Nutzung von Baulücken Ortskern Lathen soll für Bauherrn attraktiver werden

Von Aloys Schulte

Für eine Verdichtung der Bebauung im Ortskern Lathen und neue Baugrundstücke im Wohnviertel „Dünefehn“ hat sich der Gemeinderat ausgesprochen. Foto: Dirk HellmersFür eine Verdichtung der Bebauung im Ortskern Lathen und neue Baugrundstücke im Wohnviertel „Dünefehn“ hat sich der Gemeinderat ausgesprochen. Foto: Dirk Hellmers

Lathen. Die Gemeinde Lathen steht wie andere Kommunen verstärkt im Wettbewerb um Neubürger. Deshalb billigte der Rat einstimmig die Erweiterung des Wohnquartiers „Dünefehn“ um rund 2,3 Hektar in südlicher Richtung. Zudem soll versucht werden, im Ortskern Lathens vorhandene Baulücken und Leerstände für zusätzliche Wohnungen zu nutzen.

Diese sogenannte Innenverdichtung hat laut Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber (CDU) das Ziel, die Attraktivität der Ortsmitte zu steigern und den Flächenverbrauch im Außenbereich zu verringern. Dazu soll im Rahmen einer Untersuchung ein Kataster darüber Auskunft geben, wo zurzeit nutzbare Baulücken vorhanden oder in den kommenden Jahren Leerstände zu erwarten sind.

Des Weiteren müssen aus Sicht Webers auch die Möglichkeit des Bauens in zweiter Reihe und die vereinfachte Zulassung von Mehrfamilienhäusern sowie mehrgeschossiger Gebäude in die Überlegungen einbezogen werden. Das Projekt solle als Grundlage einer mittelfristigen Planung dienen. „Es muss aber ganz klar sein, dass niemand enteignet oder gezwungen wird, auf seinem Grundstück künftig mehrgeschossig zu bauen oder Mehrfamilienhäuser zuzulassen“, so der Gemeindedirektor.

CDU-Fraktionschef August Kock zeigte sich überzeugt, dass Lathen mit dem Kataster „ein gutes Instrument“ an die Hand bekomme, um auf die Herausforderungen des demografischen Wandels angemessen zu reagieren. Der Sprecher der Gruppe SPD/Grüne, Ernst Kock, stimmte ihm zu: „Wir können alle sehr gespannt sein, was bei der Untersuchung herauskommt.“

Auch im Ortsteil Lathen-Wahn soll Weber zufolge auf die Wünsche von Bauwilligen eingegangen und die vorhandenen Lücken für eine Bauverdichtung genutzt werden. Dies sei vor allem an der Wahner Straße, aber „durchaus auch anderswo“ realisierbar. Um die Möglichkeiten für künftige Bauvorhaben auszuloten, werde ein Planungsbüro beauftragt. Ratsmitglied Heinz Niehaus (CDU) wies darauf hin, dass Lathen-Wahn früher „sehr landwirtschaftlich orientiert“ gewesen sei. Jetzt gebe es dort nur noch einen Hof. Deshalb sei eine Änderung der Vorschriften für Neubauten durchaus sinnvoll.

Die Erweiterung des Wohnviertels Dünefehn stellte Bauamtsleiter Hans Liesen vor. Angrenzend an die Straßen Schumannring sowie Bach- und Haydnstraße sind 23 Bauplätze vorgesehen. Sie haben eine Größe von rund 500 bis 700 Quadratmetern. Bei der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung für den Bebauungsplan seien keine Bedenken vorgebracht worden, die eine Realisierung infrage stellten.