Generalversammlung in Lathen Volksbank Emstal kritisiert Regulierungswut der Politik

Von Aloys Schulte

Gute Zahlen für das Jahr 2013 präsentierten (von links) Wilfried Freerks, Bernhard Gerdes und Hermann Schlömer auf der Generalversammlung der Volksbank Emstal in Lathen. Foto: Aloys SchulteGute Zahlen für das Jahr 2013 präsentierten (von links) Wilfried Freerks, Bernhard Gerdes und Hermann Schlömer auf der Generalversammlung der Volksbank Emstal in Lathen. Foto: Aloys Schulte

Lathen. Mit deutlichen Worten haben die Vorstände der Volksbank Emstal, Wilfried Freerks und Hermann Schlömer, die „politische Regulierungswut“ im Bankensektor kritisiert. Es sei absolut nicht nachvollziehbar, dass alle Geldinstitute „in einen Topf geworfen“würden, so Schlömer. Am härtesten getroffen würden Volksbanken und Sparkassen, „die keine Milliarden verzockt haben“.

Auf der Generalversammlung in Lathen bezeichnete Schlömer die zahlreichen neuen Vorschriften als „konkrete Belastung“ gerade für die kleineren Banken. Es müssten „Berge von Formularen“ ausgefüllt werden. Dies koste die Berater zusätzliche Zeit und verursache einen hohen Kostenaufwand.

Freerks wies darauf hin, dass die genossenschaftlich organisierten Volksbanken schon immer solide gewirtschaftet hätten. Seit 80 Jahren gebe es zudem eine Sicherungseinrichtung, die bislang von politischer Seite viel zu wenig Anerkennung finde. Außerdem seien es die kleinen Geldinstitute, die zum Beispiel Vereine und gemeinnützige Organisationen in den Gemeinden finanziell unterstützten. Die Volksbank Emstal habe 2013 rund 50800 Euro dafür zur Verfügung gestellt.

Trotz der beschriebenen Probleme stehe die Bank insgesamt sehr gut da, so Freerks. Die Bilanzsumme hat sich nach seinen Angaben im Jahr 2013 auf 444 Millionen Euro erhöht. Zuwächse gab es bei mittel- und langfristigen Krediten (348 Millionen Euro) und bei den Kundeneinlagen (243 Millionen Euro). Auch das Eigenkapital stieg Freeks zufolge im vergangenen Jahr von 40 auf 44 Millionen Euro. Unter dem Strich haben die 90 Mitarbeiter, davon neun Auszubildende, einen Jahresüberschuss von 2,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Davon werden jeweils 900000 Euro in die gesetzliche und in freiwillige Rücklagen überführt. Die Volksbank Emstal mit ihren drei Beratungszentren in Lathen, Haren-Rütenbrock und Dersum wird ihren rund 8000 Mitgliedern für 2013 eine Dividende in Höhe von sechs Prozent auf ihre Geschäftsguthaben auszahlen.

Der Aufsichtsratvorsitzende Bernd Gerdes hob auf der von rund 250 Mitgliedern besuchten Generalversammlung hervor, dass die Genossenschaftsbanken als zuverlässiger Partner für Firmen und Privatkunden immer mehr an Gewicht gewännen. Dies werde angesichts der Bankenkrisen inzwischen auch in anderen Ländern anerkannt.

Auch Lathens Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber betonte, der Genossenschaftsgedanke sei weder „verstaubt noch antiquiert“, sondern ein zukunftsweisendes Erfolgsmodell. Die zeige sich auch an den in Lathen gegründeten Energie- und Nahwärmegenossenschaften sowie an dem im Aufbau befindlichen Bürgerwindpark Emstal.