Ladetechnik vorgestellt Acht Stunden Fahrt mit dem E-Auto zur Intis nach Lathen

Die Firma Intis aus Lathen zeigte bei ihrem Tag der offenen Tür unter anderem, wie ein Auto mit Strom aus der Straße fährt. Foto: Maike PlaggenborgDie Firma Intis aus Lathen zeigte bei ihrem Tag der offenen Tür unter anderem, wie ein Auto mit Strom aus der Straße fährt. Foto: Maike Plaggenborg

Lathen. Wie sich Elektroautos während der Fahrt aufladen, zeigte die Firma Intis aus Lathen bei ihrem Tag der offenen Tür. Rund 55 Besucher kamen zur Versuchsanlage der ehemaligen Transrapid-Teststrecke, wo das Unternehmen seinen Sitz hat.

Gute acht Stunden hat Michael Dittmer mit seinem Elektroauto von Kiel bis nach Lathen gebraucht. Das war vor vier Wochen, als er mit der Gesellschaft zur Förderung der Magnetschwebetechnologie, dessen Vorsitzender er ist, in die Emsgemeinde gekommen ist. Dieses Mal nahm er seinen Erdgaswagen, und das zeigt bereits die Schwierigkeiten in Sachen Elektromobilität, die Geschäftsführer Ralf Effenberger an diesem Nachmittag anspricht. Die Reichweite der Batterien und die Ladedauer sind nach wie vor Hindernisse dieser Technologie.

Großes Interesse von Privatleuten an Technologie

Dennoch ist das Interesse groß am Prinzip Elektroauto, genauer gesagt, an der Nutzung im privaten Bereich. „Wie ist das mit dem Pendeln?“, fragt eine Besucherin, die täglich 100 Kilometer pro Strecke bewältigen muss, und Effenberger kommt erneut auf das Reichweitenproblem zu sprechen. Die Firma Intis testet in einer Halle des früheren Transrapid-Versuchsgeländes den Antrieb von Elektrofahrzeugen via magnetischer Stromübertragung aus der Straße. Und die Vorführungen dort zeigen, dass es funktioniert. Ein E-Mobil rollt langsam über die 25 Meter lange Teststrecke, ebenso eine Art Schlitten mit 15 Scheinwerfern, die bei Anschub durch Mitarbeiter aufleuchten, weil sie per Induktion kabellos mit Strom aus den Bodenplatten versorgt werden.

Für Privatleute könne die Ladung von Elektroautos zuhause dann interessant sein, wenn sie eine Solaranlage haben. Weil ein Speicher sehr teuer sei, könne der teilweise zuviel produzierte Strom direkt in die Autobatterie geleitet werden. Effenberger verbindet das Thema mit dem Prinzip Systemhaus, für das ein Energiemanagement nötig sei. Beispiel: „Heute abend will ich Wäsche waschen. Dann drücke ich auf einen Knopf an der Waschmaschine, und dann optimiert ein Systemhaus den Verbrauch“, erläutert der Firmenchef ein mögliches Szenario.

Ladung aus der Straße zunächst für Wirtschaftsverkehr

„Schon interessant“, sagt Gisela Möllerfrerk aus Rheine, die Urlaub in der Region macht und zwar gezielt zur Anlage gefahren ist, aber nur zufällig bei der Veranstaltung landete. „Ich würde auf jeden Fall ein Elektroauto kaufen“, sagt sie, auch vor dem Hintergrund, dass Volkswagen kürzlich Überlegungen zum Bau einer Batteriefabrik bekannt gab.

Effenberger dagegen sieht die Verwendung der Intis-Technologie vorrangig zunächst im Wirtschaftsverkehr - bei Paketdiensten etwa, erklärt er in einem Vortrag vor rund 25 Zuhörern, von denen einer fragt: „Wie ist das mit dem Elektrosmog?“ Effenberger verweist auf gesetzliche Vorgaben. „Da gibt es Grenzwerte. Die gelten für uns wie für jedes andere Haushaltsgerät auch“. Die magnetische Belastung des Menschen müsse klein gehalten werden und Funkstörungen dürfe es zudem auch nicht geben.

Die Firma Intis hat ihren Sitz in Hamburg. In der Betriebsstätte in Lathen sind 19 Mitarbeiter tätig. Viele von ihnen sind Mitarbeiter der früheren Versuchsanlage, die vom Münchener Mutterkonzern IABG betrieben wurde.


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