Bürgerversammlung mit Betreiber Zwei Windräder in Renkenberge werden kleiner als geplant

Die Anlagen im Windpark Renkenberge sollen repowert werden. Foto: Birgit WaterlohDie Anlagen im Windpark Renkenberge sollen repowert werden. Foto: Birgit Waterloh

Renkenberge. Seit 18 Jahren drehen sich die Rotoren im Windpark Renkenberge/Fresenburg. Jetzt will der Betreiber, die BVT Holding aus München, die Anlagen repowern. Der Aufstellungsplan wurde zwischenzeitlich überarbeitet und auf einer Bürgerversammlung in Renkenberge vorgestellt.

Hintergrund: Die Einwohner haben Einwände und zudem gibt es Beschwerden über die Lärmbelästigung durch eine bestehende Windkraftanlage. „Wir dürfen die Anlagen nicht dichter an das Dorf heranbringen“, sagte Bürgermeister Heiner Bojer (CDU): „Man muss hier auch noch leben können“, stellte er klar. Auf den ursprünglichen Plan hin habe man „keinen Beifall geklatscht.“

Die von BVT-Geschäftsführer Claus-Eric Gärtner vorgestellte Variante beinhaltet für den nordwestlichen Windparkteil keine Änderungen. Dort sollen vier neue Anlagen mit 159 Meter Narbenhöhe entstehen. Dabei handelt es sich um Neuentwicklungen des Unternehmens Enercon mit einer Leistung von 4,2 Megawatt (MW). Eine der aktuell sieben kleineren Windkraftanlagen dort werde unter Umständen bestehen bleiben, sagte Gärtner.

25 Prozent weniger Leistung

Aufgrund der Einwände seitens der Gemeinde sei der südöstliche Teil des Parks angepasst worden. Konkret bedeute dies, dass zwei Anlagen, die dem Dorf zugewandt liegen, in der Größe zurückgenommen werden. Dabei erfolgt laut Gärtner eine Absenkung von ursprünglich 141 Meter auf 115 Meter bzw. von ursprünglich 159 Meter auf 92 Meter Höhe. Das sei für die Betreiber durchaus mit Verlusten verbunden. 30 Meter Höhenreduzierung gehe mit einem Rückgang von 25 Prozent der Leistung einher, machte Gärtner deutlich. Dies hat Bojer zufolge auch Auswirkungen auf den Gemeindeetat. „Wir verzichten damit auf etwa 600.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen in den kommenden 20 Jahren.“

Die elf Anlagen, von denen drei bereits vor fünf Jahren errichtet wurden und bestehen bleiben, sollen nicht näher als deren dreifache Höhe an die Bebauung herangebracht werden. Damit betragen die Abstände zwischen 600 und 700 Metern.

Lärmbelästigung

Von Anwohnerseite gab es Kritik an der Lärmbelästigung durch eine der neueren drei Megawatt-Anlagen. Hier versprach Enercon-Vertriebsmitarbeiter Andreas Wahls eine Nachrüstung. Durch das Anbringen von Zacken an den Rotorblättern, werde die derzeit entstehende große Windturbulenz in viele kleinere zerteilt. „Dadurch wird die Anlage bedeutend leiser“, so Wahls. Er stellte eine Nachrüstung in diesem Jahr in Aussicht.

Prototyp soll zum Einsatz kommen

Wie Wahls weiter sagte, ist das Aufstellen eines Prototyps, wie er auch in Renkenberge zum Einsatz kommen soll, in absehbarer Zeit geplant. Die Schallemissionen müssen dabei an drei verschiedenen Windstandorten ermittelt werden. „Je höher die Anlage, desto höher der Schallpegel“, gab Wahls zu. Im Vergleich zur Leistungssteigerung seien die Anlagen aber leiser geworden. Außerdem werde mit Zunahme der Größe auch der Abstand erhöht. Technische Finessen wie ein leichtes Drehen der Rotorblätter aus dem Wind könne ebenfalls den Schallpegel herabsetzen. Alternativ könne eine Anlage in der Leistung zurückgefahren werden, was jedoch die Erträge reduziere.

Hinsichtlich des Schattenwurfes seien für jede Wohnbebauung konkrete Berechnungen anzustellen. Bei einem Schattenwurf von mehr als 30 Minuten pro Tag komme es automatisch zu einem Abschalten der Anlage, so Gärtner

Beteiligungsangebot für Bürger

Für Diskussionen sorgten auch die Bestrebungen der Windpark Fresenburg-Renkenberge GmbH (WFR), deren Mitglieder eigenen Angaben zufolge über rund 60 Prozent der Flächen des Windparks verfügen. WFR-Gesellschafter Hermann Kaiser deutete „ernsthafte Verhandlungen“ mit der BVT an. Demnach solle es ein Beteiligungsangebot für alle Grundstückseigentümer und möglicherweise auch für Bürger geben. Ein entsprechendes Projekt werde vom Landvolk begleitet.

Gärtner wollte dazu nicht Stellung nehmen. Er warnte aber davor, das Dorf in Bauern und Bürger zu teilen. Es sei für alle auch jetzt möglich, sich an dem Windpark zu beteiligen. Etwa 20 Privatanleger aus Lathen seien aktuell bereits Gesellschafter von BVT-Anlagen.

Noch haben nicht alle Grundstückseigentümer die Anpassungen der Verträge unterschrieben. Gegebenenfalls werde man weniger Anlagen bauen, sagte Gärtner.


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