Auf Zeltfete Geldstrafe nach Prügelei mit Sicherheitsdienst in Neusustrum

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Das Jugendgericht am Amtsgericht Papenburg stellte das Verfahren gegen zwei Brüder aus dem nördlichen Emsland gegen Zahlung einer Geldauflage ein. Foto: Maike PlaggenborgDas Jugendgericht am Amtsgericht Papenburg stellte das Verfahren gegen zwei Brüder aus dem nördlichen Emsland gegen Zahlung einer Geldauflage ein. Foto: Maike Plaggenborg

Papenburg. Gegen Zahlung von Geldauflagen in Höhe von 750 und 800 Euro hat das Papenburger Jugendgericht das Verfahren gegen zwei junge Männer aus dem nördlichen Emsland nach einer Auseinandersetzung mit Security-Mitarbeitern während einer Zeltfete in Neusustrum eingestellt.

Die 21 und 23 Jahre alten Brüder waren wegen einer gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Beleidigung angeklagt. Im März vergangenen Jahres soll einer der beiden unter Alkoholeinfluss stehenden jungen Männer laut Anklageschrift zu nächtlicher Stunde vom Festwirt ein Hausverbot erteilt kommen haben. 

Über die Gründe gibt es unterschiedliche Angaben. Laut Anklage resultierte das ausgesprochene Hausverbot aus einem tätlichen Angriff des jüngeren Bruders gegen eine junge Frau. Dem widersprach der Angeklagte vor Gericht. Er sprach von einer Verwechslung und gab an, dass der Wirt ihn aus dem Zelt haben wollte, weil er die Tür zum Thekenbereich öffnete.

Mit Fäusten traktiert

Nachdem der 21-Jährige des Festzeltes verwiesen wurde, wollte ihn sein älterer Bruder wieder hereinholen. "Schließlich hatte er sich ja nichts zu Schulden kommen lassen", teilte dieser vor Gericht mit. Als die Mitarbeiter des Securitydienstes den Brüdern den Eingang zum Zelt verwehrten, kam es zum Gerangel. Laut Anklage sollen die jungen Männer die Sicherheitskräfte mit den Fäusten traktiert haben. Als einer der Securitys zu Fall kam, soll zudem mit dem Fuß gegen den Kopf getreten worden sein, dem die Angeklagten widersprachen.

Mit Leitpfosten um sich geschlagen

Im weiteren Verlauf verlagerte sich die Auseinandersetzung vom Festzelt weg in Richtung Straße und Toilettenwagen. Der jüngere Bruder gab zu, in einer "Kurzschlussreaktion" einen Leitpfosten aus der Verankerung gerissen und damit den Sicherheitskräften gedroht zu haben. Die als Zeugin geladene Reinigungskraft des Toilettenwagens gab an, dass der Angeklagte mit dem Leitpfosten um sich schlug, die Angegriffenen allerdings ausweichen konnten. 

Pfefferspray eingesetzt

Daraufhin setzten die von der Zeugin als "besonnen und human" beschriebenen Sicherheitsmitarbeiter Pfefferspray ein. Besonders der ältere Bruder bekam dies ab und spülte sein Gesicht aufgrund der Reizungen an einem Waschbecken im Toilettenwagen ab. 

Nach Einsatz des Pfeffersprays rief der 21-Jährige die Polizei, die wenige Minuten später für Ruhe sorgte. Der in der Nacht im Einsatz befindliche Polizist des Polizeikommissariats Haren wurde ebenfalls als Zeuge geladen. Er gab an, dass die Brüder aufgebracht und aggressiv gewesen seien.  

"Sie sind beide nicht friedfertig gewesen"Der Richter zu den beiden angeklagten Brüdern

"Sie sind beide nicht friedfertig gewesen und dabei ist es egal, ob das erteilte Hausverbot berechtigt war oder nicht", so der Richter gegenüber den Brüdern, die im Laufe der Verhandlung ihr Fehlverhalten nur zögernd einstanden. Mit der Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung der genannten Geldauflagen zeigten sich die Angeklagten einverstanden.  

Die involvierten Mitarbeiter des Securitydienstes machten trotz Vorladung keine Angaben zum Hergang. Während sich einer krankheitsbedingt abmeldete, fehlten zwei seiner Kollegen unentschuldigt. Gegen sie wurde ein Ordnungsgeld in Höhe von jeweils 150 Euro verhängt.    



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