Irritationen wegen der Kosten Stromtankstelle beim Lathener Rathaus in Betrieb

Von Aloys Schulte

Die sechste Stromtankstelle der EWE im nördlichen Emsland ist in Lathen in Betrieb genommen worden. Als „Tankwart“ betätigte sich Georg Raming-Freesen. Auf dem Foto (von links) Heinz Kremer, Gerd Niemann (EWE), Karl-Heinz Weber, Luise Redenius-Heber, Heinrich Ahrens, Heiner Bojer und Michael Diekmann (EWE). Foto: Aloys SchulteDie sechste Stromtankstelle der EWE im nördlichen Emsland ist in Lathen in Betrieb genommen worden. Als „Tankwart“ betätigte sich Georg Raming-Freesen. Auf dem Foto (von links) Heinz Kremer, Gerd Niemann (EWE), Karl-Heinz Weber, Luise Redenius-Heber, Heinrich Ahrens, Heiner Bojer und Michael Diekmann (EWE). Foto: Aloys Schulte

Lathen. Beim Rathaus in Lathen ist jetzt die sechste Stromtankstelle der EWE im nördlichen Emsland für Elektroautos in Betrieb genommen worden. Die Gemeinde wurde allerdings von der Ankündigung überrascht, dass die Kunden ab dem 1. Mai für den Strom zahlen müssen.

Lathen. Nach Angaben von Gerhard Niemann, EWE-Kommunalbetreuer für die Region Cloppenburg/Emsland, wurden alle Kunden, deren Zahl im „niedrigen zweistelligen Bereich“ liege, über die künftige Kostenpflichtigkeit informiert. Der Gemeinde als „Contracting-Partner“ sei dies allerdings nicht mitgeteilt worden.

Um Elektromobilität zu fördern, habe EWE bislang die Stromtankkarte kostenlos zur Verfügung gestellt. Im vergangenen Jahr sei ein starker Anstieg der Frequenz an den Ladesäulen festgestellt worden. Deshalb könne die Karte nicht länger kostenfrei abgegeben werden.

Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber machte bei der Freischaltung der E-Tankstelle keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Die Verhandlungen mit der EWE hätten bereits Ende 2014 begonnen, der Vertrag sei dann im Juli 2015 unterschrieben worden. „Ich habe immer wieder verkündet, dass die Kunden zumindest vorläufig kostenlos tanken können“, so Weber. Die Station werde im Auftrag der Gemeinde betrieben, die dafür in den kommenden fünf Jahren rund 10.000 Euro zahlen müsse. Er hätte sich gewünscht, dass so grundsätzliche Veränderungen den Partnern mitgeteilt worden wären.

Die EWE übernehme im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages die Wartung der Tankstelle, nötige Reparaturen und, falls erforderlich, auch technische Umrüstungen.

Jahreskarte für 120 Euro

Wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mitteilte, können EWE-Energiekunden zum Preis von 120 Euro pro Jahr oder 30 Euro für 30 Tage eine Ladekarte erwerben. Für Kunden, die keinen Vertrag mit der EWE haben, werden 240 Euro fällig. Mit den Karten könne die gesamte Infrastruktur der EWE sowie die der Roaming-Partner ladenetz.de und GreenFlux in den Niederlanden genutzt werden.

Zudem biete der Energieversorger einen Direktzugang per SMS an. Damit werde jedem Kunden stundenweise der Zugang zu den Ladesäulen auch ohne vertragliche Bindung an die EWE ermöglicht. Die Kosten pro Stunde Ladezeit belaufen sich auf 3,90 Euro. Diese Möglichkeit richte sich insbesondere an Nutzer, die nicht aus der Region kämen.

Der Oldenburger Energieversorger unterhält zurzeit zwei Stromtankstellen in Papenburg und jeweils eine in den Gemeinden Werlte, Sögel und Heede sowie jetzt auch in Lathen.

Geladen werden die Elektrofahrzeuge mit Wechselstrom. Die „Tankdauer“ liegt je nach Fahrzeugtyp und Kapazität der Batterie zwischen einer und sieben Stunden.