Weihnachtsfreude im Schuhkarton Lathener Verein ruft zu Spenden für Heimkinder auf


Lathen. Zahnbürste, Zahnpasta, ein paar Süßigkeiten und vielleicht noch ein Spielzeug: Um nicht mehr, aber auch nicht weniger bittet der Verein Helping Hands in Lathen die Menschen im Emsland. Das Ganze soll in Schuhkartons verpackt werden. Mit den Boxen wollen die humanitären Helfer Heimkindern in Rumänien eine Weihnachtsfreude machen.

Ein Spendenaufruf des Vorsitzenden Hansi Brake in Form einer Videobotschaft verbreitet sich in diesen Tagen in den sozialen Netzwerken. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt der Dörpener, der an der Spitze des Vereins seit mehr als 20 Jahren humanitäre Hilfe hauptsächlich in Osteuropa mit dem Schwerpunkt Rumänien leistet, was hinter dem Aufruf steckt.

Im Alter von 3 Monaten bis 18 Jahren

Wie Brake berichtet, versorgt Helping Hands seit 1999 ein Kinderheim namens „Pro Vita“ mit humanitären Hilfsgütern. In dem Heim leben nach den Worten des Vorsitzenden derzeit 429 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 3 Monaten und 18 Jahren. Entstanden sei es, weil ein orthodoxer Priester es schwangeren Mädchen, darunter Zwölfjährige, und Frauen als Alternative zur Abtreibung angeboten habe. Er habe ihnen versprochen, die Kinder groß zu ziehen.

Finanziert nur durch Spenden

„Mehr als 3000 Mütter haben auf ihn gehört. Sie haben ihre Schwangerschaft bei dem Kinderheim verbracht und dort ihre Kinder auch geboren“, heißt es in einem Schreiben von Helping Hands, mit dem der Verein seinen Spendenaufruf flankiert. Demnach sind weit mehr als 500 Kinder bei dem Priester geblieben. Jede Familie aus dem angrenzenden Dorf habe ein weiteres Kind aufgenommen. Finanziert wird das Heim Brake zufolge ausschließlich durch Spenden. Der Priester habe den Alltagsbetrieb im Griff.

Das große Aber

„Und nun kommt das große Aber“, holt Brake aus. „Weihnachtsgeschenke sind für die Heimkinder nicht drin. Sie bekommen nicht mehr als einen kleinen Schokoladennikolaus und ein Kreuz.“

Damit will sich der umtriebige Vorsitzende nicht abfinden. Bewusst in den Tagen nach St. Martin und vor Nikolaus platziert er den Sachspendenaufruf seines Vereins. „Könnten nicht von dieser Überzahl an Süßigkeiten einige Teile für die Kinder bei ,Pro Vita‘ gespendet werden? Ein Schuhkarton reicht, vielleicht noch eine Zahnbürste und Zahncreme, ein kleines Spielzeug oder Ähnliches dazu“, formuliert Brake den Wunschzettel. „Ein solcher Karton mit Liebe gepackt und hübsch eingepackt macht ein Kind in Rumänien glücklich.“

Helfer zahlen Transportkosten selbst

Der Vorsitzende versichert, dass die Helfer den Kosten für den Transport – Abfahrt ist am 2. Weihnachtstag – selbst tragen. „Aber wenn alle Paketpacker 1 Euro dazulegen, sind die Spritkosten für den Transport schon zur Hälfte beglichen“, so Brake.

Die Pakete können auf dem Vereinsgelände von Helping Hands an der Hermann-Kemper-Straße abgegeben werden. „Im Notfall holen wir sie aber auch ab“, sagt Brake, der unter der Rufnummer 01 76/96 02 80 84 nach eigenem Bekunden rund um die Uhr erreichbar ist. Überdies könnten die Pakete auch während des Weihnachtsmarktes des Vereins (7. bis 9. Dezember 2018) abgeben. Der Markt mit buntem Programm und stündlich wechselnder Livemusik ist an den ersten beiden Tagen von 14 bis 22 Uhr und am dritten Tag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Liste mit Sammelstellen auf Facebook

Zwischenzeitlich melden sich von Steenfelde über Esterwegen und Haren-Emmeln bis Lingen-Brögbern immer mehr Menschen, die Sammelstellen anbieten. Eine Übersicht gibt es auf der Facebookseite von Helping Hands.


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