CDU-Bürgermeisterkandidat stellt Strategie vor So soll Lathen noch lebenswerter werden

Über den Fortgang der Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten in der Erna-de-Vries-Schule informierte Schulleiter Ralf Haustein (r.) Vertreter aus Politik und Verwaltung, darunter auch Helmut Wilkens (l.), bei einem Baustellenrundgang im November 2018. Foto: Gerd SchadeÜber den Fortgang der Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten in der Erna-de-Vries-Schule informierte Schulleiter Ralf Haustein (r.) Vertreter aus Politik und Verwaltung, darunter auch Helmut Wilkens (l.), bei einem Baustellenrundgang im November 2018. Foto: Gerd Schade

Lathen. „Der Neue. Bürgernah“ – mit dieser Botschaft zieht der CDU-Kandidat für die Wahl des hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeisters in Lathen, Helmut Wilkens, in den Kampf. Wie er Lathen für die langfristige Zukunft strategisch rüsten will, machte Wilkens bei einem "offenen Bürgerstammtisch" deutlich. Dabei wurde auch Kritik am Mitbewerber laut.

Rund 30 Zuhörer, darunter auch junge Leute, waren der Einladung des Ortsverbandes der Christdemokraten am Dienstagabend in der Gaststätte „Piepen Jan“ gefolgt. Ortsverbandsvorsitzender August Kock zeigte sich mit der Resonanz sehr zufrieden.

Wilkens, seit dreieinhalb Jahren Finanzvorstand der Samtgemeinde (SG) und Kämmerer der Gemeinde Lathen, betonte, dass ihm auch als SG-Bürgermeister eine solide Finanzpolitik wichtig sei. Parallel dazu solle es jedoch darum gehen, Lathen „weiter nach vorne zu bringen und lebenswert zu gestalten“. Dabei wolle er die Entwicklungsstrategie langfristig anlegen, betonte Wilkens, der die Amtsnachfolge von Karl-Heinz Weber antreten will, der nicht wieder kandidiert. Gewählt wird am 26. Mai.

Gegen Gastronomiesterben

Der Christdemokrat kündigte an, dem Gastronomiesterben in der SG entschlossen entgegenwirken zu wollen. Leider habe er dafür derzeit aber noch keine Patentlösung und zeigte sich offen für Ideen. Entlang der Marschstraße sollen Wilkens zufolge Parkbänke aufgestellt werden. Eine entsprechende Anregung hätten ihm Senioren bei einem Besuch mit auf den Weg gegeben. „Das mögen zwar nur Kleinigkeiten sein, aber genau darum geht es mir“, betonte Wilkens. Denn Bürgernähe bedeute, sich um die Kleinigkeiten zu kümmern. Deshalb sei er jederzeit für jede Anregung, aber auch konstruktive Kritik ansprechbar. Überdies soll es nach der Vorstellung des CDU-Bewerbers eine regelmäßige Bürgersprechstunde geben – gerne schon vor der regulären Arbeitszeit sowie nach Vereinbarung.

Wie Wilkens weiter hervorhob, hat sich Lathen mit seinen derzeit rund 6500 Einwohnern („800 mehr als noch vor zehn Jahren“) gut entwickelt. Die Gemeinde sei auch für junge Familien attraktiv. In Zukunft müsse es aber noch stärker als bisher gelingen, möglichst viele junge Leute nach dem Studium als gut ausgebildete Fachkräfte für eine wirtschaftlich starke Region wie das Emsland eine Rückkehr nach Lathen schmackhaft zu machen.

Lathen als Marke stärken

Dazu gehört es Wilkens zufolge auch, die Marke Lathen nach außen besser zu verkaufen. Dem SG-Bürgermeisterkandidaten schwebt hier ein Masterplan vor, in dem die bisherigen „guten Ansätze“ unter anderem der kommunalen Marketing- und Tourismusgenossenschaft zusammengefasst würden. „Es muss Spaß machen, nach Lathen zu kommen und hier zu leben“, betonte Wilkens, der zudem die Bedeutung zur Stärkung des Ehrenamtes hervorhob. Auch in Sachen Verkehrsführung und Einzelhandel sieht er die Gemeinde im Grunde gut aufgestellt, erkennt aber auch Entwicklungspotenzial. Das Geld für die Stärkung des Schulstandortes (unter anderem für die Modernisierung der Erna-de-Vries-Schule) sei gut angelegt, die Kriminalitätsrate nicht zuletzt dank gut funktionierender Nachbarschaften, „in denen man aufeinander achtet“, gering.

Seinen angestrebten Führungsstil beschrieb Wilkens als kooperativ und wertschätzend gegenüber allen Mitarbeitern. Zudem sei er jederzeit offen für Neues.

Einstimmig gewählt worden

Nicht unkommentiert stehen ließ Wilkens Äußerungen seines Mitbewerbers Ernst Kock (SPD/Grüne). Kock hatte betont, dass er einen Neuanfang verkörpern würde, wohingegen Wilkens vom Verwaltungsvorstand „gewogen und für gut befunden“ worden sei, als man ihn eingestellt habe. Wilkens erklärte, dass er sich seinerzeit aus freien Stücken auf die Stelle beworben und gegen elf Mitbewerber durchgesetzt habe. Und bei seiner Wahl sei er einstimmig von der Politik ins Amt gehoben worden, „also auch mit den Stimmen von SPD und Grünen“.

Deutlicher fiel die Kritik an Kock von CDU-Ratsherr Gerd Thünemann und Ortsverbandschef August Kock aus. Thünemann meinte, dass Ernsts Kocks Aussage, er könne allen Ratsleuten die Hand geben, nicht die Realität widerspiegele. Sowohl Thünemann als auch August Kock erinnerten in diesem Zusammenhang an eine Ratssitzung im August 2016, bei der Ernst Kock „unmotiviert“ Geschmäcklevorwürfe in den Raum gestellt habe, als es um die Besetzung von Stellen im Rathaus gegangen sei.


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