Finanzierung steht noch aus Neue Rad- und Wanderwege für den Naturpark Hümmling

Die Landschaft des Hümmlings soll bald auf neuen Wanderwegen zu betrachten sein. Archivfoto: Tobias BöckermannDie Landschaft des Hümmlings soll bald auf neuen Wanderwegen zu betrachten sein. Archivfoto: Tobias Böckermann
Tobias Böckermann

Lathen. Naturfreunde im Emsland können sich freuen: Der Naturpark Hümmling e. V. will bis Sommer 2020 ein neues Knotenpunktsystem für Radtouren und neue zertifizierte Wanderwege etablieren. Dies haben die Vereinsmitglieder auf der Mitgliederversammlung in Lathen beschlossen.

Allerdings ist dieser Beschluss unter Vorbehalt zu sehen, denn den Fördermitteln müssen die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Hümmling und die LAG Hasetal auf ihren Sitzungen am 11. bzw. 25. März noch zustimmen. Auch vonseiten des Landkreises müssen der Kreisausschuss und der Ausschuss für Kultur und Tourismus dem Projekt zustimmen. 

Nach einem Grußwort des Ersten Kreisrats Martin Gerenkamp, der die Versammlung in Abwesenheit von Landrat Reinhard Winter eröffnete, übernahm Uwe Carli das Wort. Der Geschäftsführer des Naturparks Hümmling lobte beim Blick auf das vergangene Geschäftsjahr vor allen Dingen die Erstellung des Naturparkplans, an der sich 170 Personen beteiligt hätten. „Aus 100 Ansätzen haben wir 41 konkrete Projekte gezimmert. Und wir waren alle gemeinsam ziemlich schnell“, so Carli.

Förderantrag inhaltlich abgeändert

Der für die Umsetzung in 2019 und 2020 geplante, große Förderantrag „Freizeitwege“ sei in seinen Inhalten abgeändert worden, erklärte Carli. Ursprünglich waren einerseits zwölf neuen Rad-Themenrouten und andererseits neue zertifizierte Wanderwege auf dem Hümmling angedacht.

Doch statt der festgelegten Themenrouten für Fahrradfahrer habe man sich nun für ein alternatives Konzept entschlossen, das Carli als „Fahrradknotenpunktsystem“ bezeichnete. „Die Routen werden über Knotenpunkte definiert. Eine umfangreiche Beschilderung von festgelegten Routen braucht es nicht mehr“, erklärte er. 

Flexibilität durch Knotenpunkte

Dieses System erfreue sich andernorts allergrößter Beliebtheit, weil es den Radfahrern sehr viel Flexibilität biete, sagte Carli. Im Vorlauf einer Tour könnten sich die Radfahrer anhand der verschiedenen Knotenpunkte ihre Strecke individuell gestalten und ihre Tour an jedem beliebigen Knotenpunkt beginnen. Das vorgestellte Konzept sieht eine volle Integration ins das Radwegeleitsystem vor. 

Als zweites Kernprojekt stellte Carli die zertifizierten Wanderwege, die sogenannten „Hümmling-Pfade“, vor. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden sollen so Rundwege mit einer Länge von 3 bis 24 Kilometer entstehen. „Wir zeigen den Hümmling von seiner Schokoladenseite. Und ich hoffe, dass es am Ende 14 Wege werden“, meinte Carli. Aktuell befinde man sich in einigen Fällen noch in der Planungsphase.

Carli: „Das ist tatsächlich wunderschön“

Als einen ersten Entwurf präsentierte er beispielsweise den Loruper Kateekerpatt, der sich auf zwölf Kilometern um Lorup erstreckt. „Wir sind das alles selbst abgelaufen, wir haben die Bilder vor Augen und wir können sagen: Das ist tatsächlich wunderschön“, schwärmte der Geschäftsführer.

„Auch an der Hilter Mühle in Lathen geht was. Das ist natürlich ein ausgezeichneter Start- und Zielort“, so Carli. In Planung sei ein elf Kilometer langer Rundweg. Ebenso hob er die „Esterweger Melmmoorlandtour“ hervor, die die Wanderer über die Gedenkstätte, das Melmmoorgebiet und die Begräbnisstätte in Esterwegen führe.

Finanzierung steht noch aus

Abgewickelt werden sollen die beiden Projekte von Juli 2019 bis Juni 2020. Die Höhe der Gesamtkosten bezifferte Carli auf 361.600 Euro. Zum größten Teil soll diese Summe aus Mitteln des Förderprogramms „Leader“ zur Regionalentwicklung ländlicher Gebiete finanziert werden. Der Naturpark hofft auf eine Unterstützung in Höhe von 342.000 Euro.

Eigenanteil aus Rücklagen

Aus eigenen Rücklagen wolle der Naturpark 16.000 Euro selbst zu den Projekten hinzusteuern, 3.600 Euro soll durch die Kofinanzierung durch Landkreis und Gemeinden erfolgen, so Carli. Neben den Kostenpunkten Planung und Digitalisierung der Projekte sei das Geld für das Material der Beschilderung sowie die Erstellung einer Radkarte und eines Wanderführers vorgesehen.


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