Feier gemeinsam mit Niederlangener Katholiken 100 Jahre Pfarrei in Oberlangen

Von Hermann-Josef Döbber


Oberlangen. Mit einem feierlichen Festhochamt in der Pfarrkirche hat die katholische Kirchengemeinde St. Laurentius Ober-/Niederlangen das 100-jährige Bestehen ihrer Pfarrei zusammen mit Weihbischof Johannes Wübbe gefeiert.

Die Katholiken aus der rund 1500-köpfigen Gemeinde haben mit Besuchern der ebenfalls zum Boje (Boot Jesu)-Verbund gehörenden Gemeinden Heilige Familie Hasselbrock, St. Johannes Niederlangen-Siedlung, St. Nikolaus Sustrum, St. Michael Neusustrum, St. Georg Steinbild und Herz-Jesu Sustrum-Moor einen Gottesdienst gefeiert. Viele Hände schmückten zuvor das Gotteshaus und nahmen sich der Außenanlagen an. Auf dem Kirchplatz malten Erstkommunionkinder Bilder zur Begrüßung von Weihbischof Johannes Wübbe, weiteren Seelsorgern, den Gemeindemitgliedern und Gästen. „Alles war bereit, um das Jubiläum dann gebührend zu feiern“, lobte Matthias Schneider, Pfarrer des Gemeindeverbundes.

In der Kirche waren nur noch wenige Plätze frei, als durch den Mittelgang Bannerträger von örtlichen Vereinen, Ministranten und Geistliche einzogen, um den Gottesdienst mit Festprediger und Hauptzelebrant Wübbe zu gestalten. Das taten neben ihm als weitere Zelebranten Pfarrer Schneider, der aus der Pfarrgemeinde stammende Pfarrer von St. Marien Jever Walter Albers ferner der bis 2011 fast 13 Jahre als Pfarrer in St. Laurentius wirkende Maristenpater Hermann Wöste, der den Boje-Verbund seit Jahren als Urlaubsvertretung unterstützende Pater Alois Dreyer, Diakon Ulrich Strätker und der stellvertretende Dechant Francis Sanjeevi. Untermalt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor St. Laurentius unter der Leitung von Wilfried Hagemann, der auch die Orgel spielte.

Der „rote Faden“ im gemeinsamen Kirchesein

Festprediger Weihbischof Johannes Wübbe sagte ausgehend vom Evangelium, dass dieses zum Kern des christlichen Glaubens hinführe und zu dem, was die Glaubensgemeinschaft der Kirche ausmacht, wenn es um Tod und Auferstehung geht. Das Evangelium sei passend für eine Eucharistiefeier, in der man dankbar das Jubiläum „100 Jahre Pfarrei St. Laurentius“ begehen könne. „Gerade an einem solchen Tag stellt man sich die Frage, wie es schon im letzen Jahr bei der Kirmes bedacht wurde, was durch die Geschichte hindurch mit allen ihren Höhen und Tiefen eigentlich der ‚Rote Faden‘ ist, der dem gemeinsamen Kirchesein die Richtung und Prägung gibt.“

Die Pfarrei Ober-/Niederlangen gebe es in der heutigen Form, weil hier vor Ort Menschen irgendwann erkannt hätten: „Wir brauchen hier, diesseits der Ems, eine Kapelle, um miteinander Gemeinschaft im Glauben lebendig feiern zu können. Hartnäckig haben Generationen an dieser Idee festgehalten, bis aus der Kapellengemeinde schließlich die selbstständige Pfarrei wurde. Wenn hier heute ein so lebendiger Glaube gelebt wird, dann ist es ein Zeichen dafür, dass der rote Faden immer im Blick geblieben ist.“

Acht Monate andauernde Veranstaltungsreihe

Im Anschluss an den Gottesdienst fanden sich bei Sonnenschein die Geistlichkeit, viele Gläubige sowie Mitglieder kirchlicher und politischer Gremien auf dem Kirchenvorplatz ein. Gestartet in das Jubiläum waren die Gläubigen im August mit einem „Spaziergang mit Laurentius“. Die Reihe umfasste monatlich eine Veranstaltung. Die Aktionen wurden gestern während der Feier näher erläutert und mit einem roten Faden verbunden. Acht Monate lang ging es den Organisatoren darum, die 60 Jahre alte Kirche mit ihrer Geschichte, ihren Besonderheiten, Menschen und Schätzen in den Vordergrund zu stellen – so auch die aus Eichenholz gefertigte Pieta aus dem 17. Jahrhundert.

Die Kapellengemeinde Ober- und Niederlangen gehörte bis 1919 zur Pfarrei Lathen. Die Anfänge gehen bis 1768 zurück. Die damals gebaute Kapelle wurde 1810 durch einen Neubau ersetzt, der 1849 einen Glockenturm erhielt und 1960 abgerissen wurde. Am Namenstag von Patron Laurentius am 10. August 1959 erfolgte die Konsekration durch Bischof Helmut Hermann Wittler. „Die Kirche steht im freien Feld am Dorfrand“, schrieb die Ems-Zeitung seinerzeit. Seitdem ist die Gemeinde um den geistlichen Mittelpunkt herum gewachsen. In einem Wohngebiet entstand die „Hermann-Wöste-Straße“ zu Ehren des ehemaligen Pfarrers. Auch der aus Neubörger stammende und von Georgsmarienhütte angereiste Seelsorger Wöste musste viele Hände schütteln.


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