Reden baue Angst vorm Sterben ab Diskussion über „Sterben in Würde“ in Oberlangen

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Gesprächsgäste waren Dr. Bernhard Schlichter (von links) Marie Claire de Graaf-Schram, Gitta Connemann, Sandra Garbs, Petra Conen und Michael Strodt. Foto: Andrea SchmeesGesprächsgäste waren Dr. Bernhard Schlichter (von links) Marie Claire de Graaf-Schram, Gitta Connemann, Sandra Garbs, Petra Conen und Michael Strodt. Foto: Andrea Schmees

Oberlangen. Ängste zum Thema Sterben könnten durch Gespräche abgebaut werden. Mit diesem Plädoyer endete die öffentliche Diskussionsveranstaltung zum „Sterben in Würde“ in Oberlangen.

„Die Geschäftemacherei mit dem Tod lehnen die Politiker ab“, sagte die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU), die die Diskussionsveranstaltung zum Thema „Sterben in Würde“ moderierte. Sie stellte zunächst den aktuellen Stand der Diskussion zur Sterbehilfe im Deutschen Bundestag vor. Sie berichtete, dass es derzeit 2,6 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland gebe. Auf politischer Ebene wird zum Ende dieses Jahres im Deutschen Bundestag die Entscheidung zur gesetzlichen Regelung von assistiertem Suizid fallen.

Argumente aus verschiedenen Richtungen

Zur anschließenden Diskussionsrunde, zu der der CDU-Ortsverband Nieder-/Oberlangen eingeladen hatte, gehörten Vertreter der Palliativmedizin, der Kirche, des Hospiz-Bereichs sowie eine Bürgerin, die in den Niederlanden aufwuchs und die Sichtweise des Nachbarlandes für die Diskussion vorstellte.

„Was bedeutet Sterben in Würde für mich?“, fragte Connemann in die Runde. Petra Conen, Fachärztin für Allgemein- und Palliativmedizin am Palliativstützpunkt nördliches Emsland im Hümmling Hospital Sögel, betonte, dass Sterbebegleitung und nicht Sterbehilfe erfolgen sollte. Marie Claire de Graaf-Schram, deren Vater in den Niederlanden als Arzt arbeitete, berichtete über die aktive Sterbehilfe, die unter mehreren Voraussetzungen in den Niederlanden möglich sei.

„Ein Arzt muss Leben retten“

Dr. Bernhard Schlichter, 1. Vorsitzender der Hospizgemeinschaft Haren/Lathen, widersprach dieser Haltung deutlich. „Ein Arzt muss Leben retten“, sagte er und sprach sich für die Strafbarkeit der aktiven Sterbehilfe auch in Zukunft aus. Michael Strodt, Pastoralreferent und Seelsorger vom Hümmling Hospital Sögel, machte die Zuhörer nachdenklich. „Es ist keine einfache Frage, und natürlich wäre es schön, wenn es eine Antwort gäbe.“ Jeder solle sich den Fragen zum Thema Sterben stellen. „Nichts kann das Gespräch ersetzen“, sagte Michael Strodt in der Diskussionsrunde. Moderatorin Connemann unterstützte den Seelsorger in seiner Haltung: „Das persönliche Gespräch mit vertrauten Personen ist sehr hilfreich, um Ängste abzubauen und Wünsche zu erfahren. Es ist daher wichtig, sich dem emotionalen Thema zu stellen und gemeinsam darüber zu sprechen“.

Des Weiteren wurden die Themen Patientenverfügung, Versorgungsvollmacht und Betreuungsverfügung angesprochen.


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