Werkstatt will Grundstück nutzen Lathen: Gegner der Hähnchenmist-Biogasanlage mit Vorschlag

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Lathen. Die Gegner der geplanten Hähnchenmist-Biogasanlage im Lathener Industriegebiet haben auf der Samtgemeinderat-Sitzung Alternativvorschläge für das reservierte Grundstück gemacht. Die Kfz-Werkstatt und Spedition de Boer will dort einen Prüfstand und eine Tankstelle betreiben.

Das kündigte Firmenchef Hans de Boer auf der Sitzung an. Gleichwohl habe er bisher noch keinen entsprechenden Antrag ins Rathaus gesendet, sagte de Boer. Mit der Initiative wollen er und andere Anlieger, insbesondere der deutsch-niederländische (Versand-)handel für Gartenmöbel Sens-Line S & S, die Anlage am jetzt geplanten Standort verhindern. Beide Unternehmen bekräftigten auf der Sitzung ihre Ankündigung, ansonsten ihren Unternehmenssitz aus Lathen weg verlagern zu wollen. Betroffen wären dann ihren Angaben nach 40 bis 50 Arbeitsplätze.

Etwa 15 Gegner der Hähnchenmist-Biogasanlage waren zur Sitzung gekommen und nutzen die Einwohnerfragestunde zur Kritik an der Anlage. Sie zweifelten an den angegebenen Anliefermengen, an der Zahl der angekündigten Arbeitsplätze und der Aussage, die geplante Luftfilteranlage würde die Geruchsemissionen weitgehend eliminieren.

Samtgemeinde-Bürgermeister Karl-Heinz Weber betonte, bisher sei das Grundstück lediglich bis Mitte Dezember 2016 reserviert, eine Entscheidung sei noch längst nicht gefallen und auch nicht absehbar, wie sie nach Abwägung aller Fakten aussehen werde. Sollte es einen Antrag auf Genehmigung im Rahmen des Bundesimissionsschutzgesetzes (Bimsch) geben, haben die Anlieger ausreichend Gelegenheit, ihre Bedenken zu äußern. Weber betonte auch, dass Anlieger in einem Industriegebiet Lärm, Gerüche und andere Immissionen in größerem Maße hinnehmen müssen als bei einem Gewerbegebiet.

SPD/Grüne: „Informationen vorenthalten“

Die SPD-Grünen-Fraktion stellte am Mittwoch in einer Mitteilung klar, dass bei der Abstimmung im nichtöffentlichen Teil der SG-Ratssitzung am 15. Dezember 2015 die Verwaltung bei einer Nein-Stimme lediglich beauftragt wurde, eine geeignete, ein Hektar große Fläche für die Firma Naenco zu suchen. „Dabei wurde das Industriegebiet an der A31 nicht erwähnt. Ebenfalls wurde den Ratsmitgliedern vorenthalten, dass es bereits seit 2012 starke Widerstände seitens der dort schon ansässigen Unternehmen vorhanden waren. Die Androhung von Konsequenzen wie Abzug von Arbeitsplätzen oder Firmenverlegungen wurden nie diskutiert. Wären diese genannten Punkte zum Zeitpunkt der Abstimmung im Rat bekannt gewesen, wäre es niemals zu diesem Abstimmungsergebnis gekommen.“


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