaggenborgMitte September hatte sich die Jury des Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“ die Renaturierung der Melstruper Beeke angeschaut. Archivbild: Maike Plaggenborg

Melstrup/Hannover. Die Sieger des diesjährigen Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“ stehen fest: Die Melstruper Beeke hat in der Kategorie Hauptamt den 2. Platz gemacht.

Eine der insgesamt sechs Bachperlen – drei für das Ehrenamt, drei für das Hauptamt – geht an den Unterhaltungsverband 102 „Ems III“. Das teilte das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz in einer Pressemitteilung mit.

Zur Entscheidung kam die Jury demnach wegen der „maximalen Win-win-Situation“: Der Lauf der Beeke ist verlegt worden. Dadurch seien acht Sohlabstürze umgangen worden und die Hochwasserentlastung weiterhin sichergestellt worden. Dennoch sei die Überflutungswahrscheinlichkeit der Aue im neuen Lauf berücksichtigt worden“, hieß es weiter in der Begründung. Ebenso sei die gute Öffentlichkeitsarbeit positiv ins Gewicht gefallen.

Erstmalig Sonderpreis

Erstmalig wurde in diesem Jahr der Sonderpreis der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung verliehen. Er ging an die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland für die „Naturnahe Umgestaltung des Fleckenbachs“ in Emsbüren.

Ausschlaggebendes Alleinstellungsmerkmal dieses Beitrages war die intensive Einbindung von Schülern als Maßnahme der Umweltbildung. Die Möglichkeit für Jugendliche, die Umwelt und Natur zu erfahren, ist ein wertvoller Beitrag für die Zukunft, da über das eigene Erleben der Themen eine nachhaltigere Wirkung erzielt wird, hieß es weiter in der Mitteilung. „Die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in ein praktisches Naturschutzprojekt ist uns einen Sonderpreis wert, und wir wünschen uns, dass sich viele Nachahmer finden“, ergänzt Sigrid Rakow, Vorstandsvorsitzende der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

Wettbewerb besteht seit 2010

„Die Beiträge belegen eindrucksvoll das große Engagement, das technische Können, die Kreativität und den generationenübergreifenden Ansatz, mit dem Gewässerprojekte in unserem Land vorangebracht und umgesetzt werden. Mit diesen Maßnahmen sind wir auf dem richtigen Weg, um die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie Schritt für Schritt umzusetzen“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne).

Der Gewässerwettbewerb wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens 2010 ins Leben gerufen und fand jetzt zum vierten Mal statt. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Gewässerentwicklung in Niedersachsen zu fördern, gelungene Projekte der Fließgewässerentwicklung öffentlich zu präsentieren und die Vorbildfunktion guter Projekte zu nutzen. Verschiedene haupt- und ehrenamtliche Teilnehmer aus Kommunen, Verbänden oder Vereinen reichten insgesamt 31 Beiträge für den diesjährigen Wettbewerb ein.

Veröffentlichung in Broschüre

Im September bereiste eine siebenköpfige Expertenjury dreizehn ausgewählte Projekte in ganz Niedersachsen. Die Bewertung der Beiträge erfolgte unter anderem anhand der ökologischen Wirksamkeit zur Verbesserung der Situation am Gewässer, der durchgeführten Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sowie den realisierten Kooperationen. Viele Beiträge des Wettbewerbs werden im nächsten Jahr in einer Broschüre veröffentlicht.