Frösche mögen es nicht schattig Bericht zum Kapellenmoorgraben in Niederlangen


Lathen/Niederlangen. Das naturbelassene, rund 50 Hektar große Areal im Bereich Kapellenmoorgraben in Niederlangen, hat sich nicht so entwickelt, wie gewünscht. Es wird überlegt, dort durch entsprechende Pflegemaßnahmen Wildwuchs wieder zu beseitigen.

Es hat sich herausgestellt, dass die Artenvielfalt in dem als Ausgleichsfläche für den Bau der A31 geschaffenen Schutzgebiet in den vergangenen zehn Jahren ab-, statt zugenommen hat.

Das geht aus dem Monitoringbericht (Beobachtung) für 2015 hervor, den Thomas Honnigfort vom Büro für Landschaftsplanung (Haren) am Dienstag im Bau- und Umweltausschuss der Samtgemeinde (SG) Lathen vorstellte. Nach seinen Angaben hat sich die Zahl der Amphibien in dem Gebiet im Vergleich zu 2007 deutlich verringert.

Den Tieren ist es zu kalt

Die Population der Grasfrösche habe um mehr als die Hälfte abgenommen, Erdkröten seien überhaupt nicht mehr gefunden worden. Durch Bäume und Sträucher an den Gewässern und Gräben lägen weite Uferbereiche im Schatten, so Honnigfort. „Das ist den Tieren einfach zu kalt.“ Insgesamt sei festzustellen, dass die Ausbreitung von Gehölzen „problematisch für die Etablierung einer artenreichen Tierwelt“ sei.

Nicht optimal sei die derzeitige Situation auch für den Brachvogel, das Teichhuhn und die Reiherente. Gut entwickelt habe sich dagegen das Vorkommen von Buchfink, Zaunkönig und Feldsperling.

„Es wird definitiv ein Wald entstehen“

Als Fazit stellte Honnigfort fest, dass es durchaus möglich sei, „die Natur sich selbst zu überlassen“. Dies habe aber die im Bericht abzulesenden Konsequenzen. „Es wird dort definitiv ein Wald entstehen.“ Wenn dies nicht gewollt sei, könnten durch Pflegemaßnahmen wie das Entfernen von Sandbirken, Späten Traubenkirschen und des Japanischen Staudenknöterichs „Offenlandstandorte“ erhalten werden.

Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass es Eingriffe wohl geben müsse. Ernst Kock (SPD) bezeichnete die dargestellte Lage als „enttäuschend“. Das Schutzgebiet helfe den Arten augenscheinlich nicht. Paul Thien (CDU) stimmte dem zu. „Wir müssen etwas machen, vor allem wegen der Traubenkirsche. „Es ist dort nicht das entstanden, was wir uns vorgestellt haben.“

Johannes-Georg Schubert (CDU) wies darauf hin, dass viele Arten offene Flächen wünschten. Diese würden von den Landwirten auf ihren Äckern durch das Mähen geschaffen. Das sei auch im Gebiet Kapellenmoorgraben angesagt. Sein Fraktionskollege August Kock regte an, für die „Rückführung der Vegetation“ zum Beispiel auch Schafe einzusetzen.

SG-Bürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU) betonte, alle möglichen Maßnahmen müssten vorher mit dem Landkreis als der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Auch er sehe aber den Handlungsbedarf, um eine „Kulturlandschaft“ zu erhalten, die im Wesentlichen von den Landwirten geschaffen worden sei.

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