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Landwirte müssen noch zustimmen Transrapidstrecke: Rückbau in Lathen ab Herbst möglich

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<em>Meterhohes Problem:</em> Wie teuer der Abriss der Transrapid-Strecke bei Lathen sein wird, hängt auch davon ab, ob die Rammpfähle komplett aus der Erde geholt werden müssen. Dutzende Landwirte sind von dieser Entscheidung betroffen. Foto: dapdMeterhohes Problem: Wie teuer der Abriss der Transrapid-Strecke bei Lathen sein wird, hängt auch davon ab, ob die Rammpfähle komplett aus der Erde geholt werden müssen. Dutzende Landwirte sind von dieser Entscheidung betroffen. Foto: dapd

Lathen. Die Transrapid-Versuchsstrecke steht seit Januar wie ein steinernes Denkmal auf Lathener Gelände. Die Verhandlungen mit dem Bundesverkehrsministerium über den Abriss der Strecke stehen nach Informationen unserer Zeitung vor dem Abschluss. Bereits in diesem Jahr könnten die Rückbauarbeiten beginnen. Allerdings müssen noch Dutzende Lathener Landwirte zustimmen.

Der Transrapid war ein Projekt der Superlative. Unglaublich schnell und ebenso teuer. Mehr als eine Milliarde an Steuergeldern flossen allein in die Planungsphase.

Teuer dürfte nach dem endgültigen Aus der Technologie in Deutschland auch der Abriss der emsländischen Versuchsstrecke werden. Die Verantwortlichen hüllen sich derzeit allerdings noch in Schweigen. „Das lässt sich jetzt noch nicht sagen“, erklärte gestern Ralf Effenberger, Chef der Transrapid-Versuchsanlage Emsland.

Informierte Kreise sprechen allerdings weiter von einem Betrag in Höhe von rund 40 Millionen Euro, der notwendig ist, um die Spuren des Milliardenprojektes zu beseitigen. Das Geld soll aus Bundesmitteln und damit aus Steuergeld finanziert werden. Eine Schlüsselposition nehmen in der Kostenfrage auch Dutzende Landwirte aus Lathen ein, auf deren Grund und Boden die Teststrecke gebaut wurde. Rund zwölf Meter tiefe Rammpfähle waren damals notwendig, um der Hochgeschwindigkeitsstrecke im emsländischen Moorboden einen sicheren Halt zu geben.

Dieses Gelände wurde allerdings nie verkauft, sondern von den Landwirten lediglich langfristig an die Streckenbetreiber verpachtet. Ob diese Stelzen ganz oder nur teilweise aus dem Erdreich entfernt werden müssen, beeinflusst ganz wesentlich auch die Kosten für den Abriss.

Weil es noch viele offene Fragen gebe, wollte sich Ralf Effenberger gestern auch nicht auf einen Zeitplan festlegen. Mit dem Einsatz von Baggern und schwerem Abrissgerät soll zwar in diesem Jahr nicht mehr begonnen werden, so Effenberger. Das schließe aber nicht aus, dass in den nächsten Monaten mit dem Abtransport von technischen Anlagenteilen begonnen werde. Nach unbestätigten Informationen sollen noch in diesem Jahr unter anderem die Fahrweg-Langstatorwicklung, die Station 1 und die Böenmesswand verschwinden. Im nächsten Jahr könnten demnach die Abbrucharbeiten an den Stelzen beginnen.

Allerdings muss offensichtlich nicht alles zurückgebaut werden: Die Gemeinde Lathen ist an einer Nutzung der Begleitstraßen interessiert, die mittlerweile längst als gemeindliche Verkehrswege genutzt werden. Unsicherer ist dagegen die Zukunft der Versuchshalle. Diese steht zum Teil auch auf einem Gemeindegrundstück. Eine verbindliche Aussage zur Weiternutzung gibt es aber bisher nicht.


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