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Die ersten drei Jungunternehmer im Gründerzentrum Emstal an der A31 Mode, Metall und Marketing

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Stoffe aus zertifizierter Öko-Baumwolle verwendet Modedesignerin Jessica Reyes Rodriguez (Zweite von links) für ihre Kollektionen, die sie im Gründerzentrum entwirft. Werbefachmann Thomas Fehrmann und Metallbaumeister Dirk Schomaker mit seiner Frau Annette wollen dort ebenfalls in die Selbstständigkeit durchstarten. Links Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber, rechts der Erste Samtgemeinderat Hans Albers und Niederlangens Bürgermeister Heinrich Schwarte. Foto: Aloys SchulteStoffe aus zertifizierter Öko-Baumwolle verwendet Modedesignerin Jessica Reyes Rodriguez (Zweite von links) für ihre Kollektionen, die sie im Gründerzentrum entwirft. Werbefachmann Thomas Fehrmann und Metallbaumeister Dirk Schomaker mit seiner Frau Annette wollen dort ebenfalls in die Selbstständigkeit durchstarten. Links Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber, rechts der Erste Samtgemeinderat Hans Albers und Niederlangens Bürgermeister Heinrich Schwarte. Foto: Aloys Schulte

Niederlangen. Sie war, wie sie selbst sagt, die „Mieterin der ersten Stunde“ im Gründerzentrum Emstal an der A31. Jetzt hat Jessica Reyes Rodriguez mit Thomas Fehrmann und Dirk Schomaker schon zwei Nachbarn in dem am 1. Oktober eingeweihten Gebäude. Platz ist dort noch für vier weitere Jungunternehmer, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen.

Rodriguez stammt aus Andalusien im Süden Spaniens und lebt in Meppen. Dort hatte die 33-jährige Modedesignerin bislang auch ein Atelier in ihrer Wohnung. Durch eine Freundin wurde sie auf das Gründerzentrum in der Samtgemeinde Lathen aufmerksam und entschloss sich sofort, dort ihren Firmensitz aufzumachen. „In der Wohnung war es doch ziemlich beengt, hier habe ich mehr Platz, meine Kreationen den Kunden zu präsentieren.“

Seit 1999 entwirft die gelernte Schneiderin Blusen, Oberteile und Jacken unter dem von ihr gegründeten Label „Queen and Princess“. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um Mode für Mutter und Tochter. Es geht dabei nicht um gewöhnlichen Partnerlook, sondern darum, bestimmte Elemente der Kleidung farblich und von der Gestaltung her aufeinander abzustimmen.

Das Besondere an den Kreationen sind die verwendeten Materialien. Es werden laut Reyes Rodriguez nur zertifizierte Naturstoffe (Bio-Baumwollqualität) verarbeitet, und auch bei den Farben hat Öko Vorrang. Für diese Geschäftsidee ist sie im November mit einem Preisdes Bundeswirtschaftsministeriums im Wettbewerb „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ ausgezeichnet worden.

Treffen mit Lagerfeld

Die Musterkollektionen entwirf und näht Reyes Rodriguez jetzt in Niederlangen. Auf Modemessen in ganz Deutschland und sogar in Paris war sie schon vertreten. In der französischen Hauptstadt ist ihr auch schon Karl Lagerfeld über den Weg gelaufen. Die Unterhaltung sei allerdings recht einseitig gewesen: „Der redet im Formel-1-Tempo.“

Reyes Rodriguez ist zuversichtlich, dass sich ihre Modemarke durchsetzen wird. Für 2011 plant sie, eine Mitarbeiterin einzustellen.

Design im weitesten Sinne ist auch das Metier von Thomas Fehrmann aus Haren. Der 26-Jährige entwickelt für seine Kunden Marketing und Werbekonzepte, auch für das Internet. Zu seinem Dienstleistungsangebot gehören zum Beispiel Entwürfe für Firmenlogos und Visitenkarten oder die Beratung von Unternehmen bei der Vermarktung neuer Produkte. „Von dem Gründerzentrum habe ich von Bekannten erfahren. Die Verhandlungen mit der Samtgemeinde verliefen sehr gut und reibungslos“, sagt der Werbefachmann.

Ein ausgewiesener Fachmann ist auch Dirk Schomaker, allerdings geht es bei ihm um ganz Handfestes wie schweißen und Metallbauarbeiten. Er kommt aus Niederlangen-Siedlung, das Gründerzentrum liegt also quasi vor seiner Haustür. Der 37-Jährige war bei der Metallbaufirma Sandker in Sögel Betriebsmeister und hat sich zusammen mit seiner Frau Annette (35) für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden. Sie wird künftig das Büro der neuen Firma führen. In der Produktionshalle wird Schomaker ab Januar die Reparatur landwirtschaftlicher Maschinen sowie unter anderem den Bau von Treppen, Geländern, Toren und Zäunen aus Metall anbieten.

Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber sieht das für rund 1,1 Millionen Euro errichtete Gründerzentrum Emstal auf einem guten Weg. Drei Mieter schon wenige Wochen nach der Eröffnung seien ein vielversprechender Anfang. Mit weiteren Interessenten laufen nach seinen Angaben Gespräche. Weber: „Die Zukunft der Samtgemeinde hängt auch davon ab, dass wir junge Leute mit Mut und Ideen überzeugen, sich bei uns anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen.“

Ein großer Pluspunkt ist für den Ersten Samtgemeinderat Hans Albers der niedrige Mietpreis von 1,50 Euro pro Quadratmeter. „Den könnten wir ohne die Erlöse aus der Fotovoltaikanlage aber gar nicht anbieten“, so Albers. Der auf dem Dach des Gebäudes auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern produzierte Strom wird ins Netz eingespeist und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet. Finanziell und für den Umweltschutz ein Gewinn, darin sind sich alle einig.

Weitere Infos bei der Samtgemeinde Lathen unter Tel. 05933/660 oder unter www.lathen.de im Internet.


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