Landkreis sucht Aufnahmekonzept Emsland muss mit mehr Asylbewerbern rechnen

Von Juliane Horn

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Lathen. Allein in diesem Jahr hat der Landkreis Emsland bisher insgesamt 695 Menschen aufgenommen. Weil die Flüchtlingszahlen aber weiter ansteigen, muss die Aufnahmequote laut Landesaufnahmebehörde nun schon bis Ende des Jahres – statt bis Sommer 2015 – erfüllt werden.

Konkret bedeutet das für den Landkreis Emsland, dass bis Jahresende noch 179 Asylbewerber mehr als bisher geplant aufgenommen werden müssen. Das teilte Dr. Sigrid Kraujuttis, Leiterin des Sozialdezernates beim Landkreis, den Mitgliedern des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Integration in ihrer Sitzung am Donnerstagabend in Lathen mit. Darüber hinaus wies sie darauf hin, dass die Zahl der aufzunehmenden Asylbewerber auch im kommenden Jahr noch steigen werde. Demnach ist 2015 niedersachsenweit mit 18800 Antragstellern zu rechnen. Etwa 800 davon entfallen auf den Landkreis Emsland.

Der Großteil der Flüchtlinge, die in den Städten und Gemeinden von Papenburg bis Salzbergen untergebracht werden müssen, kommen derzeit aus Syrien, Albanien und Serbien (siehe Grafik). Nach aktuellem Stand haben aber lediglich die Einheitsgemeinde Emsbüren und die Samtgemeinde Dörpen in diesem Jahr schon mehr Asylbewerber aufgenommen, als ihnen zugewiesen worden sind. Alle anderen müssen damit rechnen, dass die Zahl der noch Aufzunehmenden nun nach oben korrigiert wird.

Die Hauptsorge des Landkreises ist nach Angaben der Sozialdezernentin dabei der Kostenfaktor. Für Unterbringung und Versorgung zahlt das Land 2014 eine Pauschale von 5932 Euro pro Person. „Dies ist ein schon jetzt nicht mehr auskömmlicher Betrag“, wird Landrat Reinhard Winter dazu in einer Pressemitteilung des Landkreises zitiert. Zwar plane das Land, diesen Betrag 2015 anzuheben , allerdings seien durch steigende Kosten für Wohnraum, Nahrung und medizinische Versorgung auch steigende Defizite zu erwarten.

Um den Belangen der Asylbewerber und Flüchtlinge in Zukunft besser gerecht werden zu können, strebt der Landkreis Emsland nun an, eine „Steuerungsgruppe Asyl“ zu bilden. Dafür hat sich der Ausschuss in seiner Sitzung einstimmig ausgesprochen. Die Arbeitsgruppe soll künftig gewährleisten, Flüchtlinge informieren, beraten und betreuen zu können. Dafür strebt der Landkreis noch für Anfang Dezember Gespräche mit den emsländischen Städten, Samtgemeinden und Gemeinden an. Im Januar soll das Vorhaben dann mit Vertretern der Kirchen, Bildungsträger und Wohlfahrtsverbände besprochen werden. Durch die Vernetzung kann laut Kraujuttis schließlich das dringend benötigte Aufnahmekonzept für das Emsland entwickelt werden.